IT-Ausstattung Rechnungshof moniert jahrelange Misswirtschaft bei Bundeswehr-Firma

Erneuter Ärger um die Ausstattung der Bundeswehr: Zumindest im IT-Bereich soll ein Bundeswehr-Dienstleister seit Jahren Geld verprasst haben, moniert der Bundesrechnungshof laut einem Medienbericht.

Ursula von der Leyen (CDU), Bundesverteidigungsministerin
DPA

Ursula von der Leyen (CDU), Bundesverteidigungsministerin


Der Bundesrechnungshof wirft dem IT-Dienstleister der Bundeswehr jahrelange Misswirtschaft vor. Das berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen vertraulichen Prüfbericht des Rechnungshofes. Demnach geht es unter anderem um intransparente Preiskalkulation und fehlendes Rechnungswesen. Das Bundesverteidigungsministerium weist die Vorwürfe demnach zurück.

Anstatt zu viel gezahlte Gelder für IT-Investitionen zurückzuverlangen, kaufe das Verteidigungsministerium bei der BWI einfach neue Leistungen ein, ohne zu wissen, ob diese gebraucht würden, heißt es weiter.

Liquiditätsschwierigkeiten?

Nach Informationen des Blattes hat die BWI Zahlungsschwierigkeiten: Internen Ministeriums-Unterlagen zufolge sei die "Liquiditätssituation der BWI GmbH unverändert kritisch". Vom Ministerium heiße es dagegen, die BWI habe "weder eine Zahlungsunfähigkeit noch eine drohende Zahlungsunfähigkeit angezeigt".

Die Bundeswehr-Tochterfirma BWI und das Verteidigungsministerium stehen seit Monaten wegen millionenschwerer Beraterverträge unter Druck.

    Die BWI mit Sitz in Meckenheim ist für die Bundeswehr der zentrale Dienstleister in Sachen Internet und Informationstechnologie. Die Bundeswehr-Tochter betreut mehr als 140.000 PCs der Truppe in über 1200 Standorten. Die Gesellschaft mit fast 4000 Mitarbeitern wurde Anfang der Nullerjahre zur Modernisierung der veralteten IT der Bundeswehr gegründet, da man so leichter Experten auf dem freien Markt gewinnen wollte. Zu Beginn waren noch die IT-Firmen Siemens und IBM beteiligt, seit Juni 2016 aber ist die BWI eine reine Inhouse-Gesellschaft des Bundes.

tin/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.