Berlin/Hamburg - Bei der Bundeswehr sind Zwischenfälle mit rechtsextremistischem oder fremdenfeindlichem Hintergrund im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder gestiegen. Die Zahl habe 67 betragen, das seien vier mehr als 2011 gewesen, berichtete die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf eine Statistik des Bundesverteidigungsministeriums.
Bereits Ende Januar hatte der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus in seinem Jahresbericht von 67 "besondere Vorkommnissen" mit Verdacht auf rechtsextremistischen, antisemitischen oder fremdenfeindlichen Hintergrund gesprochen. In seinem Report hieß es, die Zahl der Vorfälle sei im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Damals habe sie noch bei 63 Fällen gelegen.
Nach Angaben des Wehrbeauftragten handelte es sich um sogenannte "Propagandadelikte", zum Beispiel "Sieg-Heil-Rufe", das Zeigen des Hitlergrußes oder das Hören antisemitischer und fremdenfeindlicher Musik. So schildert der Bericht den Fall eines betrunkenen Bundeswehrsoldaten, der im ICE rechtsradikale Musik über die Lautsprecher seines Laptops hörte. Mitreisende reagierten schockiert und beschwerten sich schließlich beim Zugpersonal.
Mehr als 2000 Vorfälle
In den vergangenen 15 Jahren habe es einen deutlichen Rückgang bei den Zwischenfällen gegeben, schreibt die "Bild"-Zeitung. So seien im Jahr 1998 noch 319 solcher Vorkommnisse gemeldet worden.
Im gesamten Zeitraum seien 2087 Vorfälle mit rechtsextremistischem oder fremdenfeindlichem Hintergrund registriert worden. Darin seien 2085 Soldaten verwickelt gewesen, darunter 294 Unteroffiziere und 35 Offiziere.
heb
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