Probleme bei der Luftwaffe Soldaten stecken auf Heimweg aus Afghanistan fest

Nächste Hiobsbotschaft für die Bundeswehr: 150 Soldaten sitzen wegen eines Problems am Truppentransporter in Afghanistan fest. Ein Jet, der eigentlich für die Kanzlerin reserviert ist, könnte Abhilfe schaffen.

Bundeswehr-Airbus A310: Probleme mit den Not-Sauerstoffmasken
DPA

Bundeswehr-Airbus A310: Probleme mit den Not-Sauerstoffmasken


Berlin - Wegen neuer technischer Probleme bei der Luftwaffe stecken rund 150 deutsche Soldaten auf ihrem Rückweg aus Afghanistan fest. Derzeit müssen die deutsche Soldaten weiter auf ihren Rückflug aus Masar-i-Scharif warten, da der normale Truppentransporter aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt fliegen kann.

Laut dem Militärblog "Augen geradeaus", der am Dienstagabend auch über den Fall berichtete, sollen die Soldaten jetzt möglicherweise mit einem VIP-Jet, der eigentlich für die Bundeskanzlerin reserviert ist, vom Auslandseinsatz abgeholt werden.

Die Probleme mit dem normalen Truppentransporter, einem mausgrauen Airbus A310, bestehen nicht nur für das Flugzeug der Luftwaffe. Nachdem an einer zivilen Maschine kürzlich Probleme mit den Not-Sauerstoffmasken festgestellt worden waren, begrenzte man die Flughöhe für den Jet-Typ auf maximal 7500 Meter. Dadurch fallen die Luftwaffentransporter derzeit aus.

Bundeswehr erfüllt Nato-Anforderungen nicht

Die Probleme beim Truppentransporter reihen sich in eine lange Kette von Mängeln bei der Bundeswehr. Zuletzt warnte der Hersteller des "Eurofighter", dass am Rumpf Baumängel entdeckt wurden. Die Maschinen sollen deshalb weniger fliegen. Der SPIEGEL hatte am Wochenende berichtet, dass nicht einmal ausreichend Maschinen für den Nato-Ernstfall wie etwa einen Angriff auf einen Bündnispartner bereitstehen.

Auch die deutschen Soldaten, die in der Türkei an der "Patriot"-Mission zum Schutz vor Angriffen aus Syrien beteiligt sind, stehen am Rande ihrer Belastungsgrenze. Bei gut einem Viertel (28 Prozent) der seit Anfang 2013 eingesetzten Soldaten konnte die Karenzzeit von 20 Monaten zwischen zwei Einsätzen nicht eingehalten werden.

Wie der SPIEGEL berichtet, hat das Verteidigungsministerium zudem die Abgeordneten des Verteidigungsausschusses im Bundestag über die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in die Irre geführt. Den Parlamentariern wurde eine Liste vorgelegt, in der bei den verschiedenen Waffensystemen die Zeiträume für die durchschnittliche Einsatzbereitschaft ohne erkennbare Begründung unterschiedlich festgelegt wurden.

mgb/syd

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 129 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
deuro 01.10.2014
1. Nicht mit Geld zu lösen
Diese Probleme lassen sich nicht mit mehr Geld lösen. Hier hilft nur der Eisenbesen. Hallo Frau Merkel und Frau von der Leyen, aufwachen !
ihrwisstnix 01.10.2014
2. Verantwortung in der Welt!
Liebe Frau Leyen, lieber Herr Gauck, mir fällt nichts mehr ein. Sie segnen die Waffen, sprechen von mehr Einbringen bei Waffengängen, spielen den Kriegstreiber und nichts - aber wirklich nichts geht bei der BW. Frau Leyen macht wieder ein paar schöne Bilder bei Kindergrippen, erzählt wie toll die BW doch ist - und wir können nicht einmal mehr von A nach B fliegen. Frau Leyen: Sie haben mein volles Vertrauen. Ich hoffe, dass Frau M. Ihnen das bald aussprechen wird und dann die entsprechenden Konsequenzen zieht. Sie haben seit Ihren Amtsantritt die völlig falschen Schwerpunkte gesetzt - und außer Ihren schönen Bildern produzieren Sie nur Worthülsen und Nebel. Machen Sie Platz für einen echten Macher. Dass Sie in solchen Postionen ungeeignet sind haben Sie bereits in anderen Ministerien mehr als bewiesen! Herr Gauck: Bitte treten Sie nicht für eine zweite Amtszeit an. Ich glaube kaum, dass Sie die Interessen von Deutschland vertreten. Sie vertreten die Interessen der Wirtschaft und der Banken und labern von Freiheit und mehr wagen - wagen Sie den Rücktritt und halten den Mund - da ist uns mehr geholfen!
tubaner 01.10.2014
3.
Glaubt eigentlich irgendjemand, dass diese Pannen zufällig gerade dann gehäuft auftreten, wenn die Medien über nicht flugfähige Marinehubschrauber berichteten? Oder ist das seit Jahren der Normalzustand bei der Bundeswehr, der jetzt durch das öffentliche Interesse nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden kann?
fatherted98 01.10.2014
4. Man...
...könnte ja auch einfach mal einen Airbus von der LH chartern...die stehen derzeit eh am Boden weil gestreikt wird...damit wäre das Problem doch wohl schnell aus der Welt...oder müssten da erst mal Luftabwehrraketen-Warn-Geräte eingebaut werden...doch wohl kaum? Naja...aber dazu fehlt wohl das Geld oder der Wille..oder die Fähigkeit.
noelkenproettel 01.10.2014
5. Viel Glück!
Für die Bundeswehr Angehörigen die sich dazu bereit erklären ins Ebola Gebiet zu gehen und die Flinten Uschi Glauben das sie im falle einer Krankheit ausgeflogen und in Deutschland behaldelt werden... Ich Frage mich wie Frau von der Leyen dieses versprechen einlösen will wenn die bundeswehr anscheinend überhaupt nichtsmehr an Matereal hat was Zuverlässig fliegt!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.