Skandalkaserne der Bundeswehr Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen wegen neuen Gewaltmarsches

Skandal bei der Bundeswehr in Pfullendorf: Ein Ausbilder soll Soldaten so lange angetrieben haben, bis einer ohnmächtig zusammenbrach, der SPIEGEL berichtete. Nun prüft die Staatsanwaltschaft den Fall.

Staufer-Kaserne in Pfullendorf
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Staufer-Kaserne in Pfullendorf


Wegen möglicherweise neuer Verfehlungen bei der Ausbildung junger Soldaten in der skandalumwitterten Kaserne in Pfullendorf prüft die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen. Das sagte ein Sprecher der zuständigen Behörde in Hechingen im baden-württembergischen Zollernalbkreis.

Zuvor hatte der SPIEGEL berichtet, dass bei einem Marsch mehrere Soldaten zusammengebrochen seien. Ein Unteroffiziersanwärter sei sogar in Ohnmacht gefallen und habe ins Krankenhaus gebracht werden müssen.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, die Behörde habe erst durch den Bericht von dem Vorfall erfahren. Es werde geprüft, ob ein zureichender Verdacht auf strafbare Handlungen bestehe und die Staatsanwaltschaft ermitteln müsse.

Interne Untersuchungen zu dem Vorfall laufen bereits. Das Verteidigungsministerium kommentierte die laufenden Ermittlungen zunächst nicht.

Die Bundeswehr musste schon mehrfach in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) ermitteln, nachdem Anfang 2017 Berichte die Öffentlichkeit schockiert hatten. Es ging um angebliche sexuell-sadistische Praktiken - die Justiz bestätigte diese Vorwürfe nicht - und um qualvolle Aufnahmerituale. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Vorgänge als "abstoßend und widerwärtig" bezeichnet. Wegen der Aufnahmerituale wurden vier Soldaten entlassen.

cht/dpa



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