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Bundeswehr: "Tornado"-Jets starten Einsatz über Syrien und dem Irak

Tornados in Incirlik: Erster Einsatz über Syrien Zur Großansicht
DPA/ Bundeswehr/ Falk Bärwald

Tornados in Incirlik: Erster Einsatz über Syrien

Die heikle Mission beginnt: Zwei Tornados der Bundeswehr haben erstmals die Luftangriffe gegen die Terrormiliz IS in Syrien und dem Irak unterstützt. Die Kampfjets lieferten in Echtzeit Aufnahmen von Stellungen der Extremisten.

Piloten der Luftwaffenstützpunkte Büchel in Rheinland-Pfalz und Jagel in Schleswig-Holstein sind zum ersten Mal mit ihren Kampfjets vom türkischen Militärflughafen Incirlik Richtung Syrien und Irak gestartet. Die Tornados sind mit hochauflösenden Kameras ausgerüstet, sie machen in Echtzeit Bilder von den Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) .

Zwei Tornados seien zweieinhalb Stunden über Syrien und dem Irak im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher der Verteidigungsministeriums SPIEGEL ONLINE. "Sie haben ihren Auftrag aufgeführt." Die Ziele, die die internationale Koalition gegen den IS vorgegeben habe, seien aufgeklärt worden.

Die Flugzeuge seien gegen 10.30 Uhr Ortszeit von der türkischen Basis Incirlik gestartet und inzwischen planmäßig zurückgekehrt, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

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Kahramanmaras - auslaufender Patriot-Einsatz

Derzeit sind rund 260 deutsche Soldaten mit zwei Staffeln des Patriot-Abwehrsystems in der türkischen Region Anatolien stationiert.

Rund 160 Kilometer von der syrischen Grenze sollen sie die Großstadt Kahramanmaras schützen. Die Soldaten dort haben ihre Technik auf einem türkischen Militärgelände stationiert.

Deutschland will den Patriot-Einsatz zeitnah beenden.

Konya - geplanter Awacs-Einsatz

Deutsche Soldaten sollen demnächst in Awacs-Aufklärungsflugzeugen den Luftraum über der Türkei überwachen.

Die Nato-Flugzeuge sollen dem an die Bürgerkriegsländer Syrien und Irak grenzenden Nato-Partner Sicherheit geben. Sie werden am Rande der Millionenstadt Konya stationiert.

Incirlik - geplanter Tornado-Einsatz

Vom Luftwaffen-Stützpunkt Incirlik aus startet fast täglich ein deutsches Tankflugzeug, um die Luftangriffe gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und Irak zu unterstützen.

Ab Januar sollen sich auch deutsche Tornado-Aufklärungsflugzeuge an dem Einsatz beteiligen..

Der Bundeswehreinsatz ist Teil des deutschen Beitrags zum internationalen Militäreinsatz im Kampf gegen den IS. Damit will sich Deutschland nach den Terroranschlägen von Paris solidarisch mit Frankreich zeigen. Kritiker haben jedoch Zweifel, ob die Mission vom Völkerrecht gedeckt ist. Die Bundesregierung weist das zurück. Genauso hält sie Befürchtungen für unbegründet, dass die Terrorgefahr hierzulande steigen könnte, wenn Deutschland sich aktiv am Kampf gegen den IS beteiligt.

Das deutsche Einsatzkontingent ist nach Angaben der Bundeswehr mittlerweile auf 194 Männer und Frauen angewachsen. Mitte Dezember war bereits ein Team mit zwei "Tornados" als Vorkommando nach Incirlik gestartet.

Zudem unterstützt die deutsche Luftwaffe die Anti-IS-Allianz mit einem Airbus, der Kampfflugzeuge in der Luft betanken kann. Außerdem ist die Fregatte "Augsburg" zum Schutz des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" im Einsatz.

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Afghanistan

Resolute Support: 13 Jahre währte der Kampfeinsatz der "International Security Assistance Force" (Isaf) in Afghanistan. Er endete am 31. Dezember 2014. Seitdem sieht die Nato ihren Auftrag darin, die afghanischen Sicherheitskräfte zu beraten und auszubilden. Deutschland beteiligt sich an der Mission "Resolute Support" mit bis zu 850 Soldaten.

Die Sicherheitslage ist aber weiter prekär. Nach den jüngsten Rückschlägen beschloss das Kabinett eine moderate Ausweitung des Einsatzes. Die Obergrenze steigt auf 980 Soldaten.

Unama: Die "United Nations Assistance Mission" in Afghanistan begann im März 2002. Die Uno unterstützt die Regierung Afghanistans beim Auf- und Ausbau rechtsstaatlicher Strukturen. Die Bundeswehr unterstützt die Mission personell seit März 2004 mit militärischen Beratern in Kabul.

DPA

Horn von Afrika

Atalanta: Seit 2008 läuft die "Eunavfor Operation Atalanta". Sie soll humanitäre Hilfstransporte für Somalia schützen und vor allem die Piraterie auf See bekämpfen. Deutschland ist seit ihrem Beginn an der Mission beteiligt.

Bisher sind verschiedene Korvetten und ein Seefernaufklärungsflugzeug im Einsatz gewesen. Ab 2016 wird erstmals ein U-Boot am Horn von Afrika dabei sein. Seit drei Jahren ist die Piraterie stark rückläufig.

DPA/ Bundeswehr / Florian Räbel

Irak

94 Bundeswehrsoldaten bilden in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil einheimische Kämpfer aus - kurdische Peschmerga, Jesiden und Kakai. Für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) lieferte Deutschland zudem Waffen und Militärmaterial in den Irak.

Die Bundesregierung plant derzeit eine Ausweitung des Mandats auf 150 deutsche Soldaten.

DPA

Kosovo

Kfor: Mit 907 Soldaten ist der Kfor-Einsatz der Bundeswehr momentan der zweitgrößte Einsatz der deutschen Truppe. Die Mission läuft unter dem Schirm der Nato. Aufgabe der ausländischen Streitkräfte im Kosovo ist die Stabilisierung des Landes.

Es ist mittlerweile der längste Einsatz, an dem die Bundeswehr beteiligt ist: Der Bundestag billigte ihn bereits vor mehr als 16 Jahren. Es war der erste Kampfeinsatz in der Geschichte der Bundeswehr und die erste Entscheidung dieser Art, die der Deutsche Bundestag treffen musste.

DPA

Liberia

Unmil: Drei deutsche Soldaten sind in der Uno-Mission zur Stabilisierung Liberias eingesetzt. Das Mandat erteilte der Bundestag im Mai 2015. Damit ist Deutschland auch nach der Eindämmung der Ebola-Epidemie in der Region aktiv. Auftrag der Mission, die bereits seit 2003 existiert, sind der Schutz der Bevölkerung und die Unterstützung von humanitären Hilfsleistungen.

DPA

Libanon

Unifil: Die Blauhelm-Mission läuft bereits seit 1978. Die Soldaten setzen sich für Frieden zwischen dem Libanon und Israel ein. Am Beginn der "United Nations Interim Force in Lebanon" stand die Überwachung eines angestrebten Waffenstillstands. Heute sind 10.500 Mann aus 39 Nationen beteiligt.

Nach dem Zweiten Libanonkrieg 2006 wurde das Mandat ergänzt. Seitdem geht es auch darum, die Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel über das Meer zu verhindern. An der Operation auf See sind auch deutsche Schiffe und Boote beteiligt. Die Libanesische Marine hat Ausrüstung von Deutschland erhalten, darunter Wachboote und Küstenradarstationen. Deutsche Marinesoldaten bilden Libanesen aus – inzwischen ein Schwerpunkt des deutschen Engagements.

DPA/ Bundeswehr/ Falk Bärwald

Mali

EUTM: Bei der EU-Ausbildungsmission in Mali sind 207 deutsche Soldaten im Einsatz. Das Mandat zur Unterstützung der "European Training Mission Mali" erteilte der Bundestag 2013.

Minusma: An der Uno-Mission zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes, die in Mali und im Senegal operiert, beteiligen sich zehn Bundeswehrangehörige - es sollen aber bald deutlich mehr werden: Die Bundesregierung will das Mandat auf 650 Soldaten ausweiten.

DPA

Mittelmeer

Eunavfor Med, Operation Sophia: Seit Juni 2015 beteiligt sich Deutschland an dieser Mission. Die Schiffe des Verbands gehen gegen Schleusernetzwerke und Schlepper vor, bergen aber auch Menschen aus Seenot. Bis Ende Oktober rettete allein die deutsche Marine mehr als 8000 Flüchtlinge.

OAE: An der Nato-geführten "Operation Active Endeavour" zur Sicherung der Seewege nimmt die Bundeswehr in Abständen teil. Die seit 2001 andauernde Mission hat das Ziel, terroristische Aktivitäten im Mittelmeer zu entdecken. Im Wesentlichen wird der Seeraum überwacht.

DPA

Somalia

EUTM SOM: Die EU-Ausbildungsmission unterstützt das Land beim Aufbau funktionsfähiger Sicherheitsstrukturen. Die Bundeswehr beteiligt sich seit März 2010 in der Mission, derzeit sind zwölf deutsche Soldaten eingesetzt.

DPA

Sudan

Unamid: An der Uno-Mission in der sudanesischen Krisenregion Darfur sind sieben deutsche Soldaten beteiligt. Kern der "United Nations-African Union Hybrid Mission“ ist die Unterstützung des Darfur-Friedensabkommens von 2006 und der Friedensverhandlungen.

AFP

Südsudan

Unmiss: 19 Bundeswehrsoldaten sind in der Uno-Mission im Südsudan im Einsatz. Ziele sind der Staatsaufbau und der Schutz von Zivilisten in dem mit vier Jahren jüngsten Staat der Erde. Der Kernauftrag der "United Nations Mission in the Republic of South Sudan" ist der Schutz der Zivilbevölkerung.

DPA/ Bundeswehr

Türkei

Active Fence Turkey: Seit Dezember 2012 schützten deutsche Soldaten im Rahmen der Nato den Luftraum über dem türkischen Kahramanmaras vor einem möglichen Beschuss aus Syrien. Im Einsatz sind bis zu 400 Soldaten und "Patriot"-Flugabwehrraketen.

Das Mandat läuft allerdings bald aus: am 31. Januar 2016.

DPA/ Pressezentrum Luftwaffe

Syrien

Der Einsatz in Syrien umfasst bis zu 1200 Soldaten mit sechs Aufklärungsflugzeugen des Typs Recce-"Tornado", einem Tankflugzeug, Satellitentechnik sowie einer Fregatte. Ziel ist die Bekämpfung des IS.

DPA/ MAP

Westsahara

Minurso: Bei der Uno-Mission in der Westsahara ist die Bundeswehr mit vier Soldaten engagiert.

Ziel des bereits seit 1991 andauernden Einsatzes ist ein Referendum über den Status der von Marokko besetzten früheren spanischen Kolonie. Die Hauptaufgabe ist es, den Waffenstillstand zwischen dem Königreich und der "Befreiungsbewegung" Frente Polisario zu überwachen.

heb/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 85 Beiträge
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1. die Regierung ist nicht instande
Umbriel 08.01.2016
organisierte Straßenkriminelle zu ermitteln, die den oeffentlichen Frieden gefährden. Und sucht dafür mit fliegenden Superkameras in Syriens Steppen nach Wahrheiten. Die Politik erreicht eine neue Stufe des gespielten Irrsinns. Ich hoffe die Menschen werden anfangen sich ernsthafter bei ihrer Regierung um Ehrlichkeit zu bemühen.
2. Die Luftwaffe
Umbriel 08.01.2016
wird die Ursache fuer das Problem mit islamistischen Aktivisten in Europa nicht in Syrien finden und lösen können, es liegt an anderen Orten die sich jeder denken kann der mag.
3. Bravo
widder58 08.01.2016
für diesen Scheineinsatz setzt man also Deutschland einer zusätzlichen Terrorgefahr aus. Nach den ersten Anschlägen wird man wieder aus allen Wolken fallen, Lichterketten aufstellen und scheinheilige Solidaritätsbekundungen organisieren.
4. Viel Glück !
lies.das 08.01.2016
Frieden ist im Nahen Osten leider nicht umsonst zu haben. Dort kann er nur militärisch erkämpft werden. Wer dem militanten Islamisten-Terror pazifistisch ("friedliebend") nur zuschaut, unterstützt den Terror der Mörderbanden durch inhumanes Unterlassen. Die Tornado-Piloten verdienen Respekt - und viel Glück.
5.
muellerthomas 08.01.2016
Zitat von widder58für diesen Scheineinsatz setzt man also Deutschland einer zusätzlichen Terrorgefahr aus. Nach den ersten Anschlägen wird man wieder aus allen Wolken fallen, Lichterketten aufstellen und scheinheilige Solidaritätsbekundungen organisieren.
Ich würde eher vermuten, dass die Menschen, die an Lichterketten teilnehmen, gegen den Tornadoeinsatz sind.
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