Einsatz am Hindukusch: Bundeswehr verkleinert Truppe in Afghanistan deutlich
Die Bundeswehrtruppe in Afghanistan soll bis Ende Februar 2014 von derzeit 4760 auf 3300 Soldaten reduziert werden. Das schlugen Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor. Das letzte Wort hat der Bundestag.
Berlin - Die Bundeswehr wird ihre Präsenz in Afghanistan stark reduzieren. Das deutsche Kontingent soll von derzeit 4760 auf 3300 Soldaten am Hindukusch sinken. Das teilten Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch mit.
Zugleich plant die Bundesregierung ein auf 13 Monate angelegtes Mandat - ein Monat länger als das bisherige -, das noch vom Bundestag bestätigt werden muss. Das jetzige Mandat läuft Ende Januar aus. Bis dahin sollen noch höchstens 4400 Bundeswehrsoldaten am Hindukusch im Einsatz sein.
Noch vor Weihnachten will die Regierung den neuen Mandatstext beschließen und dann dem Bundestag zur Beratung übergeben. Traditionell setzt die schwarz-gelbe Koalition darauf, dass ein solches Mandat die breite Zustimmung im Bundestag finden soll.
Der SPIEGEL hatte bereits Mitte Oktober berichtet, dass das deutsche Kontingent vor dem Abzug der Isaf-Truppen (International Security Asistance Force) bis Ende des neuen Mandats im Februar 2014 auf deutlich unter 4000 Mann absinken soll.
Bereits vor zwei Jahren hatten die Staatschefs beschlossen, die Mission Isaf spätestens Ende 2014 zu beenden. Derzeit sind noch rund 63.000 internationale Soldaten in Afghanistan stationiert. Bis Ende 2014 sollen diese vor allem die afghanischen Sicherheitskräfte so weit ausgebildet haben, dass diese ab 2015 selbst die Verantwortung in Afghanistan übernehmen können.
Deutschland hat derzeit 4760 Soldaten in Afghanistan stationiert, damit ist die Bundeswehr nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Truppensteller. Die deutsche Beteiligung an der Isaf ist nach wie vor der mit Abstand größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Er war Anfang 2002 gestartet worden.
Auch ab 2015 sollen noch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan bleiben - vor allem zur Beratung und Ausbildung der afghanischen Armee. Die Zahl ist aber noch völlig offen. Auch diese Soldaten müssen geschützt werden, so dass voraussichtlich auch ausländische Kampftruppen in Afghanistan bleiben werden.
Bundesverteidigungsminister de Maizière hatte die deutschen Soldaten am Hindukusch erst Anfang der Woche besucht. Für die Gesamtstärke der neuen Afghanistan-Truppe wird mit 10.000 bis 40.000 Soldaten spekuliert.
heb/dpa/Reuters
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