Bundeswehr Verteidigungsministerium will 450 Millionen Euro für Waffen ausgeben

Raketenwerfer, Hubschrauber und Transportflugzeuge für Hunderte Millionen soll die Bundeswehr erhalten, berichten mehrere Medien. Hinzu kommt ein neuer Leasingvertrag für israelische Drohnen.

Schützenpanzer Puma: Verbesserungen geplant
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Schützenpanzer Puma: Verbesserungen geplant


Die unter Ausrüstungsmängeln leidende Bundeswehr soll neue Waffen für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag bekommen.

Eine Liste des Verteidigungsministeriums beinhalte 18 Posten mit einem jeweiligen Bestellwert von über 25 Millionen Euro, berichten das "Handelsblatt" und die "Bild"-Zeitung. Die Liste ist demnach allerdings "vorläufig" und soll noch vom Haushaltsgesetz 2018 abhängen.

Die Truppe soll unter anderem neue Raketenwerfer, Rettungshubschrauber, Transportflugzeuge und Gefechtsstände erhalten. Die Bestellliste beinhaltet den Berichten zufolge auch einen Leasingvertrag für israelische Drohnen des Typs "Heron TP", schreiben "Bild" und "Handelsblatt".

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Waffensysteme der Bundeswehr: Bedingt einsatzbereit

Für die kommenden neun Jahre soll der neue Vertrag gut eine Milliarde Euro kosten. Geleaste Aufklärungsdrohnen setzt die Bundeswehr bislang bereits in Afghanistan und Mali ein. Hierfür sollen die Betreiberverträge bis Ende Februar 2020 verlängert werden, darauf hatten sich CDU, CSU und SPD bereits im Koalitionsvertrag verständigt.

Verteidigungs- und Entwicklungsausgaben sollen eins zu eins steigen

Außerdem sind den Berichten zufolge Verbesserungen für den Schützenpanzer Puma und einen Instandhaltungsvertrag für den Hubschrauber NH90 geplant. Zuletzt war mehrfach Kritik an der Ausrüstung und Einsatzfähigkeit der Bundeswehr laut geworden. Im jüngsten Bericht des Verteidigungsministeriums über die Funktionsfähigkeit der Hauptwaffensysteme war von teilweise gravierenden Mängeln die Rede.

Verbunden ist die Steigerung im Verteidigungsetat mit einem Aufwuchs bei der Entwicklungshilfe. Union und SPD hatten sich in den Koalitionsverhandlungen auf ein Verhältnis von eins zu eins bei Rüstungsausgaben und Mitteln für Entwicklungshilfe geeinigt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte am Sonntag für seinen Etat in diesem Jahr eine Milliarde Euro zusätzlich. Damit wolle er Krisenländer unterstützen, die Hilfe für Afrika ausbauen und dazu beitragen, Flüchtlingen in ihren Heimatregionen eine Perspektive zu geben, sagte Müller der "Welt".

Der Entwicklungsetat betrug dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 8,5 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt waren die Entwicklungshilfeausgaben Deutschlands zuletzt gesunken. Geplant ist bislang, in der kommenden Legislaturperiode zwei Milliarden Euro für Entwicklungshilfe aufzuwenden.

cht/dpa/Reuters/AFP



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quark2@mailinator.com 23.04.2018
1.
Leasing für Drohnen aus Israel ? Also mal abgesehen davon, daß man mit dem Geld dann das israelische Vorgehen gegen die Palästinenser querfinanziert - was machen diese Drohnen in ihrer Freizeit ? Man darf ja dann davon ausgehen, daß die Daten parallel auch im Gelobten Land landen, oder ? Aber auch Raketenwerfer etc. scheinen mir an den realen Bedrohungen meilenweit vorbei zu gehen. Unser Land steht schlecht da, wenn es um Kommunikation und Datensicherheit geht (komplett abhängig und abhörbar vom Großen Bruder). Und wir haben wenig in der Hand, wenn es darum geht, unser eigenes Stück Sandkasten zu verteidigen. Da sollte man sich die Schweiz zum Vorbild nehmen. Ich meine hier nicht die Armada einer virtuellen russischen Panzerarmee. Die müßte sich der ganzen NATO entgegen stellen, um hier anzukommen. Die Bundeswehr hat die Aufgabe sich zu fragen, was sie tun soll, wenn es mit direkten Nachbarn ernsthaft Streß gibt. Ja klar, kann per Definition nicht vorkommen. Aber diesbezüglich hab ich seit 1990 andere Erfahrungen.
coyote13 23.04.2018
2. Klaro, das Läuft dann so ab . . .
. . . das Bundeswehrbeschaffungsamt lässt die Anforderungen zusammenstellen; dann schreiben irgendwelche Experten das Pflichtenheft; dann überlegt man sich wie man die EU und US Konkurrenz draussen lassen kann; dann werden die Pflichtenhefte an die üblichen Verdächtigen verteilt - Rheinmetall - MTU - und Konsorten; dann kommen Angebote; dann wertet BW aus; dann müssen Demos geamcht werden; dann wird Pflichtenhefte modifiziert (weil was man wollte gibt es nicht oder ist zu teuer); und dann - endlich - 8 Jahre später - wird ein Auftrag vergeben - Hallelulah! Und alle sind stolz und glücklich!
gunpot 23.04.2018
3. Habe ich richtig gelesen
die Bundeswehr benötigt einige hundert Millionen, um Ausrüstungsmängel zu beheben. Ich glaube, hier wären wohl mehrere Milliarden angemessener. Und überhaupt, nun will man Drohnen aus Israel leasen. Wo ist denn unsere militärische Spitzentechnologie? Eignet sich wohl nur für Exporte in Drittweltländer. Die deutsche Industrie ist gefordert, die Drohen in D herzustellen. Kriegen wir das nicht hin, dann sollten wir den Wehrauftrag total überdenken. Ich vermisse Aussagen der deutschen Industrie, dass sie durchaus in der Lage ist, Drohnen herzustellen, die dem Anforderungsprofil der Bundeswehr entsprechen.
SPONU 23.04.2018
4. Hin- und hergerissen
Einerseits sagt meine pazifistische Hirnhälfte "Das braucht es alles nicht. Lieber die 450 Millionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur stecken und so das Land fit machen für die Herausforderungen der Zukunft." Dann meldet sich aber die andere Seite und erwähnt, dass militärische Bedrohungen und Einsatzszenarien wohl immer noch zu den Herausforderungen des Landes gehören. Man kann sich schlecht zu seiner Verantwortung innerhalb der NATO, der EU und höheren Zielen (UN sanktionierte Einsätze) bekennen aber gleichzeitig die eigenen Leute mit Hellebarden und Bobbycars losziehen lassen. Zu einem freien, demoikratischen Land im Verbund mit anderen freien, demokratischen Ländern gehört auch ein Militär welches im Extremfall diese Freiheit gegen äussere Feinde zu schützen vermag.
jacktrevor 23.04.2018
5. 450 Millionen??
Das ist nichts. Das eigentliche Problem ist, hat man ein System ersteinmal Verkommen lassen, faengt man ganz von vorne an. Da helfen auch Miliarden nicht das ueber Nacht zum laufen zu bekommen, das braucht Jahre und durchdachte Konzepte. Ungluecklicherweise ist das mit vielen Sachen in Deutschland so. Polizei, Infrastrucktur,Bildung,Altersversorgung u.s.w. Trotz schwarzer Null wuerde das den Haushalt sprengen. Auch die Fachleute fehlen.Diese sind abgewandert und im Ausland. Was in Deutschland ist, das ist 2te Garnitur oder auch 3te. Nur das kann die Regierung der Oeffentlichkeit nicht auftischen, diese koennen den Bundestag oder andere Institute noch nicht eiinmal vor Hackerangriffen schuetzen. Diese wuerden dann Rebellieren. So Merkelt man eben weiter, wie in der alten DDR. Mit Scheinerfolgen, Steuererhoehungen, Nebelgranaten. Das hilft aber nur soundsolange. Auch eine neue Partei haette damit Ihre Schwirigkeiten, ich bin kein AFD Waehler, aber vieleicht waere das ein Anfang.
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