Bundeswehr Leyen-kritischer General verlässt die Truppe

Einer der letzten kritischen Top-Offiziere scheidet aus der Bundeswehr aus. Nach SPIEGEL-Informationen wechselt Drei-Sterne-General Leidenberger auf eigenen Wunsch in einen Ziviljob.

Frank Leidenberger
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Frank Leidenberger


Bisher zählte Generalleutnant Frank Leidenberger zu den Karriere-Soldaten der Bundeswehr. Der 59-Jährige war mehrmals im Afghanistan-Einsatz, daheim leitete er das Planungsamt der Bundeswehr. Aktuell ist der Drei-Sterne-General im Heeres-Kommando eingesetzt.

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Nun aber hat Leidenberger die Reißleine gezogen. Nach SPIEGEL-Informationen zieht er sich auf eigenen Wunsch aus der militärischen Führung zurück. Stattdessen wird er im Herbst ziviler Geschäftsführer der Bundeswehr-Tochterfirma BWI, die alle Digital- und Vernetzungsaufgaben der Truppe organisiert.

Das Bundeskabinett bestätigte am Mittwoch die Personalie. Schon im September soll der General von der Bundeswehr beurlaubt werden, um den neuen Job antreten zu können.

Die Personalie wird in der Truppe viel beachtet, weil Leidenberger zu den letzten hochrangigen Soldaten gehörte, die intern Kritik an den Entscheidungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gewagt hatten.

Ursula von der Leyen
DPA

Ursula von der Leyen

So hatte Leidenberger von der Leyens pauschale Verurteilung aller Soldaten nach der Affäre um den rechten Offizier Franco A. zurückgewiesen. Die Skandale bei der Ausbildung wie in der Pfullendorf-Kaserne hielt er für aufgebauscht, die Reformen beim Rüstungseinkauf für zu zaghaft.

Intern heißt es, dass Leidenberger wegen seiner Offenheit und der Kritik an der Ministerin keine Chance auf weitere Karrieresprünge bei der Bundeswehr hatte und deswegen das Angebot der BWI annahm. Zwar ist der BWI-Job gut dotiert, heißt es, für einen Soldaten wie Leidenberger aber zähle das wenig.

Von der Leyen hatte mit dem Luftwaffen-Inspekteur Karl Müllner kürzlich einen internen Kritiker kaltgestellt, der General wurde ohne Angabe von Gründen in den Ruhestand geschickt. Müllner hatte von der Leyen in der Diskussion um einen neuen Kampfjet für die Bundeswehr öffentlich widersprochen.

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mgb

insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
matthias.ma 03.08.2018
1. Karrieresprünge
Welche Karrieresprünge sollte denn ein Drei-Sterne-General noch machen? Es gibt höchstens noch einen vierten, aber eigentlich nur einen (Generalinspekteur) und noch ein paar irgendwo in der Nato-Struktur. Der hat DIE Karriere gemacht, die ein Soldat machen kann.
leuchtehh 03.08.2018
2. Toll
Was weiß denn ein popeliger General schon. Frau v.d. Leyen kann sich gerne mit Speichelleckern umgeben, allein es wird nicht reichen. BW ade.
halihalo52 03.08.2018
3.
Fachwissen ist doch bei dieser Dame nicht gefragt, da sie es selbst nicht hat.....ja, bei keinem ihrer Ministerposten je hatte.....
foreigner99 03.08.2018
4. Kompetenz
Dass Frau von der Leyen, was auch immer sie bisher getan hat, vor Kompetenz nicht gerade strotzt, ist hinlänglich bekannt. Jeder ist zu beneiden, der diesen müden Haufen, der sich Bundeswehr nennt, verlassen kann.
tomrobert 03.08.2018
5. Die von der Leyen erscheint mir die einzige Fehlbestzung
Und mittlerweile wird den Leuten immer bewußter, das diese Ministerin nichts für die Bundeswehr geleistet hat . Im Gegenteil, sie hat noch mehr Unruhe hinein gebracht, die Konzerne geschützt und Geld vergeudet. Wer haftet eigentlich für den Mist den die gemacht hat?
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