Einsatz in Krisengebieten Bundeswehr will Flugzeuge für Spezialeinsätze anschaffen

Die Bundeswehr stockt bei den Transportflugzeugen auf: In fünf Jahren sollen einige Flieger vom Typ C-130J für Spezialeinsätze zur Verfügung stehen.

Transportflugzeug des Typs C-130J
AP

Transportflugzeug des Typs C-130J


Sie könnten für Evakuierungen in Krisengebieten eingesetzt werden: Das Verteidigungsministerium möchte vier bis sechs Transportmaschinen vom Typ C-130J für die Bundeswehr anschaffen. Das teilte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Rande eines Treffens mit ihrem Amtskollegen Jean-Yves Le Drian in Paris mit.

Die Flieger sollen vom US-Hersteller Lockheed Martin gekauft werden. Ab 2021 könnten sie dann für Spezialoperationen eingesetzt werden. Hintergrund für die Anschaffung ist, dass das Verteidigungsministerium die Eignung der von Airbus hergestellten A400M-Flugzeuge für solche Einsätze infrage stellt. Ministerin Ursula von der Leyen unterzeichnete jetzt in Paris mit ihrem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian eine Vereinbarung, nach der die deutschen C-130J in Frankreich zusammen mit französischen Flugzeugen desselben Typs stationiert werden sollen - wahrscheinlich in Orleans, westlich von Paris.

Die französische Luftwaffe besitzt bereits 14 Flugzeuge dieses Bautyps. Von der Leyen sagte, das Projekt sei beispielhaft für das große Vertrauen zwischen Deutschland und Frankreich. Die seit 60 Jahren von Lockheed Martin produzierte und von sehr vielen Streitkräften weltweit genutzte C-130J ist kleiner und wendiger als die A400M und gilt als geeigneter für Landungen auf unbefestigten Pisten. Was die Anschaffung kostet, ist allerdings noch unklar.

Die Bundeswehr hat 53 -Flugzeuge vom Typ A400M bestellt, fünf lieferte der Hersteller bisher aus. Sie sollen ab 2021 die jetzt schon bis zu 49 Jahre alten Transportflugzeuge vom Typ "Transall" ersetzen, die ausgemustert werden.

Bei den deutlich größeren und moderneren Maschinen kam es in den letzten Jahren allerdings immer wieder zu Pannen und Produktionsverzögerungen. Die Triebwerke von ausgelieferten Maschinen wiesen Mängel auf, Späne aus Zahnrädern lösten sich, sogar ein Triebwerk fiel aus.

mho/dpa



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