Einigung auf Definition Zehn Millionen Deutsche sind jetzt Veteranen

Bislang konnten das Verteidigungsministerium und Soldatenverbände sich nicht auf den Veteranenbegriff einigen. Nun steht die Definition offenbar fest - und soll nicht an Dienstzeitlänge oder Funktion gebunden sein.

Soldaten in der Grundausbildung
DPA

Soldaten in der Grundausbildung


Nach jahrelangem Streit haben sich das Bundesverteidigungsministerium, der Bundeswehrverband und der Reservistenverband auf eine gemeinsame Definition geeinigt: In Deutschland gibt es jetzt offiziell Veteranen. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

Die jetzige Einigung ist die breitest mögliche Definition. Demnach ist derjenige Veteran, der entweder aktiver Soldat ist oder bei der Bundeswehr gedient hat und nicht unehrenhaft entlassen wurde. Die Bezeichnung Veteran ist laut der Zeitung nicht an Dienstzeitlänge oder Funktion innerhalb der Bundeswehr gebunden. Auch ein Auslandseinsatz sei keine Bedingung.

Nach der jetzigen Einigung gebe es nun mehr als zehn Millionen Veteranen in Deutschland. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte zur "Bild am Sonntag": "Alle Veteranen eint, ob sie in Auslandseinsätzen, im Kalten Krieg oder im Grundbetrieb gedient haben, dass sie sich in der Uniform der Bundeswehr für Frieden und Freiheit unseres Landes eingesetzt haben." Dafür gebühre ihnen ein Leben lang Respekt und Anerkennung.

Wie die Würdigung von Veteranen konkret aussehen soll, ist unklar. Das Verteidigungsministerium will Vorschläge erarbeiten. André Wüstner, Vorsitzender des Bundeswehrverbandes, sagte: "Inwieweit es tatsächlich einen Bedarf an einem Veteranen-Abzeichen gibt, wird sich zeigen. Viel wichtiger sind eine bessere Fürsorge wie Familientherapien für Einsatzversehrte und mehr Wertschätzung."

Ex-Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte 2012 die Diskussion um den Veteranenbegriff gestartet.

cop

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