Nato-Übung in Norwegen Bundeswehr zieht positive Bilanz

Die Bundeswehr ist mit dem Verlauf der Nato-Übung in Norwegen zufrieden, sieht aber auch Verbesserungspotenzial. Für Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus gehört dazu auch eine bessere Ausstattung.

Brigadegeneral Michael Matz
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Brigadegeneral Michael Matz


Die Nato-Übung ist aus deutscher Sicht sehr gut gelaufen: So habe die Verlegung von Truppen und Material reibungslos funktioniert, sagte Brigadegeneral Michael Matz über das Nato-Manöver "Trident Juncture" in Norwegen. Matz zieht eine positive Bilanz. Doch er sieht auch Verbesserungspotenzial.

Mit einigen internationalen Partnern sei die Abstimmung verbesserungsfähig. Zudem könne man bei der Verlegung von Truppen in andere Bündnisstaaten schneller werden, sagte der oberste deutsche militärische Repräsentant bei der Übung.

Die Bundeswehr hatte für das am Mittwoch zu Ende gegangene Großmanöver mehr als 8000 Soldaten nach Norwegen verlegt. Damit war Deutschland zweitgrößter Truppensteller nach den USA. Insgesamt nahmen etwa 50.000 Soldaten aus den 29 Nato-Staaten sowie den Partnerländern Finnland und Schweden an "Trident Juncture" teil.

Ziel des Manövers war es, ein Signal der Abschreckung an Russland zu senden und für den sogenannten Bündnisfall zu trainieren. Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten dann die anderen Alliierten Beistand leisten.

Bundeswehr wird besser ausgestattet

Bereits im Weißbuch 2006 stand, dass Deutschland gefordert sei, mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Ralph Brinkhaus, bekräftigte nun das Ziel der Regierung, die Bundeswehr besser auszustatten. "Wir erhöhen die Ausgaben für die Bundeswehr jetzt erheblich. Das ist in unserem eigenen Interesse und vor allem im Interesse unserer Soldaten", sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

Der Bundeswehretat soll nach dem Entwurf von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im kommenden Jahr um vier Milliarden Euro auf knapp 43 Milliarden Euro erhöht werden. Allerdings liegt diese Zahl immer noch weit entfernt vom Zwei-Prozent-Ziel, wonach die Verteidigungsausgaben bis 2024 zwei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmachen sollen.

US-Präsident Donald Trump hat dies vor allem von Deutschland immer wieder angemahnt. Die Bundesregierung wird das Ziel wohl nicht erreichen. Am Donnerstag will der Haushaltsausschuss in seiner "Bereinigungssitzung" letzte Hand an den Bundesetat 2019 legen.

höh/AFP/dpa



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charly05061945 08.11.2018
1. Positive Bilanz
Positive Bilanz - was sollen die entsprechenden Damen und Herren denn sonst in der Öffentlichkeit sagen - sich selbst in Frage stellen und eine ehrliche Bilanz nach 5 Jahren vdL ziehen?
auweia 08.11.2018
2. Recht so.
Trident Juncture zeigt, dass die Bw ihre Aufgaben durchaus erfüllen kann, wenn sie die dafür notwendigen Mittel (Gerät, Personal, Budget...) hat. Das ist kein Grund nachzulassen, wir können die künftigen Aufgaben mit ihren jeweiligen Spezoalbedürfnissen nicht kennen. Es müssen also auch Fähigkeiten und Redundanzen vorgehalten werden, die nicht akut gebraucht werden. Daher sollte das 2%-Ziel weiterhin aufrecht erhalten werden.
Fuscipes 08.11.2018
3.
Verantwortung übernehmen, mit den eigenen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen bedeutet aber nicht militärisch weltweit präsent zu sein. Verantwortung übernehmen, heißt auch keine Waffen in Kriege und Spannungsgebiete zu liefern. Eine weltweite Aufrüstung wird die europäische Lage nicht sicherer machen und im zivilen Bereich liegen dann Projekte auf Eis, die einer friedlichen Entwicklung dienlicher wären. Herr Trump hat schon einiges angemahnt, Herr Obama und Herr Bush auch, und in ein Weißbuch könnte man auch diese Sätze schreiben. 2006 wurde ein zwei % Ziel definiert der Nato definiert, welches auf den Prüfstand gehört. Nun wird eine Bereinigungssitzung des Haushalts 2019 abgehalten und die eine oder andere Milliarde oben drauf gepackt, die an anderer Stelle fehlen werden.
skeptikerjörg 08.11.2018
4. Mag ja sein
Es mag ja zutreffen, dass die Übung an sich positiv verlaufen ist und ihren Zweck erfüllt hat. Bestimmt hat auch Verlegung, Transport und Anschlusslogistik der Bundeswehranteile geklappt - man hatte ja auch 2 Jahre Zeit für Vorbereitung und Planung. 2 Jahre, nicht 30 Tage! Tatsache ist aber auch, dass wieder einmal das Material und Großgerät zur Ausstattung der 8.000 deutschen Übungsteilnehmer aus der gesamten Bundeswehr "zusammengeklaut" werden musste. Mit anderen Worten, um 8.000 Mann, davon die Hälfte Logistik- und Kampfunterstützung, zum Einsatz zu bringen, liegt der Rest der Bundeswehr lahm. Das unter zu Guttenberg und de Maziaire erfundene und Ja-Sagern in Uniform mitgetragene Materielkonzept der Teilausstattung schlägt immer noch massiv durch.
m.klagge 08.11.2018
5. Danke, liebe Bundeswehr,
dass du und für dieses mal vor der Invasion der bösen Russen bewahrt hast. Wir werden dir auch weiterhin genug Geld bereitstellen um die besten Waffen und VerteidigungsministerInnen zu kaufen die es gibt. Dann können wir auch weiterhin gut schlafen und müssen uns keine Gedanken darüber machen welchen gefährlichen Kurs unser großer Verbündeter fährt.
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