Katalanischer Separatist Gysi fordert Auslieferungsstopp für Puigdemont

Linken-Politiker Gregor Gysi schaltet sich in den Fall des katalanischen Politikers Carles Puigdemont ein. Die Bundesregierung solle dessen Auslieferung verhindern.

Gregor Gysi
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Der Vorsitzende der Europäischen Linken, Gregor Gysi, verlangt von der Bundesregierung, dass die eine Auslieferung des katalanischen Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont nach Spanien unterbindet.

"Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland nicht gewillt ist, zum Gehilfen der spanischen Regierung bei der Inhaftierung von Katalanen zu werden und Verantwortung für eine weitere gewaltsame Zuspitzung des Konflikts mitzuübernehmen und selbst Bestandteil dieses Konflikts zu werden", sagte Gysi der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der Konflikt zwischen Spanien und Katalonien könne nur politisch und nicht über Inhaftierungen und Verurteilungen gelöst werden, sagte Gysi. "Deutschland sollte wie Belgien die Finger davon lassen", mahnte er. Hilfen zur politischen Lösung des Konflikts seien deutlich sinnvoller.

Die Begründung der Generalstaatsanwaltschaft von Schleswig-Holstein für den Auslieferungshaftbefehl bezeichnete Gysi als "abenteuerliche Rechtskonstruktion". Die Gerichte dürften dem nicht folgen, forderte er.

Puigdemont war am 25. März auf Grundlage eines von einem Gericht in Madrid erneuerten europäischen Haftbefehls bei der Durchreise durch Schleswig-Holstein festgenommen worden. Seitdem befindet er sich in der Justizvollzugsanstalt in Neumünster in Gewahrsam. Am Dienstag beantragte die Generalstaatsanwaltschaft von Schleswig-Holstein einen Auslieferungshaftbefehl, da ein zulässiges Auslieferungsersuchen vorliege.

cht/dpa



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