Neuer Bremer Bürgermeister Sieling soll Böhrnsen-Nachfolger werden

In Bremen ist ein Kandidat für die Nachfolge des zurückgetretenen SPD-Bürgermeisters Böhrnsen gefunden: Carsten Sieling, Bundestagsabgeordneter der SPD. Der pendelt bislang noch zwischen der Hansestadt und Berlin.


Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling soll Nachfolger von Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) werden. Der SPD-Landesvorstand nominierte den 56-Jährigen am Montagabend als Kandidaten.

Sieling sitzt seit 2009 als Bremer Abgeordneter im Bundestag. Der 56-Jährige bezeichnet sich selbst als Pendler zwischen zwei Welten: Die eine Hälfte des Monats arbeitet der studierte Wirtschaftswissenschaftler in Berlin, die andere Hälfte verbringt er in Bremen.

Bekannt ist Sieling für seine sogenannten Praxistage in der Bremer Arbeitswelt. Der Politiker schmierte Brote in einer Obdachlosen-Suppenküche, schleppte Koffer am Flughafen, fuhr Pakete aus. Er ist nach eigenen Angaben seit seiner Jugend überzeugter Sozialdemokrat. 1995 zog er als Abgeordneter in die Bremische Bürgerschaft ein, wo er von 2005 bis 2009 Fraktionsvorsitzender war. Von 2004 bis 2006 war er zudem Bremer SPD-Landesvorsitzender, seit 2011 ist er auch im Bundesvorstand der Partei und seit 2014 Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion.

Die SPD hatte die Landtagswahl im kleinsten Bundesland am 10. Mai zwar gewonnen, aber massive Stimmverluste erlitten. Der langjährige Regierungschef Böhrnsen hatte dafür die Verantwortung übernommen und völlig unerwartet seinen Rückzug angekündigt.

Video: Böhrnsen tritt nicht mehr an

dpa/loe



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darthmax 18.05.2015
1. Bürgermeister
Müsste die Wahl nicht wiederholt werden, wenn jetzt ein nicht nominierter Funktionär Bürgermeister wird? Wird damit nicht, wie schon einmal in hamburg geschehen, der Wille des Wählers verdreht ? Das fördert die Politikverdrossenheit jedenfalls ungemein.
821943 18.05.2015
2. Alles bestens in Ordnung in Bremen!!!
Gewählt worden ist in Bremen nur die Buergerschaft, also das Stadtparlament. Und der Bürgerschaft steht es nun zu, einen geeigneten Bürgermeister zu wählen. Die bzw. der muss jetzt nur eine Mehrheit kriegen, was dem SPD-Kandidaten leicht fallen wird.
merkur08 18.05.2015
3. In Deutschland haben wir kein Personenwahl....
auch wenn viele Leute nach den Hauptkandidaten wählen, was leider auch ein Problem ist, wenn man den Kandidaten nur wählt, weil er nett aussieht. So wie Merkel der CDU die Mehrheit garantiert, weil die Leute in der jetzigen Zeit Angst vor einem radikalen Umbruch haben und die Wirtschaft ja brummt. Und es ist auch kein geeigneter Gegenkandidat zu sehen, auch weil Merkel international anerkannt und respektiert wird. Das kann in ein paar Jahren ähnlich wie bei Kohl ganz anders aussehen. Helmut Kohl hat die Zeit seines Abganges 1998 verpasst und Schröder kam an die Macht. Respekt für die Agenda 2010, auch wenn die SPD sie zurücknehmen wollte. Und deswegen wurde sie abgewählt. Viele Deutsche kapieren nicht, dass der Sozialstaat so nicht mehr zu halten ist. Frankreich wird es eher merken und Marine Le Pen wird es wohl korrigieren, Und ein sozialistischer Wirtschaftsmensch?
irrealis 18.05.2015
4. Abgesang
Ein ausgewiesener Linker. Das hat diesem gebeutelten Bundesland der allesamt vergeigten staatlichen Experimente noch gefehlt. Das Ende einer einst stolzen Hansestadt ist damit endgültig eingeläutet. Gute Nacht!
wladimir.andropowitsch 18.05.2015
5. Politikverdrossenheit?
Zitat von darthmaxMüsste die Wahl nicht wiederholt werden, wenn jetzt ein nicht nominierter Funktionär Bürgermeister wird? Wird damit nicht, wie schon einmal in hamburg geschehen, der Wille des Wählers verdreht ? Das fördert die Politikverdrossenheit jedenfalls ungemein.
Nun, ich halte das eher für so etwas wie eine erweiterte sozio-ökonomische Selbsttötung, die da von den "members" der S(chröder) P(artei) D(eutschlands) und den Nichtwählern auf eine recht niveaulose Weise inszeniert wird. Mit diesem Staat, der aus dem Komplex der Klientel- und Lobbygruppeninteressenvertretungsparlamentaristen der CDU, S()P()D(), CSU, FDP, AfD sowie dem Metzgerflügel des Bündnis 90/Die Grünen und dem "members" der bekannten deutschen Ohnemichelfraktion besteht, ist genau so wenig Staat zu machen, wie das einst mit den großbürgerlichen und kleinbürgerlichen Untertanen der Weimarer Republik der Fall gewesen ist. Dieses Neue Deutschland zerstört sich auf höchst effiziente Weise durch Destruktivität, Vettern- und Günstlingswirtschaft sowie durch das parteipolitsch und juristisch geduldete organisierte Wirtschaftskriminalitätssystem der Neuen Sozialen Marktwirtschaft, wie wir in Deutschland ja die hiesige Version der bekannten neuen amerikanischen Plutonomy der neuen amerikanischen Plutocracy zu nennen pflegen.
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