CDU-Parteitag "Wilde 13" will Debatte über Homo-Ehe erzwingen

Um die große Angela-Merkel-Show nicht zu stören, wollte die CDU-Spitze auf dem Parteitag nächste Woche offenen Streit möglichst vermeiden. Doch eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten beharrt auf einer Debatte über die umstrittene steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe.

Homosexuelle Männer (Archiv): Initiative beim CDU-Parteitag
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Homosexuelle Männer (Archiv): Initiative beim CDU-Parteitag


Berlin - Alles soll sich um Angela Merkel drehen, wenn die CDU in der kommenden Woche zu ihrem Bundesparteitag zusammenkommt. Dazu noch ein kräftiges Signal der Geschlossenheit für die bevorstehende Niedersachsen-Wahl und den folgenden Bundestagswahlkampf - so stellt sich die Parteiführung das zweitägige Treffen in Hannover vor. Störungen und Streit sind unerwünscht.

Nun droht den Christdemokraten aber doch eine kontroverse Debatte auf offener Bühne. Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten will mit einem Initiativantrag ihre Forderung für eine völlige steuerpolitische Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften zur Diskussion stellen. "In der eingetragenen Partnerschaft wird wie in der Ehe wechselseitige Verantwortung übernommen", heißt es in dem Antrag. "Dadurch wird wie in der Ehe die Gemeinschaft entlastet. Es werden wie in der Ehe konservative Werte gelebt."

Die Antragsteller fordern die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, um die steuerliche Benachteiligung eingetragener Lebenspartnerschaften zu beseitigen. Damit sollten Fraktion und Regierung "für die erforderliche Klarheit sorgen, dass auch sie im Sinne des Bundesverfassungsgerichts rechtlich verbindliche Lebenspartnerschaften anerkennen und wertschätzen".

Die Initiative kommt aus dem Kreis jener 13 Unions-Parlamentarier, die einen entsprechenden Vorstoß bereits in der Sommerpause vor einigen Wochen gestartet hatten. Der kontroverse Vorstoß hatte ihnen den Namen "Wilde 13" eingebracht. "Wir müssen diese Debatte jetzt führen", sagte der CDU-Abgeordnete Jan-Marco Luczak der "Welt". "Die CDU soll sich endlich dazu bekennen, Homosexuellen nicht nur die gleichen Pflichten, sondern auch die gleichen Rechte zuzuerkennen." Luczak sagte weiter: "Die Hoffnung der Parteiführung, dies würde das Bundesverfassungsgericht für uns erledigen, teile ich nicht. Politik darf ihren Gestaltungsanspruch nicht aufgeben, sondern muss selbst Ungerechtigkeiten beenden."

Mit dem Initiativantrag, den für eine Behandlung auf dem Parteitag 30 Delegierte unterschreiben müssen, wehren sich die Abgeordneten gegen einen Antrag aus dem konservativen Kreisverband Fulda, der die bisher in den Statuten der CDU vorgesehene Privilegierung von Ehe und Familie weiter festschreiben will. Die Antragskommission hatte diesen Antrag sprachlich und inhaltlich entschärft und in einer neuen Version zur Annahme empfohlen. Darin heißt es nun, dass auch in homosexuellen Partnerschaften "Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind". Die steuerliche Gleichstellung wird jedoch weiterhin abgelehnt.

phw



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Seite 1
baberich 29.11.2012
1.
Zitat von sysopDPAUm die große Angela-Merkel-Show nicht zu stören, wollte die CDU-Spitze auf dem Parteitag nächste Woche offenen Streit möglichst vermeiden. Doch eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten beharrt auf einer Debatte über die umstrittene steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-abgeordnete-wollen-debatte-ueber-homo-ehe-auf-parteitag-a-870080.html
Homosexualität ist genetisch bedingt. Also gänzlich biologisch bedingt!
bärtel 29.11.2012
2. nur blöd
Zitat von baberichHomosexualität ist genetisch bedingt. Also gänzlich biologisch bedingt!
Was mich jetzt interessiert, hat sich Kauder eigentlich schon von seinen zitierten Aussagen bei WO entschuldigt? Oder meinte er die Aussagen waren ensthaft? Wenn ja? Kauder halt die Fresse!!!!!!!!!!!! Glück Auf!
svki 30.11.2012
3.
Zitat von baberichHomosexualität ist genetisch bedingt. Also gänzlich biologisch bedingt!
Das "gänzlich" stimmt nicht so ganz. Auch gibt es verschiedene Meinungen dazu, warum Menschen das gleiche Geschlecht bevorzugen. Dazu zählen auch soziologische Einflüsse. Es gibt sogar Theorien, die besagen, dass ein großer Teil der Menschen bisexuell geboren wird und sich dann für eine Seite "entscheidet". Im Übrigen sollte man Homosexualität nicht nur mit Sex gleichschalten. Zu Homosexualität zählen auch emotionale und seelische Zuneigung. Andere Sache: Sollte es tatsächlich Bundestagsabgeordnete der CDU geben, die die CDU wählbar machen??? Und warum haben die nix zu sagen???
franz.a 30.11.2012
4.
Zitat von baberichHomosexualität ist genetisch bedingt. Also gänzlich biologisch bedingt!
Dann wäre es doch wohl vererbbar, oder nicht? Das scheint es aber nicht zu sein. Dazu ein ja, wobei das ein weites Feld ist und auch die Epigenetik einschließen kann, insbesondere die Produktion oder den Abbau von Hormonen.
Koda 30.11.2012
5. Also erblich?P Waren die Eltern dann auch homosexuell?
Zitat von baberichHomosexualität ist genetisch bedingt. Also gänzlich biologisch bedingt!
Erinnert mich an den Gag aus "Hot shots 2": "Die Mönche hier haben ihr ganzes Leben lang nie eine Frau gesehen; genau wie ihre Väter und Väterväter".
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