Kramp-Karrenbauer zur Kanzlerindebatte "Ich will, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt"

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer weist die Spekulationen um ein Ende der Ära Angela Merkel als Kanzlerin zurück. Sie halte die Stimmen für nicht relevant, die sich zu dem Thema äußerten.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer


Übergibt Angela Merkel nach dem CDU-Vorsitz auch die Kanzlerinnenschaft an Annegret Kramp-Karrenbauer? Nachdem die konservative "Werteunion" die Kanzlerin zum baldigen Rücktritt drängt, hat die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nun Spekulationen in der Debatte zurückgewiesen.

"Ich sehe im Moment weder in der CDU noch in der SPD relevante Stimmen, die sich mit diesem Thema ernsthaft befassen", sagte die CDU-Chefin bei Reuters-TV. "Und das ist auch richtig so. Denn wir haben eine Kanzlerin. Und wir wollen - und ich an der Spitze will -, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt." Merkel selbst hatte gesagt, dass sie bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 als Kanzlerin zur Verfügung stehe.

Die konservative "Werteunion" hatte offen für einen baldigen Wechsel im Kanzleramt plädiert. Ihr Vorsitzender Alexander Mitsch forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der "Passauer Neuen Presse" dazu auf, ihr Amt bald an die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer abzutreten. "Es wäre für die Union das Beste, wenn Frau Merkel ihr Amt geordnet und möglichst bald an AKK übergibt", sagte Mitsch.

Ziemiak wirft Werteunion vor, der Union bewusst zu schaden

Im SPIEGEL hatten sich führende Sozialdemokraten gegen einen etwaigen Wechsel verweigert. Ex-SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hingegen bezeichnete solch einen fliegenden Wechsel im Kanzleramt für taktisch unumgänglich. "Ich persönlich glaube nicht, dass Angela Merkel so dumm ist, Annegret Kramp-Karrenbauer zweieinhalb Jahre wie so einen Pudel neben sich herlaufen zu lassen", sagte Gabriel der "Augsburger Allgemeinen".

Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hatte zuvor schon die Forderungen der Werteunion und Spekulationen in der SPD über einen Abtritt Merkels und Wechsel zu Kramp-Karrenbauer zurückgewiesen. "Es gibt keine Äußerung von relevanten Politikern, die jetzt einen Wechsel in irgendeiner Form an der Regierungsspitze fordern", sagte Ziemiak nach einer Präsidiumssitzung in Berlin.

Die meisten Menschen und auch CDU-Mitglieder wollten Sacharbeit und keine neue Personaldebatten. Er warf der Werteunion vor, mit dieser wiederholten Forderung der CDU bewusst schaden zu wollen.

mst/Reuters



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