Kampf um CDU-Parteispitze Kramp-Karrenbauer will mit Mitbewerbern zusammenarbeiten

Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Plan für die Zukunft der CDU vorgestellt: Als Nachfolgerin von Parteichefin Merkel wolle sie erreichen, dass sich die Menschen in Deutschland sicher fühlen.

Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin
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Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin


Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU und Kandidatin für den Parteivorsitz, hat erklärt, sie wolle einen polarisierten Wahlkampf trotz mehrerer Bewerber um das Spitzenamt der Partei vermeiden.

"Ich führe keinen Wahlkampf gegen andere", sagte Kramp-Karrenbauer zu ihrer Kandidatur bei einer Pressekonferenz in der saarländischen Landesvertretung in Berlin. Sie mache ihrer Partei vielmehr "ein Angebot", wie "ein neues Kapitel" in der CDU aussehen soll. Ihre Mitbewerber forderte Kramp-Karrenbauer auf, es ihr gleichzutun.

Nach dem angekündigten Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom CDU-Vorsitz wollen die Christdemokraten bei ihrem Hamburger Parteitag im Dezember eine neue Parteispitze wählen. Neben Kramp-Karrenbauer haben auch Gesundheitsminister Jens Spahn, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und neun weitere CDU-Mitglieder ihr Interesse bekundet.

Stimmenfang #72 - Merkels Rückzugsplan und wer ihn torpedieren kann

Deutschland habe eine "bleierne Zeit" erlebt

Die CDU-Generalsekretärin sagte weiter, sie bringe als Wahlkämpferin und langjährige Regierungschefin des Saarlands "spezielle Expertise" ein. Ihre Aufgabe als Vorsitzende sehe sie darin, "wieder dafür zu sorgen, dass eine Partei so aufgestellt ist, dass sie Mehrheiten erreichen, Wahlen gewinnen kann". Das sagte sie auch im Hinblick auf mögliche Neuwahlen zum Bundestag.

Über die Arbeit der Bundesregierung äußerte sich Kramp-Karrenbauer kritisch. Deutschland habe eine "bleierne Zeit erlebt", darin "wie die Regierung die ersten Monate gestaltet hat".

Entscheidungen in der CDU seien zu oft "durch Notwendigkeiten auf der Regierungsebene" gefallen, was in der Partei für Unmut gesorgt habe. "Diese Methode passt nicht mehr in die heutige Zeit." Regierungshandeln solle vielmehr wieder von der Partei aus mitbestimmt werden.

Zu einem möglichen Rechtskurs der CDU sagte Kramp-Karrenbauer auf Nachfrage: "Vertrauen in innere Sicherheit gewinnt man nicht durch schrille Töne, sondern nur durch konkrete Politik." Sie wolle das Vertrauen in Staat und Behörden wiederherstellen. Statistiken seien wichtig, würden aber nicht helfen, "wenn die Menschen nicht das Gefühl haben, dass sie sicher sind".

cht/lmd/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
t0schef 07.11.2018
1.
Die bleierne Zeit war ab der dritten Regierungsperiode der CDU.
Pollowitzer 07.11.2018
2. Krampe-Karenbauer ist doch nur...
...eine wirklich schlechte Fortsetzung von Merkel - Merkel hat sich sehr dicht mit ihren ergebenen Ja-Sagern umgeben und auch Kramp-Karenbauer gehört zu dieser Kategorie - der alte politische Mief würde also fortbestehen anstatt mal frisch politische Luft durch die CDU wehen zu lassen - Merkels Ja-Sager müssen alle zurück in die dritte Reihe um diese Zeit endlich zu beenden. Merz passt da bedeutend besser und auch weil er von Merkel deaktiviert und abgeschoben war.
quark2@mailinator.com 07.11.2018
3.
Merkels Trick bestand doch schon immer darin, sich selbst inhaltlich so lange nicht festzulegen, bis alle anderen den Hals vorgestreckt hatten ... Das hat sich dann entsprechend bei allen anderen als Taktik des Medienzeitalters durchgesetzt. Nicht mehr "Hier steh ich und kann nicht anders", keine klare Ansage, was man tatsächlich machen möchte, sondern nur allgemeines Konsensgerede und Buzz-word-Bingo. In den Hinterzimmern wird dann die Macht ausgekegelt. Wer sich positioniert, ist halt angreifbar. Dummerweise kommt leider nichts Konstruktives zusammen, wenn man das zu lange so macht. Friede, Freude, kein Eierkuchen.
0Kugelfang0 07.11.2018
4. Frau AKK ist gut für ......
mindestens 15% für die Union, wegen des weiter so! Tendenz sinkend! Da würde sogar der nette Herr Altmeier mehr % einfahren, das soll schon was heißen!
kuac 07.11.2018
5.
Zitat von Pollowitzer...eine wirklich schlechte Fortsetzung von Merkel - Merkel hat sich sehr dicht mit ihren ergebenen Ja-Sagern umgeben und auch Kramp-Karenbauer gehört zu dieser Kategorie - der alte politische Mief würde also fortbestehen anstatt mal frisch politische Luft durch die CDU wehen zu lassen - Merkels Ja-Sager müssen alle zurück in die dritte Reihe um diese Zeit endlich zu beenden. Merz passt da bedeutend besser und auch weil er von Merkel deaktiviert und abgeschoben war.
Ja, mehr Markt und weniger Sozialismus muss die neue Devise der CDU sein. Seit Jahren bekommen die Arbeitnehmer immer steigende Löhne und das drückt auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Damit muss Schluss sein. Banken müssen dereguliert werden, damit mehr Risikokapital zur Verfügung steht. Beim Bedarf kann man sie ja retten. Das hat auch in der Vergangenheit gut funktioniert. Nur Merz garantiert diesen neoliberalen Kurs. Das Establishment versucht jetzt Merz mit den Cum Cum Geschäften von Blackrock in Verbindung zu bringen. Merz war ja nur der Chef von Blackrock Deutschland und hatte nur begrenzte Möglichkeiten solche Geschäfte zu verbieten. Vielleicht hat er auch davon nichts gewusst.
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