Streit mit CSU CDU-Arbeitnehmerflügel droht mit eigener Bayern-Union

Was passiert, wenn der Streit in der Union endgültig eskaliert? Der CDU-Arbeitnehmerflügel fordert schon jetzt Vorbereitungen für die Gründung eines eigenen Landesverbands in Bayern.

CSU-Zentrale in München
DPA

CSU-Zentrale in München


Angesichts der anhaltenden unionsinternen Streitereien hat der CDU-Arbeitnehmerflügel der Schwesterpartei CSU mit Gründung einer Bayern-CDU gedroht. "Für den Fall der Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft sollte die CDU-Bundesgeschäftsstelle schon jetzt Vorbereitungen für die Gründung eines CDU-Landesverbandes und die Beteiligung an der bayerischen Landtagswahl treffen", sagte der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem "Handelsblatt".

"Dies könnte der CSU näherbringen, dass Wahlen auch in Bayern nicht am rechten Rand, sondern in der Mitte der Gesellschaft gewonnen werden", sagte Bäumler weiter. Die CDU habe für einen möglichen Spitzenkandidaten in Bayern "genug personelles Potenzial".

Zwischen CDU und CSU herrscht seit Tagen ein heftiger Streit über die Flüchtlingspolitik. Zuletzt kritisierte die CSU zudem die Einigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf die Schaffung eines eigenen Eurozonen-Budgets.

Viele CDU-Politiker sehen im Vorgehen der CSU einen Versuch, sich vor den Landtagswahlen in Bayern zu profilieren. Nach aktuellen Umfragen muss die CSU bei der Wahl im Oktober wegen einer starken AfD um ihre absolute Mehrheit fürchten.



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kev/AFP

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insgesamt 31 Beiträge
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Capetonian 21.06.2018
1. Die CDU hat einen Arbeitnehmerflügel??? - Seit wann???
Herr Bäumler kommt aus Baden-Württemberg. Dort ist die CDU Junior-Partner der Grünen. Das ist bemerkenswert, weil B-W einmal ein sicheres Stammland der CDU war. Ein Landesverband, der sich so abgewirtschaftet hat, kann niemandem drohen. In der heutigen Parteien-Landschaft wäre die Trennung von CDU und CSU die Marginalisierung beider Parteien. Weder CDU noch CSU stehen in der aktuellen Parteienlandschaft unter Naturschutz. Ich kannte den Namen von Herrn Bäumler vorher nicht. Er täte gut daran, die Zahl der Fraktionen im Bundestag nachzuzählen. Vielleicht kommt dann die Erleuchtung.
yvowald@freenet.de 21.06.2018
2. Trennung von CDU und CSU unvermeidlich
An einer Trennung von CDU und CSU führt kein Weg vorbei. Dazu sind die Fronten inzwischen zu verhärtet. Das alles hat ja auch ein Kalkül: Die CSU will bundesweit diejenigen Wählerinnen und Wähler zurückholen, die der AfD ihre Stimme gaben. Dazu muß sich die CSU naturgemäß von den politischen Zielen und der liberalen Politik einer CDU unter einer Vorsitzenden Angela Merkel absetzen. Und das hat sie ja bereits zur Genüge getan. Ob dies alles eine gute Lösung für unsere Republik und die Masse der Bevölkerung ist, bleibt abzuwarten.
marthaimschnee 21.06.2018
3. ich bin entsetzt und schockiert
die CDU hat einen ArbeitNEHMERflügel ???
dasfred 21.06.2018
4. Das Beste was ich seit langem von der CDU gehört habe
Wenn da für Söder und Freunde ein zwei Fronten Krieg zwischen AFD und CDU ausbricht, dann ist Schluss mit lustig. Schon ein paar Prozent für eine Bayern CDU, leicht zu gewinnen von frustrierten CSUlern machen jeden Traum von der absoluten Mehrheit zunichte. Soviele Stimmen kann die CSU der AFD gar nicht abjagen und aus ist es mit dem selbsternannten Herrschergeschlecht. Da braucht der Horst dann nicht mehr zu warten, das Angela ihm ihr vollstes Vertrauen ausspricht. Dann darf tun, wozu er da ist. Sich zum Beispiel mit dem italienischen Innenminister über die Rückführung von Flüchtlingen fetzen.
PaulchenGB 21.06.2018
5. für den Wähler wären bundesweite CDU und CSU gut
Bei der CSU weiß man was man hat. CDU, SPD, Grüne eine Einheitssoße mehr auf EU als auf Deutschland gerichtet, da weiß man auch was man hat. Der Wähler soll entscheiden.
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