Parteispende Berliner CDU-Kreisverband erhält 60.000 Euro von Immobilieninvestor

Ein Investor aus den Niederlanden hat große Baupläne für den Berliner Bezirk Lichtenberg - und zeigt sich nach SPIEGEL-Informationen großzügig gegenüber der CDU. Besteht ein Zusammenhang?

Blick auf Berlin-Lichtenberg (Archivbild)
DPA

Blick auf Berlin-Lichtenberg (Archivbild)


Der niederländische Investor Harry van Caem hat offenbar 60.000 Euro an die CDU gespendet. Das zeigen Recherchen des SPIEGEL und des Portals Abgeordnetenwatch.de.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 5/2019
Wie sich der deutsche Staat globalen Beraterfirmen ausliefert

Der Investor entwickelt in Berlin-Lichtenberg mehrere Wohn- und Gewerbeprojekte mit Tausenden Wohnungen und Büros. Zwei Firmen, die mit van Caem verbunden sind, überwiesen in den Jahren 2016 und 2017 zusammen 60.000 Euro an die CDU. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

DER SPIEGEL

Van Caems Geschäftsführer erklärte in einem Telefonat, das Geld sei an die CDU in Lichtenberg geflossen. Man müsse bestimmte Leute unterstützen, um Türen aufzuhalten.

Auf schriftliche Nachfrage dementierte Harry van Caem später diese Aussage. Man agiere im "rechtlichen Rahmen" und mache "viele Spenden und Charities an mehrere und unterschiedliche Parteien".

Die CDU Lichtenberg, die sich zuletzt für van Caems Projekte eingesetzt hatte, ließ offen, ob das Geld an ihren Kreisverband floss. In einer Stellungnahme teilte sie mit: "Es ist schön, dass Herr van Caem an die CDU gespendet hat. Wir freuen uns über jede Unterstützung."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

sve/aeh



insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jsavdf 25.01.2019
1. Kurze Intervention
Die meisten Spenden kommen immernoch von Steuerzahlern in Form der Parteienfinanzierung und Gehälter für die Abgeordneten. Also wenn sich da irgend ein Zusammenhang erstellen lässt, dann gehört die Parteienfinanzierung eingestellt für die gesamte CDU, denn Ihnen ist nicht klar woher der Großteil ihres Geldes kommt.
tuedelich 25.01.2019
2. erwischt!
Nun sag mir noch mal jemand, diese Spende würde keine Vorteilsvergabe nach sich ziehen. Zumindest wird sich an "verantwortlicher" Stelle garantiert daran erinnert werden .... Pfui Teufel. Und - nicht vergessen - derartige "Privat"spenden veranlassen noch einmal die gespendete Summe aus Steuergeldern ...
m.klagge 25.01.2019
3. Aber natürlich nicht.
Seit wann können Spenden die Politik beeinflussen? Welch seltsamer Gedanke. Absolut undenkbar. Und wenn eine Sache im Sinne des Spenders erledigt wird handelt es sich ganz unbedingt um Zufall. Das gilt natürlich nicht nur für politische Parteien sondern auch für Politiker als solche.
a.peanuts 25.01.2019
4. Malta one Malta two
60.000 das sind keine Peanuts. Und ein Anfangsverdacht zu Beihilfe zur Geldwäsche ist offensichtlich. Malta one Malta two "Die Mafia fühlt sich auf der Insel sicher" : https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/malta-mafia-daphne-caruana-galizia-fabio-de-masi
WeissAuchAllesBesser 25.01.2019
5. Na hoffentlich
In Berlin denkt man bei einigen Partein laut über die Enteignung von Investoren nach; also geraden denen, die neuen Wohnraum schaffen (könnten). Wer auch immer sich diesen Geisterfahrern in den den Weg stellt, hat selbstverständlich moralische wie finanzielle Unterstützung verdient.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.