Konservative in der CDU "Berliner Kreis" sagt geplantes Manifest ab

Sie wollten das konservative Profil der CDU schärfen, konnten sich aber nicht auf einen gemeinsamen Text für ein Papier einigen: Eine Gruppe von rund 40 CDU-Politikern hat einem Zeitungsbericht zufolge die Vorlage des geplanten "Berliner Manifests" abgesagt - von viel Frust ist die Rede.

Christean Wagner: Der hessiche CDU-Politiker ist Gründer des "Berliner Kreises"
DPA

Christean Wagner: Der hessiche CDU-Politiker ist Gründer des "Berliner Kreises"


Berlin - Es wird dann wohl nichts aus dem "Berliner Manifest", das eine Gruppe konservativer CDU-Politiker in der kommenden Woche vorstellen wollte: Wie die "Frankfurter Rundschau" am Donnerstag berichtete, waren die 30 bis 40 Politiker aus Bund und Ländern uneinig, als es um den gemeinsamen Text ging.

Die Auffassungen über einen zehnseitigen Entwurf aus der Feder des Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger reichten von "inhaltlich gehaltvoll" bis "das Ding ist so schlecht, da gibt es nichts zu veröffentlichen", heißt es in dem Bericht. Die Beteiligten wollten sich öffentlich nicht negativ übereinander äußern, intern herrsche aber Enttäuschung über das organisatorische Chaos.

Der von dem hessischen CDU-Fraktionsvorsitzenden Christean Wagner ins Leben gerufene "Berliner Kreis" wollte im August erstmals öffentlich seine Forderungen für ein konservativeres Profil der CDU vorstellen, das er unter der Parteichefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), vernachlässigt sieht. Der Gruppe gehört unter anderem auch der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach und die Chefin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, an.

Sachsens CDU-Landtagsfraktionschef Steffen Flath warnte vor einer Spaltung der Partei. Die Enttäuschung über eine "falsche Weichenstellung" treibe konservative Wähler mehr und mehr in die "Wahlverweigerung", zitierte die "Sächsische Zeitung" aus einem internen Papier, das Flath für den "Berliner Kreis" verfasste. Daraus erwachse die Gefahr einer Parteispaltung oder Neugründung einer konservativen Partei. "Eine Besinnung auf Grundwerte ist in der CDU geboten", schrieb Flath, ohne Merkel namentlich zu nennen. Er kritisierte einen "Modernisierungswahn", dem nicht alle Mitglieder der Partei verfallen seien.

hen/AFP

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olaf_b. 16.08.2012
1. Grundwerte-Titel
Angela Merkel ist für die CDU alternativlos. Das hat auch dieser Zirkel von geistig Altvorderen einsehen müssen. Egal, was dieser Berliner Kreis auch fordern mag - die CDU kann nicht mehr zurück. Es sei denn, sie möchte als belächelte Partei der Ewig-Gestrigen in der Versenkuhg verschwinden.
box-horn 16.08.2012
2. ... das wird schon werden
Zitat von sysopDPASie wollten das konservative Profil der CDU schärfen, konnten sich aber nicht auf einen gemeinsamen Text für ein Papier einigen: Eine Gruppe von rund 40 CDU-Politikern hat einem Zeitungsbericht zufolge die Vorlage des geplanten "Berliner Manifests" abgesagt - von viel Frust ist die Rede. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,850392,00.html
naja, daß Leute, die tatsächlich Inhalte und nicht nur hohles Geschwätz verbreiten wollen, sich erst einmal nicht einig werden, ist doch nicht unwahrscheinlich und in keiner Weise tragisch. Dazu kommt, daß es dort auch einige illustre Vertreter gibt, politische Einzelkämpfer ihrem Temperament nach, aus deren Wortschatz der Begriff "Kompromiß" ersatzlos gestrichen wurde. Abgerundet werden die Schwierigkeiten dadurch, daß je nach Lage auch Rücksichten auf jeweilige Landsgruppenmitglieder und deren Bedrüfnisse zu nehmen ist - man will ja niemandem unbedacht in den Rücken fallen. Aber abwarten, das wird schon werden. Es wäre für einen solchen Vorstoß ohnehin besser, er würde nicht gerade zur Sommerpause unternommen und bis zum Herbst von der Öffentlichkeit wieder vergessen, so daß es Frau Merkel erspart bleibe, sich dazu zu stellen, sondern vielleicht im Frühjahr kommenden Jahres, wo er im Wahlkampf seine Wucht entfalten könnte.
exterminate 16.08.2012
3.
Zitat von box-hornnaja, daß Leute, die tatsächlich Inhalte und nicht nur hohles Geschwätz verbreiten wollen, sich erst einmal nicht einig werden, ist doch nicht unwahrscheinlich und in keiner Weise tragisch. Dazu kommt, daß es dort auch einige illustre Vertreter gibt, politische Einzelkämpfer ihrem Temperament nach, aus deren Wortschatz der Begriff "Kompromiß" ersatzlos gestrichen wurde. Abgerundet werden die Schwierigkeiten dadurch, daß je nach Lage auch Rücksichten auf jeweilige Landsgruppenmitglieder und deren Bedrüfnisse zu nehmen ist - man will ja niemandem unbedacht in den Rücken fallen. Aber abwarten, das wird schon werden. Es wäre für einen solchen Vorstoß ohnehin besser, er würde nicht gerade zur Sommerpause unternommen und bis zum Herbst von der Öffentlichkeit wieder vergessen, so daß es Frau Merkel erspart bleibe, sich dazu zu stellen, sondern vielleicht im Frühjahr kommenden Jahres, wo er im Wahlkampf seine Wucht entfalten könnte.
Jo, eine Wucht unter Ewigvorgestrigen und reaktionären Spinnern, die mit der Gegenwart nicht mehr zurecht kommen. Wen sollen denn die Thesen irgendwelcher Konserven mit ihren Rezepten von vorgestern hinter dem Ofen hervorlocken? Die sollen sich ruhig abspalten, rechte Parteien gibt es ja noch nicht genug.
deSelby 16.08.2012
4. Es liegt in der Natur des Konservatismus...
...daß er sich in einem permanenten Modernisierungsdilemma befindet, da er der fixen Idee verfallen ist die Weiterentwicklung der Gesellschaften könne man stoppen. http://forum.spiegel.de/f22/romney-vize-so-radikal-ist-paul-ryan-68225-14.html#post10744802
aubrac 16.08.2012
5.
Zitat von exterminateJo, eine Wucht unter Ewigvorgestrigen und reaktionären Spinnern, die mit der Gegenwart nicht mehr zurecht kommen. Wen sollen denn die Thesen irgendwelcher Konserven mit ihren Rezepten von vorgestern hinter dem Ofen hervorlocken? Die sollen sich ruhig abspalten, rechte Parteien gibt es ja noch nicht genug.
Jo, genau, völlig veraltet so saublöde konservative Werte wie Verantwortung, Mäßigung, Anstand, Höflichkeit, Rücksicht, Eintreten für die Schwachen usw. Wer will denn dieses blöde ewig gestrige Zeugs, yo! Immer alternativlos vorwärts Richtung Moderne, wie Bankergier, Verantwortungslosigkeit, Subventionsmentalität, Egoismus, , Selbstbedienungsmentalität, Rundumversorgungsstaat, Rüpelei, Schlägerei, ..... echt voll unreaktionär, yo, ne?
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