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CDU-Chefin Merkel Gefahr von der Basis

CDU-Chefin und Kanzlerin Merkel: Viele Stammwähler zur Verzweiflung getriebenZur Großansicht
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CDU-Chefin und Kanzlerin Merkel: Viele Stammwähler zur Verzweiflung getrieben

2. Teil: Inhaltsleerer Wahlkampf

Der Merkel-Wahlkampf mag zwar vordergründig als erfolgreich gelten, weil der Regierungswechsel gelungen ist. Trotzdem stellen sich vor der Fraktionsklausur mehrere sehr konkrete Fragen:

  • Was ist heute noch christlich-demokratische Identität, also das Alleinstellungsmerkmal der beiden C-Parteien im Verhältnis zu ihren Konkurrenten auf der politischen Bühne? Der Wahlkampf war so inhaltsleer, dass sich selbst überzeugte Unionswähler fragten, was denn eigentlich die Ziele der Union darstellen. Die konsequente Nicht-Festlegung in der Öffentlichkeit (trotz eines Wahlprogramms, das aber nicht kommuniziert wurde) trieb insbesondere viele Stammwähler zur Verzweiflung.
  • Der Merkelsche Wahlkampf war ein Kurzwahlkampf. Die SPD, die mit Wahlkampfaktivitäten schon etwa ein dreiviertel Jahr früher begonnen hatte, lief damit ins Leere. Das besondere Charakteristikum des letzten Bundestagswahlkampfes war, dass viele Wähler - in der Wahlforschung wird von einem Viertel bis zu einem Drittel gesprochen - zwei Wochen vor der Wahl noch nicht entschieden waren, welche Partei sie wählen wollen. Das ist auch das Ergebnis der Tatsache, dass bei Kurzwahlkämpfen das Problem der Entscheidung im letzten Moment verschärft wird. Dadurch ist auch für eine Regierungspartei die Gefahr gegeben, dass sich durch unvorhergesehene Ereignisse kurz vor der Wahl eine Stimmung "drehen" kann. Jeweilige Regierungskonstellationen bedeuten ja immer sehr knappe Mehrheiten - sollte es nicht zu einer Großen Koalition kommen.
  • Auch wenn US-amerikanische Wahlkämpfe einen anderen, sehr viel stärker personenbezogenen Charakter haben, so zeigte doch gerade Obamas Wahlkampf, dass er seine zunächst nur kleine Kernanhängerschaft so zu begeistern in der Lage war, dass er schlussendlich auch die große Mehrheit der US-Wähler zu gewinnen vermochte. Sein Wahlkampf ist ein Beispiel dafür, dass Mehrheiten dann errungen werden können, wenn man sich frühzeitig auf ein starkes Unterstützungspotential verlassen kann. Mit anderen Worten: Die Union wird ihre Wählerbasis erst dann wieder verbreitern, wenn künftig nicht nur auf Kurzwahlkämpfe gesetzt wird, denn kurze Wahlkämpfe lassen nicht ausreichend Zeit, eine Kernanhängerschaft zu motivieren und zu Botschaftern der eigenen Sache zu machen.
  • Die Tatsache, dass so viele Wähler schwanken, hängt auch mit der in der Öffentlichkeit konstatierten völligen Austauschbarkeit von Positionen der großen Parteien zusammen. Die Tatsache, dass sich gerade in der Großen Koalition die politischen Partner doch letztlich thematisch sehr nahe waren, machte ein Umschalten der Wähler zu einer anderen Partei eher möglich. Wird zudem die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner vernachlässigt, löst sich die Bindung zu den eigenen Wählern.

Merkel hatte im Wahlkampf ein doppeltes Dilemma: Der Hauptgegner SPD - und nur diese Partei konnte ihr theoretisch die Kanzlerschaft streitig machen - war Regierungspartner; und das zweite Dilemma liegt an Merkels pragmatischer Haltung im Blick auf die Zukunft Deutschlands.

Alles Visionäre geht ihr ab.

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insgesamt 23 Beiträge
Klo 11.01.2010
Wozu sich aufregen? Die CDU hat seit Kohl kein Profil mehr und seit über 30 Jahren orientiert sich Politik nicht mehr an den Bedürfnissen der Bürger, sondern an denjenigen der jeweiligen Lobbyistenklientel. Der Normalbürger [...]
Zitat von sysopSo viel Kritik war lange nicht: Erst moniert die eigene Partei, dass Angela Merkel ihre zankenden Koalitionspartner nicht bändigt, nun beschweren sich Landespolitiker, dass es der CDU an Profil mangelt. Jetzt rächt sich, dass die Kanzlerin einen Wahlkampf ohne Inhalte geführt hat. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,671166,00.html
Wozu sich aufregen? Die CDU hat seit Kohl kein Profil mehr und seit über 30 Jahren orientiert sich Politik nicht mehr an den Bedürfnissen der Bürger, sondern an denjenigen der jeweiligen Lobbyistenklientel. Der Normalbürger hatte noch nie eine Lobby.
classico 11.01.2010
Nicht nur der Wahlkampf, auch ihre Politik ist ohne Inhalt.... auch sie selbst.. ist ohne geistigen Inhalt.
Zitat von sysopSo viel Kritik war lange nicht: Erst moniert die eigene Partei, dass Angela Merkel ihre zankenden Koalitionspartner nicht bändigt, nun beschweren sich Landespolitiker, dass es der CDU an Profil mangelt. Jetzt rächt sich, dass die Kanzlerin einen Wahlkampf ohne Inhalte geführt hat. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,671166,00.html
Nicht nur der Wahlkampf, auch ihre Politik ist ohne Inhalt.... auch sie selbst.. ist ohne geistigen Inhalt.
J_D 11.01.2010
Nicht nur Frau Merkel fehlen die Visionen für Deutschland, ich vermisse diese Eigentschaft in der gesamten Regierung. Betrachtet man den Führungsstil von Frau Merkel und die Koalition insgesamt, so erkennt man das die ganze [...]
Nicht nur Frau Merkel fehlen die Visionen für Deutschland, ich vermisse diese Eigentschaft in der gesamten Regierung. Betrachtet man den Führungsstil von Frau Merkel und die Koalition insgesamt, so erkennt man das die ganze Regierung nur auf den Machterhalt von Frau Merkel und Herrn Westerwelle ausgerichtet und das ist schon alles, was es an "Visionen" in dieser Regierung gibt. Ich bin der Meinung, das unser Land schlecht regiert wird und leider (und das ist ein Dilema) sehe ich niemanden in der Deutschen Poiltik den ich für fähig halte es besser zu machen.
Dominik Menakker 11.01.2010
Man muss es so deutlich sagen. Angela Merkel hat der Union mehr geschadet, als genützt. Sie war sicherlich die Richtige, als es darum ging, das Trauma der Kohl Jahre aufzuarbeiten, aber sie hätte niemals dauerhafte [...]
Man muss es so deutlich sagen. Angela Merkel hat der Union mehr geschadet, als genützt. Sie war sicherlich die Richtige, als es darum ging, das Trauma der Kohl Jahre aufzuarbeiten, aber sie hätte niemals dauerhafte Unions-Vorsitzende oder gar Kanzlerkandidatin werden dürfen. Dass es Stoiber damals wurde hat ja nix damit zu tun, dass Stoiber so toll war, sondern dass man Merkel auf alle Fälle verhindern wollte. Man muss auch klar sagen, dass Merkel keine Wahlen gewonnen hat. Sie hat Wahlen verloren. So stark verloren, dass es einmal eben nur die große Koalition gereicht hat und das zweite Mal mit einer FDP, die so stark ist wie nie zuvor und ihre Stärke eindeutig aus der Schwäche der Union bezieht. In der Beziehung sind die Sozialdemokraten weiter. Unfähige Parteivorsitzende wurde dann doch mit ziemlicher Regelmäßigkeit abgesägt, wohingegen der König(s)/innen Mord in der Union als undenkbarer Verrat gilt. Leider hatte Schröder seinerzeit recht: "Die kann es einfach nicht". .... sagt ein überzeugter Anhänger von schwarz / gelb.
_meinemeinung 11.01.2010
Wenn Frau M. im Wahlkampf auf den potentiellen Hauptgegner und damaligen Koalitionspartner SPD losgegangen wäre, hätte die "Große" Koalition nicht bis zum Ende der Wahlperiode gehalten. Frau M. wäre es - trotz aller [...]
Wenn Frau M. im Wahlkampf auf den potentiellen Hauptgegner und damaligen Koalitionspartner SPD losgegangen wäre, hätte die "Große" Koalition nicht bis zum Ende der Wahlperiode gehalten. Frau M. wäre es - trotz aller anderslautender Aussagen - bestimmt auch lieber gewesen, weiter mit der SPD zu regieren statt mit dem polternden und als Außenminister mehr als unglücklich, um nicht zu sagen, dämlich, agierenden Westerwelle. Wenn die SPD das genau so gemacht hätte - also Nichtwahlkampf - wärs auch so gekommen. Mit dem Wechsel des Koalitionspartners, den die Parteibasis der CDU wollte, aber Frau M. bestimmt nicht, ist sie bestimmt nicht glücklich. Um nicht bereits im ersten Jahr den Bruch zu riskieren, macht sie erst mal nichts. Wenn sich dann die Westerwillis und Seehofers dieser Welt genug blamiert haben, platzt die Bombe, es gibt vorgezogene Neuwahlen und dann kann sie wahrscheinlich wieder ihre wirkliche Wunschkoalition bilden, mit einer kleinen SPD. Ich denke, es wird so kommen.
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Streitthemen der Koalition
dpa
Die geplanten Steuersenkungen bleiben vermutlich das zentrale Streitthema zwischen Union und FDP. Ab 2011 soll es weitere Entlastungen im Umfang von rund 20 Milliarden Euro geben. Die Liberalen drängten in den vergangenen Tagen vehement, an den Plänen festzuhalten. Die Union macht dagegen finanzielle Vorbehalte geltend. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will zudem ein milliardenschweres Sparpaket vorlegen. Konkrete Verhandlungen dürften allerdings erst nach der Steuerschätzung im Mai beginnen - und damit nach der wichtigen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai.

Steuerentlastung - Eckpunkte der Reform
Der Kinderfreibetrag wurde zum 1. Januar 2010 von 6024 Euro auf 7008 Euro angehoben.





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