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ARD-Deutschlandtrend: Union legt in Sonntagsfrage trotz NSA-Affäre zu

Kanzlerin Merkel: Sechs von zehn Unionsanhänger bezweifeln ihre Unkenntnis über NSA-Programme Zur Großansicht
DPA

Kanzlerin Merkel: Sechs von zehn Unionsanhänger bezweifeln ihre Unkenntnis über NSA-Programme

Die NSA-Affäre kann Angela Merkel nichts anhaben. Zwar halten 78 Prozent der Deutschen ihre angebliche Unkenntnis über die Spähprogramme nicht für glaubwürdig. Die CDU legt im aktuellen ARD-Deutschlandtrend dennoch auf 42 Prozent zu.

Köln/Berlin - Die Ergebnisse des aktuellen ARD-Deutschlandtrend klingen fast ein wenig schizophren: 70 Prozent der Befragten äußerten sich unzufrieden über die Bemühungen der Bundesregierung, in der Affäre um die Spähprogramme der US-Geheimdienste für Aufklärung zu sorgen. Fast vier von fünf Bürgern nehmen Angela Merkel nicht ab, dass sie erst aus der Presse vom Ausmaß der Überwachung erfahren habe. Selbst 59 Prozent der Unionsanhänger bezweifeln die Darstellung der Kanzlerin.

Die Wahlentscheidung beeinflusst das aber offenbar nicht. In der Sonntagsfrage sehen die Ergebnisse im Detail nämlich so aus:

  • Die Union legt gegenüber der Vorwoche um einen Punkt auf 42 Prozent zu.
  • Die SPD verliert einen Punkt und erreicht jetzt 25 Prozent.
  • Die Grünen liegen bei 14 Prozent, das ist ein Plus von einem Punkt.
  • Die Linke bleibt bei sieben Prozent.
  • Für die FDP würde es nicht reichen, sie erreicht aktuell vier Prozent.

Damit würde Rot-Grün mit 39 Prozent noch hinter der Union liegen. Allerdings könnte diese aufgrund der Schwäche der Liberalen derzeit keine erneute schwarz-gelbe Koalition bilden.

Auch die nicht im Bundestag vertretenden Parteien können laut Deutschlandtrend vom Glaubwürdigkeitsproblem der Kanzlerin nicht profitieren. Die Alternative für Deutschland fällt um einen Punkt auf zwei Prozent zurück. Und die Piraten bleiben, wie in der Vorwoche, etwa auf dem Niveau von zwei Prozent. Wegen der statistischen Abweichungen bei Telefonumfragen lassen sich sehr kleine Anteilswerte jedoch nur vage bestimmen, so das Meinungsforschungsinstitut.

Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Infratest dimap befragte 1000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger durch computergesteuerte Telefoninterviews.

Zeitraum: 23. und 24. Juli 2013

Statistische Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

syd

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insgesamt 119 Beiträge
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1. SPD wusste nichts über Ausmass der NSA Aktivitäten
raber 25.07.2013
Hat die SPD als regierende Partei damals nichts vom Ausmass der Überwachung gewusst? NSA ist nicht heute erfunden worden und BND gibt es auch schon seit vielen Jahren. Warum sollte nur CDU unter dieser Angelegenheit leiden? Weil sie gerade regieren? Wer kann denn ein wenig Licht über das SPD-Wissen zu dem Thema bringen? Herr Gerhard Schröder? SPON?
2. Hysterie läuft ins Leere
_micka_ 25.07.2013
Das zeigt, was auch zu erwarten war: Die doch reichlich überzogene Hysterie (wohl dem Sommerloch und dem Wahlkampf verschuldet) läuft deswegen ins Leere, weil viele Menschen eine solche teils auffällig aufgebauschte Hysterie nicht mehr "ernst" nehmen.
3. Hysterie?
buntesmeinung 25.07.2013
Zitat von _micka_Das zeigt, was auch zu erwarten war: Die doch reichlich überzogene Hysterie (wohl dem Sommerloch und dem Wahlkampf verschuldet) läuft deswegen ins Leere, weil viele Menschen eine solche teils auffällig aufgebauschte Hysterie nicht mehr "ernst" nehmen.
Ich bin irritiert, wenn Sie die Verteidigung der Demokratie und der Grundwerte eine Hysterie nennen. Von den Umfrageergebnissen bin ich aber auch irritiert. Dennoch, denke ich, lassen sich diese z.B. damit erklären, dass die Bürger anderen Parteien auch keine Lösung des Problems zutrauen. Ebensowenig bei der Euro-Problematik, wo die großen Parteien leider alle in einem Boot saßen. Vielleicht haben die Bürger aber auch bei den Repräsentanten unserer Regierung gelernt: Sie sagen nicht die Wahrheit und wiegen jene in Sicherheit. Wenn ich letztere Möglichkeit auch nicht ganz ernst meine, so würde sie mir die größte Freude machen.
4. -
Tom Joad 25.07.2013
Zitat von _micka_Das zeigt, was auch zu erwarten war: Die doch reichlich überzogene Hysterie (wohl dem Sommerloch und dem Wahlkampf verschuldet) läuft deswegen ins Leere, weil viele Menschen eine solche teils auffällig aufgebauschte Hysterie nicht mehr "ernst" nehmen.
Nein. Das liegt eher daran, dass viele gar nicht begreifen, worum es geht und wie sehr sie das Thema selbst betrifft. Und natürlich fällen sie ihre Wahlentscheidung auch nicht nur nach einem einzigen Aspekt (was ganz richtig ist - mir würde es trotz der Spionageaffäre auch nicht einfallen, jetzt Piraten zu wählen).
5. Wahlkampfendspurt...
espressoli 25.07.2013
Da geht noch mehr... es werden wohl bis kurz vor den Wahlen wohl mindestens 45% für CDU/CSU hochgefahren werden... Die Medien-Propaganda der Kanzlerin lässt grüssen... In Niedersachsen lagen die Umfragen - kurz vor Wahltag - bei 44% für die CDU... gewonnen hat rot-grün... Wie heisst es so schön?... Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird... in diesem Sinne... es bleibt alles offen... :-)
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