Reaktion auf Bayern-Desaster: FDP eröffnet Kampf um Zweitstimmen

FDP-Chef Rösler, Spitzenkandidat Brüderle: Warnung vor Rot-Rot-Grün Zur Großansicht
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FDP-Chef Rösler, Spitzenkandidat Brüderle: Warnung vor Rot-Rot-Grün

Nach dem katastrophalen Ergebnis in Bayern liegen bei den Liberalen die Nerven blank. Mit Blick auf die Entscheidung im Bund drängen führende FDP-Politiker am Tag danach auf eine Zweitstimmenkampagne. Bei der Union kommt das schlecht an.

Berlin - Knapp eine Woche vor der Bundestagswahl muss die FDP um den Wiedereinzug ins Parlament zittern. Bei der Landtagswahl in Bayern stürzten die Liberalen auf 3,3 Prozent ab - jetzt steht auch die schwarz-gelbe Koalition im Bund auf der Kippe.

Der kleine Koalitionspartner der Union setzt deshalb in der letzten Woche vor der Bundestagswahl auf eine massive Zweitstimmenkampagne. "Wir werden den Menschen erklären, dass es in den Wahlkreisen Sinn macht, gesplittet zu wählen, wenn man die bürgerliche Koalition an der Regierung halten will", sagte FDP-Präsidiumsmitglied Wolfgang Kubicki der "Leipziger Volkszeitung".

Er verlangte von seiner Partei eine Schärfung ihres Profils. "Wir müssen deutlich machen: Die FDP ist nicht das Additiv zur Union, sondern in bestimmten Bereichen die Alternative. Wir wollen nicht der Union zur Mehrheit verhelfen, sondern eigene Schwerpunkte setzen", sagte Kubicki.

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FDP: Das Debakel der Liberalen
FDP-Vizechef Holger Zastrow hofft auf den "Niedersachsen-Effekt". Vor der Landtagswahl dort im Januar dieses Jahres hatten die Liberalen ebenfalls um Stimmen aus dem bürgerlichen Lager geworben, weil der Wiedereinzug der Partei in den Landtag auf dem Spiel stand. Mit 9,9 Prozent schnitt die FDP dann deutlich besser ab - für Schwarz-Gelb reichte es dennoch nicht, weil der Zugewinn zu Lasten der CDU ging.

"Das Ergebnis hat viele Wähler aufgeschreckt und sensibilisiert", sagte Zastrow mit Blick auf die Bayern-Wahl der "Bild"-Zeitung. "Sie werden sich jetzt genau überlegen, was passiert, wenn die FDP gar nicht oder nur schwach im nächsten Bundestag sitzt."

"Jeder kämpft für sich allein"

Erststimme Union, Zweitstimme FDP - diese Losung gab FDP-Generalsekretär Patrick Döring am Montag aus. "Diese Koalition aus Union und FDP, die kann man wählen", sagte Döring am Montag im "Morgenmagazin" des ZDF. Es könne "sehr klug sein", dass Wähler am kommenden Sonntag die schwarz-gelbe Koalition unterstützen, "indem sie einen starken Kandidaten vor Ort von der Union unterstützen und mit der Zweitstimme die FDP wählen", fuhr er fort. "Kräfte bündeln und gemeinsam agieren - das ist nichts Neues."

Unions-Fraktionschef Volker Kauder erteilte diesen Gedankenspielen eine klare Absage. "Es gibt keine Koalitions-Wahlkämpfe. Jeder kämpft für sich allein", sagte Kauder im ZDF-"Morgenmagazin". Seine Partei brauche beide Stimmen: "Wer die Bundeskanzlerin behalten möchte, der wird auch die Zweitstimme der CDU geben müssen."

Um ihre Anhänger zu mobilisieren, beschwört die FDP-Spitze das Schreckgespenst einer rot-rot-grünen Bundesregierung - allen Beteuerungen von SPD und Grünen zum Trotz, die ein Bündnis mit der Linken nach der Wahl ausgeschlossen haben. Sigmar Gabriels SPD drohe Merkel mit Rot-Rot-Grün zu erpressen, warnte FDP-Chef Philipp Rösler.

Die SPD setzt darauf, dass die Liberalen an der Fünfprozenthürde scheitern. "Wäre die FDP nicht im Bundestag, steigen die Chancen deutlich für Peer Steinbrück, Kanzler zu werden", sagte Gabriel am Montag. Der deutsche Parlamentarismus sei "ohne diesen Lobbyismus der FDP" besser aufgestellt.

Bei der CDU sitzt der Schock über den Machtverlust in Niedersachsen noch tief. Die Partei will verhindern, dass zu viele Leihstimmen an die FDP erneut den Machtverlust bedeuten. Eine Zweitstimmenkampagne für die schwächelnden Liberalen lehnt die Unionsspitze daher ab. Hilfe von der CDU "kann und wird es nicht geben", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier der "Leipziger Volkszeitung". Der Erfolg für Bundeskanzlerin Angela Merkel sei "nur gesichert, wenn wir dieses Mal beide Stimmen für die CDU gewinnen". Ähnlich hatte sich zuvor CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe geäußert. Seine Losung lautete kurz und knapp: "Zweitstimme ist Merkel-Stimme".

Wahlergebnisse

syd/dpa/AFP

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1. optional
bert1966 16.09.2013
Die Rechnung ist doch relativ einfach: AfD Stimmen sind keine regierungsrelevanten Stimmen und werden der 5 Prozent-Grenze zum Opfer fallen (für die ganz Optimistischen AfDler: wahlweise auch nicht in einer bürgerlichen Koalition vorkommen). Allein hat die CDU nie genug Stimmen für eine Regierungsbildung. Ergo wird rot-grün eine Duldung nach NRW-Muster versuchen und das wird ihr gerade so gelingen, wenn die FDP-Stimmen auch noch unter den 5-Prozent-Tisch fallen. Die große Koalition ist keine Option, das wird von CDU und SPD immer wieder bekräftigt. Also muss man die SPD-Aussage als rot-grün mit linker Duldung deuten. Wer das im konservativen Lager wünscht wählt AfD, könnte dann aber auch gleich seine Stimme der Linken geben. Wer das nicht will muss ein Interesse daran haben dass alle FDP-Stimmen zählen.
2. Die Nerven .....
kenterziege 16.09.2013
Zitat von sysopNach dem katastrophalen Ergebnis in Bayern liegen bei den Liberalen die Nerven blank. Mit Blick auf die Entscheidung im Bund drängen führende FDP-Politiker am Tag danach auf eine Zweitstimmenkampagne. Bei der Union kommt das schlecht an. CDU/CSU und FDP streiten bei der Bundestagswahl um Leihstimmenkampagne - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-csu-und-fdp-streiten-bei-der-bundestagswahl-um-leihstimmenkampagne-a-922380.html)
.....sollen auch blank liegen! Über Rösler und Bahr will ich nichts sagen. Aber der Rest ist furchtbar. Am schlimmsten ist der Weinkönig aus der Pfalz. Nach dem Desaster in Niesersachsen gibt es keine Leihstimmen! Die FDP hatte ihre Chance mit 15% ! Außer das der Westerwelle den Horst geduzt und einen engl. Journalisten von oben angefahren ist, habe ich von der Gurkentruppe nichts bemerkt. Als es bei dem Stop des ESM auf die FDP ankam, da hat sie gekuscht und Schäffler allein gelassen. Mit dieser Haltung hat sie Tausende ehemaliger Wähler verloren. Ich wähle AfD!
3. Zweitstimmenkampagne?
berpoc 16.09.2013
Zitat von sysopNach dem katastrophalen Ergebnis in Bayern liegen bei den Liberalen die Nerven blank. Mit Blick auf die Entscheidung im Bund drängen führende FDP-Politiker am Tag danach auf eine Zweitstimmenkampagne. Bei der Union kommt das schlecht an. CDU/CSU und FDP streiten bei der Bundestagswahl um Leihstimmenkampagne - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-csu-und-fdp-streiten-bei-der-bundestagswahl-um-leihstimmenkampagne-a-922380.html)
Möge es mißlingen. Die vermeintlich Liberalen benötigen dringend eine Auffrischung in der außerparlamemtarischen Opposition. Wäre eine gute Gelegenheit den Yuppianteil loszuwerden und so manch anderes ebenfalls.
4. Fdp
hubertrudnick1 16.09.2013
Zitat von sysopNach dem katastrophalen Ergebnis in Bayern liegen bei den Liberalen die Nerven blank. Mit Blick auf die Entscheidung im Bund drängen führende FDP-Politiker am Tag danach auf eine Zweitstimmenkampagne. Bei der Union kommt das schlecht an. CDU/CSU und FDP streiten bei der Bundestagswahl um Leihstimmenkampagne - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-csu-und-fdp-streiten-bei-der-bundestagswahl-um-leihstimmenkampagne-a-922380.html)
Der Ast worauf die FDP noch sitzt ist brüchig und knickt bald total ab. Die Ursache dafür ist aber in den eigenen Reihen zu suchen, Tschüss FDP.
5. Rösler gibt es ja noch
schlupp2002 16.09.2013
... dann ist Westerwelle sicher auch noch dabei? Nach vier Jahren Fehlleistung in Regierungsverantwortung hab ich das Wahlergebnis der Landtagswahl Bayern 2013 mit großer Genugtuung aufgenommen. Die rund 60 000 Mövenpicker gehören auf die Bank.
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