Brinkhaus über Kramp-Karrenbauer Kanzlerkandidatur "hängt vom Momentum ab"

Wird die neue CDU-Chefin auch die nächste Kanzlerkandidatin? Immer mehr Unions-Politiker betonen, dass es für Annegret Kramp-Karrenbauer keinen Automatismus gebe - auch der Fraktionsvorsitzende.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer
Getty Images

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer


Knapp hatte sich Annegret Kramp-Karrenbauer beim CDU-Parteitag im Dezember gegen Friedrich Merz durchgesetzt - mit 51,7 Prozent der Stimmen. Doch mit der Wahl der neuen Vorsitzenden scheint der Streit um die künftige Ausrichtung der Union längst nicht begraben.

Die jüngste Debatte um den nächsten Kanzlerkandidaten aus den Reihen der Christdemokraten zeigt: Das Lager derer, die sich einen konservativeren Kurs wünschen, hat noch nicht aufgesteckt. Und Kramp-Karrenbauer steht in den Augen vieler für eine Fortsetzung der Politik von Kanzlerin Angela Merkel, deren Vertraute sie ist.

Bereits zum Jahreswechsel hatte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zu Wort gemeldet - und die Formulierung "Zugriffsrecht" kritisiert. Üblicherweise gelten die Parteichefs als erste Anwärter auf die Kanzlerkandidatur. Doch Schäuble, der vor dem Parteitag Merz unterstützt hatte, erklärte: "Man wird sich zum gegebenen Zeitpunkt verständigen."

Ralph Brinkhaus
DPA

Ralph Brinkhaus

"Entschieden ist noch gar nichts"

Mittlerweile mehren sich die Stimmen derer, die Kramp-Karrenbauer noch einmal öffentlich daran erinnern, dass es für sie keinen Automatismus gebe. Darunter ist auch Ralph Brinkhaus. Der hatte sich im September überraschend bei der Wahl zum Unions-Fraktionschef gegen den von Merkel favorisierten Amtsinhaber Volker Kauder durchgesetzt.

Jetzt sagt Brinkhaus dem "Focus" über Kramp-Karrenbauer zwar, es sei "absolut klar, dass sie den ersten Zugriff hat". Aber: "Wer sich von der CDU tatsächlich für das Kanzleramt bewerben wird, hängt aber vom Momentum ab, wenn die Kandidatur ansteht."

Bei der Schwesterpartei CSU pocht man aufs Mitspracherecht. "Frau Kramp-Karrenbauer hat mir ihrer Erfahrung als Ministerpräsidentin alle Voraussetzungen, später mal Kanzlerin zu werden. Aber entschieden ist noch gar nichts, es wäre auch zu früh", sagte der bayerische Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer der "Bild"-Zeitung.

kev/AFP/dpa

insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
K:F 04.01.2019
1. Union wie immer
CDU beschäftigt sich mit sich selbst. Wer wird nächster Kanzler, wer der Kandidat. Der CDU geht jetzt schon die Muffe. Um die Menschen, deren Bedürfnisse, um die Zukunft der Gesellschaft geht es der CDU bis heute nicht. Diese CDU hat so eine Angst vor einem möglichen Machtverlust, vor dem Verlust der Tõpfe, das einem schlecht werden kann.
claus7447 04.01.2019
2. Das in der CDU / CSU
So vehement über natürliches diskutiert werden muss, zeigt, dass diese Partei Demokratie erst noch lernen muss. Nichts ist anders, als das ein Vorsitzender gewählt wurde..... der Rest.... man sieht. Aber erfreulich, wenn man als Nichtwähler dieser Parteien sieht, wie sich die Anhänger selbst zerlegen.
dasfred 04.01.2019
3. Tja, wer soll es machen
Jetzt rächt es sich, dass man nur überlegt hat, wie man Merkel weg bekommt, statt zu überprüfen ob es denn einen konsensfähigen Nachfolger gibt. Im nur der Blick nach Rechts statt mal Inventur zu machen und zu sehen, was können wir dem Wähler substanziell bieten und wer hat die Persönlichkeit, dieses kompetent zu präsentieren. Die CDU rutscht bald in den selben Strudel, der schon die SPD in den Abgrund zieht.
Leser161 04.01.2019
4. Manöver
Das dient doch nur der Stärkung von AKK. AKKs Problem ist das sie als "Merkeltochter" gilt, jemand der nicht durch Leistung sondern durch Erbe in seine Position gekommen ist. Daher muss ein solcher Automatismus natürlich in Abrede gestellt werden. Persönlich halte ich es für konsequent, wenn sich eine Partei hinter EINEN demokratisch gewählten Anführer stellt. Denn Demokratie ist zwar auch Streit, aber auch das man, wenn jemand gewählt ist, sich dem demokratischen Votum fügt. Wenn also AKK auch zur Kanzlerkandidatin bestimmt wird sehe ich damit kein Demokratiedefizit der CDU (Wählen werde ich sie bei einer Wahl trotzdem nicht, bin ja kein CDU-Anhänger)
rainerwäscher 04.01.2019
5. Schwarz-Grün
Natürlich wird AKK Bundeskanzlerin. Alle anderen Aussagen dienen nur dazu, interne Gegner bei Laune zu halten. Die Grünen werden mit Merz nicht regieren wollen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.