Kampf um CDU-Vorsitz Merz sichert Merkel Unterstützung zu

Friedrich Merz hat nach SPIEGEL-Informationen ein vertrauliches Telefonat mit der Kanzlerin geführt. In interner Runde sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz zudem, er wolle nicht gegen Merkel arbeiten.

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Friedrich Merz hat Kanzlerin Angela Merkel seine Unterstützung zugesagt, sollte er auf dem Parteitag Anfang Dezember zum neuen CDU-Chef gewählt werden.

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Heft 46/2018
Was Friedrich Merz mit Deutschland vorhat

In einem Telefonat mit Merkel, das nach SPIEGEL-Informationen Anfang der Woche auf Wunsch von Merz stattfand, signalisierte der ehemalige Fraktionschef der Kanzlerin, dass er sich um eine gute Zusammenarbeit bemühen werde, heißt es in CDU-Kreisen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Auch bei einem Treffen mit CDU-Abgeordneten am Donnerstagmorgen in Berlin erklärte der Kandidat, dass er nicht gegen die Kanzlerin arbeiten werde. Dies gebiete schon die "staatspolitische Verantwortung", sagte Merz.

Merkel hatte erklärt, dass sie bereit sei, auch unter einem neuen Parteichef bis zum Ende der Legislaturperiode als Kanzlerin zu arbeiten. Neben Merz gilt noch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer als aussichtsreiche Kandidatin für die Merkel-Nachfolge.

Der ehemalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung sagte dem SPIEGEL, Merz habe die beste Chance, neuer CDU-Chef zu werden: "Würden die Mitglieder den nächsten Bundesvorsitzenden wählen, dann hätte Friedrich Merz jetzt schon gewonnen." Merz sei ein "Hoffnungsträger" für die Basis.

Jung ist wie Merz Mitglied des "Andenpaktes", des CDU-Männerbunds, der Merz ermuntert hat, sich für die Parteispitze zu bewerben.

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insgesamt 30 Beiträge
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rosinenzuechterin 09.11.2018
1. Männerbundsbrüder unter sich
Würde wirklich auch der weibliche Teil der CDU-Basis für den Personalvorschlag des Männerbundes Andenpakt stimmen? Hätte Herr Merz wirklich schon gewonnen? Ich habe da erhebliche Zweifel, zumal Herr Merz auch Mitglied einer katholischen Studentenverbindung ist, in der Frauen nichts zu suchen haben. Das soll ein Hoffnungsträger sein?
thequickeningishappening 09.11.2018
2. 100% Unterstützung
= Payback! Wenn mich jemand kaltgestellt haette? Vergeben? Vielleicht aber vergessen? Außerdem kann man ohne Parteivorsitz nicht einfach so bis 21 weiter merkeln. Der oder Die neue Vorsitzende muss liefern sonst kommt Der/Die Naechste! Ohne Merkel aus beiden Aemtern kann es keinen Neuanfang geben!
mirage122 09.11.2018
3. Hoffnungsträger?
Immerhin hat er die Telefonnummer unserer Immer-noch-Kanzlerin! Da kann er schon mal rum schleimen. Aber Vorsicht, Fiete, Frau Kampf-Karrenbauer ist ihre beste Freundin. Da hast Du doch gar keine Chance. Wäre trotzdem gern Mäuschen gewesen!
Gerdd 09.11.2018
4. Dem ...
... würde ich keinen Gebrauchtwagen abkaufen - dementsprechend ist auch mein Vertrauen in die Versicherung er würde mit und nicht gegen Merkel arbeiten. Man mag das gut finden, aber mir wäre jemand lieber, dem ich vertrauen kann. Deshalb meine Forderung: Merz in die FDP! (Da kenn er dann gerne Kanzlerkandidat werden.)
53er 09.11.2018
5. Hinter den Kulissen der CDU
wird geschoben und getreten. Als AKK oder Jens Spahn mßte ich mir so meine Gedanken machen, warum gerade März (achja mit "e") also Merz eine Privataudienz zum Thema Parteivorsitz erhält. Merkel hat sich bisher doch kräftig für AKK ins Zeug gelegt und AKK hat versucht im sozialen und bei der Migrationsfrage zu punkten, Spahn versucht sich ebenfalls sozial zu engagieren und macht sich (richtigerweise) Gedanken, wie man Kinderlose stärker an Pflegekosten und Rente beteiligen kann. Merz scheint sich da wenig um die Meinung des (Partei)Volks zu scheren, ihm strebt der Sinn nach Höherem, darum Privataudienz.
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