Koalitionsspekulationen: Gröhe stichelt gegen Grüne

Hermann Gröhe hat auf die anhaltenden Spekulationen über eine mögliche schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl reagiert: Es gebe in seiner Partei "keine Sehnsucht" nach einem Bündnis mit den Grünen, sagte der CDU-Generalsekretär. Deren Beschlüsse würden bestenfalls "Alpträume" auslösen.

CDU-Generalsekretär Gröhe: "Am Träumen wird kein Christdemokrat gehindert" Zur Großansicht
dapd

CDU-Generalsekretär Gröhe: "Am Träumen wird kein Christdemokrat gehindert"

Berlin - Hermann Gröhe waren das wohl ein paar freundliche Worte zu viel aus seiner Partei in Richtung der Grünen: Der CDU-Generalsekretär hat einer Koalition mit der Öko-Partei eine deutliche Absage erteilt. "Am Träumen wird kein Christdemokrat gehindert. Aber wenn ich mir die grünen Beschlüsse anschaue, wären das ja Alpträume", sagte Gröhe der Zeitschrift "Superillu". Er sehe "keine Sehnsucht" in der CDU nach einer Koalition "mit einer nach links gerückten SPD oder den Grünen".

Damit reagierte der CDU-Politiker auf Überlegungen in seiner Partei, im kommenden Jahr möglicherweise ein schwarz-grünes Bündnis einzugehen.

Gröhe sagte, persönlich sei er mit der Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, freundschaftlich verbunden. "Zu einer Koalition gehört aber nicht nur menschliches Vertrauen, sondern vor allem ein gemeinsames Programm." Das sehe er nicht.

Zuletzt hatte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) erklärt, ein schwarz-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl nicht ausschließen zu wollen. Dem Radiosender hr1 hatte Schröder gesagt: "Ich kann mir Schwarz-Grün prinzipiell schon seit langem vorstellen." Es komme sehr auf die handelnden Personen an. "Wenn die Optionen so wären, müsste man darüber reden, und dann sollte man vorurteilslos schauen." Schröder hält die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt für eine "kluge Frau", die durchaus "für bürgerliche Werte" stehe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wies laut einem "Focus"-Bericht in einer Präsidiumssitzung ihrer Partei auf große inhaltliche Differenzen mit den Grünen hin. Die CDU-Vorsitzende warnte zudem vor machtpolitischen Gefahren für eine Regierung mit den Grünen. "Dann hätten wir null Stimmen im Bundesrat", zitiert das Magazin Merkel ohne Quellenangabe. In keinem Bundesland gibt es derzeit eine schwarz-grüne Regierung. Eine solche Koalition hätte daher in der Länderkammer kein eigenes Lager hinter sich.

Laut einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" hätte Rot-Grün (SPD: 29 Prozent, Grüne: 15) derzeit keine Mehrheit. Schwarz-Gelb käme wegen des Scheiterns der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde ohnehin nicht in Frage (Union: 38, FDP: 4). Angesichts des Abschneidens der Linken (7) und Piraten (4) wären nur eine Große Koalition oder Schwarz-Grün möglich - allerdings könnte Rot-Grün ein Prozentpunkt mehr schon reichen.

hen/dpa/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Arroganz
hanfiey 26.11.2012
Arroganz und Tunnelblick wird diesem Menschen zum Verhängnis. Nicht das ich etwa eine CDU / grüne Regierung möchte, nein bloß nicht. Leider ist dieses Verhalten typisch für die "alte" Garde, aber wenn die lieber in der 2ten Reihe tanzen, bitte schön.
2. Arithmetischer Unsinn
Guillermo Emmark 26.11.2012
Zitat von sysopLaut einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" hätte Rot-Grün (SPD: 29 Prozent, Grüne: 15) derzeit keine Mehrheit. Schwarz-Gelb käme wegen des Scheiterns der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde ohnehin nicht in Frage (Union: 38, FDP: 4). Angesichts des Abschneidens der Linken (7) und Piraten (4) wären nur eine Große Koalition oder Schwarz-Grün möglich - allerdings könnte Rot-Grün ein Prozentpunkt mehr schon reichen. CDU-Generalsekretär Gröhe stichelt gegen Grüne - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-generalsekretaer-groehe-stichelt-gegen-gruene-a-869345.html)
Der letzte Satz ist arithmetisch unsinnig. Ausser Schwarz-Grün und 'gross' wäre nämlich anhand obiger Zahlen auch Rot-Rot-Grün (51%) möglich - wie schon lange. Das wird medial totgeschwiegen, weil es keiner will. Jedenfalls nicht in den Mainstreammedien und auch nicht in der Politik. Über die künftige Regierung entscheiden aber nicht Politiker und Journalisten, sondern das Volk. Und das ist ein scheues Reh, das nicht immer dahin geht, wo man es gern hätte. Da überhaupt noch nicht abzusehen ist, wo FDP und Piraten prozentual tatsächlich landen werden, sind alle augenblicklichen Kalkulationen nur spekulatives Pfeifen im dunklen Bundeswald. Bei 5 oder 6 Parteien im Bundestag müssen dann mal die etwas Kreativeren nach vorn. Viele sind das ja nicht, aber IRGENDWER wird sich dann wohl IRGENDWAS einfallen lassen MÜSSEN.
3.
hanswolfgangsieger 26.11.2012
Zitat von hanfieyArroganz und Tunnelblick wird diesem Menschen zum Verhängnis. Nicht das ich etwa eine CDU / grüne Regierung möchte, nein bloß nicht. Leider ist dieses Verhalten typisch für die "alte" Garde, aber wenn die lieber in der 2ten Reihe tanzen, bitte schön.
Das ist der Größenwahn der schwarzen Partei. Merkel, Seehofer und die beiden Generalsekretäre über bieten sich an Größenwahn
4. Wetten dass...
verbalix 26.11.2012
... die Unionsparteien bei Bedarf den Grünen in den Allerwertesten kriechen werden?MfG.
5. CDU und Bündnis90 wird nur aktuell werden,und ein Paar,
Kernseife 26.11.2012
erst wenn die CSU als eigenständige RegionalPartei ausgerufen wird und nur für Bayern zählt und sie nicht wie bisher mit wenigen Stimmen Deutschland mitregiert !
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Bundestagswahl 2013
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 11 Kommentare