CDU-Generalsekretär vs. Facebook-Pöbler "Sie sind ein Arschloch"

Peter Tauber ist in der CDU für die Abteilung Attacke zuständig - diesmal geigt er einem fremdenfeindlichen Pöbler auf Facebook die Meinung.

CDU-Generalsekretär Tauber (April 2014): "Arschloch"-Bezeichnung - mit Smiley
DPA

CDU-Generalsekretär Tauber (April 2014): "Arschloch"-Bezeichnung - mit Smiley


Seit geraumer Zeit gelten Politiker in Deutschland als überdurchschnittlich selbstbeherrschte Menschen - lange vorbei sind die Zeiten, in denen Raubeine wie Franz Josef Strauß oder Herbert Wehner ihre Reden mit allerlei Kraftausdrücken garnierten. Bereits als Joschka Fischer, seinerzeit Bürgerschreck, 1984 den damaligen Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen als Arschloch titulierte, brachte ihm das außer gehöriger Aufmerksamkeit in der deutschen Öffentlichkeit den Rauswurf aus dem Plenum ein.

Nun ist mit Peter Tauber erneut einem Spitzenpolitiker der Kragen geplatzt. Einem Dauerpöbler auf seiner Facebook-Seite beschied der CDU-Generalsekretär kurz und knapp: "Sie sind ein Arschloch" - und garnierte diese Aussage noch mit einem Smiley.

Die deftige Replik gab Tauber auf einen Kommentar des nach eigenen Angaben 62-Jährigen. In diesem hatte der Mann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Geisteskrankheit unterstellt, offenbar wegen ihrer Haltung in der Flüchtlingspolitik. Bereits zuvor hatte der Internetnutzer auf Taubers und seiner eigenen Facebook-Seite wiederholt und mit hoher Frequenz gegen muslimische Zuwanderer gehetzt sowie von "Stasi-Spitzel IM Erika" geschrieben - eine in rechtspopulistischen und verschwörungstheoretischen Kreisen gängige Bezeichnung für Merkel.

Peter Tauber/ Facebook

Nach Taubers harschem Kommentar empörte sich der Pöbler in dem sozialen Netzwerk lauthals über die Wortwahl. Viele Kommentatoren unterstützten ihn, teils mit ähnlichen Attacken gegen Tauber. Andere äußerten wiederum volles Verständnis für die verbale Breitseite des Christdemokraten.

Vielleicht wären die Reaktionen weniger aufgebracht gewesen, hätte Tauber sich stärker an Joschka Fischer orientiert. Der hatte seiner "Arschloch"-Äußerung 1984 im Bundestag noch eine Höflichkeitsfloskel vorangestellt: "Mit Verlaub, Herr Präsident", leitete Fischer seine Wortmeldung damals ein, "Sie sind ein Arschloch!".

fdi/dpa

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