Riesenplakate im Wahlkampf: Máximo McAllister

David McAllister investiert in Niedersachsen kräftig in den Machterhalt. Mega-Porträts des Ministerpräsidenten grüßen das Wahlvolk von gigantischen Werbetürmen. Die SPD spottet über den "Personenkult wie in Kuba".

Berlin - Es gibt Staatenlenker, die legen großen Wert darauf, dass ihr Volk sie stets vor Augen hat. Sie lassen sich Statuen auf zentralen Plätzen bauen oder riesige Porträts aufhängen. Mal kämpferisch, mal nachdenklich sollen die Menschen sie dort sehen - und natürlich verehren. Gewöhnlich finden sich solche Symbole der Macht in Ländern, die autoritär geführt werden.

Niedersachsen ist dafür nicht bekannt. Dennoch können die Menschen zwischen Weser und Leine ihren Regierungschef nun auch überlebensgroß und in väterlicher Pose bewundern. Zwar nicht in Stein gemeißelt vor der Staatskanzlei in Hannover, auch nicht an irgendwelchen Prunkbauten montiert. Maximale Aufmerksamkeit aber ist David McAllister garantiert.

Direkt an der Autobahn 2 bei Hannover, einer der meist frequentierten der Republik, grinst der Ministerpräsident von der CDU seit einigen Tagen von einem überdimensionalen Plakat aus 50 Metern Höhe herab und verspricht den Zehntausenden, die Tag für Tag hier vorbeifahren, dass sie bei ihm "in guten Händen" sind". Auch an zwei weiteren Standorten grüßt der Landesvater von gigantischen Türmen, um bis zur Landtagswahl am 20. Januar für seine Wiederwahl zu werben. Derzeit muss er angesichts des schwächelnden Koalitionspartners FDP ernsthaft um den Machterhalt bangen.

Die Konkurrenz hat für die Riesenwerbung des Amtsinhabers naturgemäß nichts übrig. Die Megaplakate passten zum "Personenkult", den die CDU in Niedersachsen betreibe, heißt es aus dem Team von SPD-Herausforderer Stephan Weil. Schließlich würden die Christdemokraten fast ausschließlich auf die Zugkraft von Ministerpräsident McAllister setzen. In diesem Fall aber sei die CDU über das Ziel hinausgeschossen, glaubt ein Sprecher der Weil-Kampagne. "Das ist eine Form der Darstellung, die eher an den Personenkult in Staaten wie Kuba erinnert."

Die CDU stört die Kritik nicht. Dort sind sie stolz auf die Giga-Werbung. Die üblichen Wahlplakate auf städtischen Reklameflächen oder Laternen nimmt der Bürger angesichts der Flut von Motiven und inhaltsleeren Slogans nach ein paar Tagen gar nicht mehr wahr. An den sogenannten Maxipostern dagegen dürfte an den vielbefahrenen Autobahnen kaum jemand vorbeirauschen, ohne sie bemerkt zu haben. Schon von weitem ist der gigantische Turm mit dem Landesvater zu sehen, nachts wird das 224 Quadratmeter-Plakat hell erleuchtet.

Die Hamburger Firma, die die Flächen vermietet, wirbt denn auch mit dem "Luxus zwangsläufiger Wahrnehmung" und "größtmöglichem Impact". Als Zielgruppe werden vor allem berufstätige Männer zwischen 18 und 49 Jahren genannt. Laut Preisliste des Unternehmens dürfte die CDU die einmonatige Kampagne bis zu 90.000 Euro kosten. Das Wahlkampfbudget der Christdemokraten beträgt nach eigenen Angaben insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

phw

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insgesamt 92 Beiträge
dagegengewicht 04.01.2013
... trotzdem nicht !
... trotzdem nicht !
si tacuisses 04.01.2013
Sie würde besser ihren Augiasstall aufräumen. SPD - Projekt 2013 = 18 %
Zitat von sysopDavid McAllister investiert in Niedersachsen kräftig in den Machterhalt. Mega-Porträts des Ministerpräsidenten grüßen das Wahlvolk von gigantischen Werbetürmen. Die SPD spottet über den "Personenkult wie in Kuba". CDU in Niedersachsen: McAllister macht Wahlkampf mit Mega-Plakaten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-in-niedersachsen-mcallister-macht-wahlkampf-mit-mega-plakaten-a-875648.html)
Sie würde besser ihren Augiasstall aufräumen. SPD - Projekt 2013 = 18 %
josha52 04.01.2013
Hannoveraner Peinlichkeit da capo: Wulff, Rösler, McAllister - mit immer der gleichen Belanglosigkeit des ewig Grinsenden.
Zitat von sysopDavid McAllister investiert in Niedersachsen kräftig in den Machterhalt. Mega-Porträts des Ministerpräsidenten grüßen das Wahlvolk von gigantischen Werbetürmen. Die SPD spottet über den "Personenkult wie in Kuba". CDU in Niedersachsen: McAllister macht Wahlkampf mit Mega-Plakaten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-in-niedersachsen-mcallister-macht-wahlkampf-mit-mega-plakaten-a-875648.html)
Hannoveraner Peinlichkeit da capo: Wulff, Rösler, McAllister - mit immer der gleichen Belanglosigkeit des ewig Grinsenden.
haben schon mal die Größe der eigenen Wahlplakate in Bezug auf die der Mitbewerber gestört? Jeder möchte seinen Kandidaten im richtigen Licht sehen und außerdem muß man auch an diejenigen denken, deren Augen nicht mehr so [...]
Zitat von sysopDavid McAllister investiert in Niedersachsen kräftig in den Machterhalt. Mega-Porträts des Ministerpräsidenten grüßen das Wahlvolk von gigantischen Werbetürmen. Die SPD spottet über den "Personenkult wie in Kuba". CDU in Niedersachsen: McAllister macht Wahlkampf mit Mega-Plakaten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-in-niedersachsen-mcallister-macht-wahlkampf-mit-mega-plakaten-a-875648.html)
haben schon mal die Größe der eigenen Wahlplakate in Bezug auf die der Mitbewerber gestört? Jeder möchte seinen Kandidaten im richtigen Licht sehen und außerdem muß man auch an diejenigen denken, deren Augen nicht mehr so gut sind. Schließlich tragen die Propagandisten unserer Gesellschaft auch das Schild behindertenfreundliches Land vor sich her. Und bei Wahlen wird man doch mit seinen Vorzügen nicht geizen, da zeigt man sie in voller Größe.
bernix 04.01.2013
...anderes Bundesland. Das Geld schein mir aber gut angelegt. Natürlich drück ich den Piraten die Daumen!
Zitat von sysopDavid McAllister investiert in Niedersachsen kräftig in den Machterhalt. Mega-Porträts des Ministerpräsidenten grüßen das Wahlvolk von gigantischen Werbetürmen. Die SPD spottet über den "Personenkult wie in Kuba". CDU in Niedersachsen: McAllister macht Wahlkampf mit Mega-Plakaten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-in-niedersachsen-mcallister-macht-wahlkampf-mit-mega-plakaten-a-875648.html)
...anderes Bundesland. Das Geld schein mir aber gut angelegt. Natürlich drück ich den Piraten die Daumen!
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  • Freitag, 04.01.2013 – 10:10 Uhr
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Das Wahljahr 2013
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.




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