Initiative gegen Verschwendung CDU will ewig haltbaren Zucker

"Salz und Zucker verderben nicht": Die CDU plant die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums für einige Lebensmittel. Änderungen kündigte Parteivize Julia Klöckner auch für die Grundeinstellungen von Smartphones an.

Zuckersüß: CDU-Forderung gegen Verschwendung
DPA

Zuckersüß: CDU-Forderung gegen Verschwendung


Die CDU will mit neuen Vorschriften die Verschwendung von Nahrungsmitteln bremsen. "Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln wird von vielen verwechselt mit einem Verfallsdatum", sagte die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner der "Rheinischen Post": "Salz oder Zucker verderben nicht bei ordentlicher Aufbewahrung".

"Bei Lebensmitteln, die haltbar sind, brauchen wir deshalb kein Mindesthaltbarkeitsdatum", sagte Klöckner weiter. Dies sei eines der Ergebnisse der von ihr geleiteten CDU-Zukunftskommission zum Thema Nachhaltigkeit, so die Politikerin.

Ganz neu ist diese Forderung nicht. Mehrfach brachte Bundesverbraucherminister Christian Schmidt (CSU) die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums für einige Produkte ins Gespräch. Laut einer im Januar veröffentlichten Umfrage für das Landwirtschaftsministerium wirft die Mehrheit der Haushalte in Deutschland mindestens einmal im Monat Lebensmittel weg.

Weitere verbraucherfreundliche Änderungen plant die CDU-Zukunftskommission Klöckner zufolge für Handy-Grundeinstellungen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Denen sollen künftig die wichtigsten Punkte in klarer und knapper Form vorangestellt werden und Zusatzkosten ausgewiesen sein. Zudem wolle die CDU mit einer europaweiten Initiative dafür sorgen, dass bei neuen Handys nicht automatisch Apps aktiviert werden, die das Verhalten des Besitzers scannen.

mxw/dpa/AFP

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insgesamt 123 Beiträge
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fleischwurstfachvorleger 29.06.2015
1. Mhd
Salz und Zucker ohne MHD. Bin überwältigt. DAS ist wahrlich eine packende Zukunfts-Initiative. Das macht Mut. Die Frage, die sich mir stellt, ist, warum unser forscher Verbraucherschutzminister mit diesem Ansatz bisher gescheitert ist? - War der Versuch doch zu visionär für die Parlamentarier von CDU / CSU? Oder ist Herr Schmidt, wie seine Vorgängerin Aigner, einfach nur ein Dampfplauderer vor dem HERRN? Steht Seehofer voll dahinter? P.S. Ohne 10-Punkte-Plan wird dieser heroische Ansatz sowieso scheitern.
Diskutierender 29.06.2015
2. Grundeinstellungen Smartphone
Ich hätte hier noch zwei weitere Vorschläge für die Grundeinstellungen beim Smartphone: - Das Smartphone kann nicht bedient werden, wenn der Nutzer sich bewegt, d.h. zu Fuss, auf dem Fahrrad oder am Steuer eines Fahrzeugs unterwegs ist. - Wenn der Smartphone-Nutzer in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, ist die Telefonierfunktion blockiert. So bleiben Mitmenschen vor Smartphone-Zombies und Mitteilungssüchtigen verschont.
Velbert2 29.06.2015
3. Schäden
Wer haftet denn, wenn es doch zu Vergiftungen nach dem Genuss verdorbener Lebensmittel ohne Mindesthaltbarkeitsangabe kommt? Konsequenterweise müsste das dann der Staat sein, denn der Hersteller würde ja gerne weiterhin ein Mindesthaltbarkeitsdatum angeben, darf es aber nicht mehr.
stefan kaitschick 29.06.2015
4. Schön und Gut
aber dann bitte ein Herstellungsdatum. Sonst handelt es sich um Verbrauchertäuschung.
Badener1848 29.06.2015
5. Ja zum Zucker, Nein zu weniger Kohle und Öl
Die Zuckerverschwendung ist sicherlich das größte Problem mangelnder Nachhaltigkeit. Da sind Themen wie der verschwenderische Verbrauch von Ressourcen und die CO2-EMISSIONEN durch Kohle und Öl nur Pipifax. Und mit dem Haltbarkeitsdatum auf Zuckertüten tut man bestimmt niemandem weh. Mit Auflagen für die Autoindustrie schon, aber deswegen gibt's die Überlegungen auch nicht bei der CDU. Hinterlassen wir unseren Kindern eine Welt, in der es immer noch Zucker aus den 2010er Jahren gibt. Das ist gelebte Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung.
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