SPON-Wahltrend CDU vor SPD, AfD verliert

Die CDU legt zu und setzt sich leicht von der SPD ab, die AfD fällt in der Wählergunst: Hier finden Sie die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von SPIEGEL ONLINE - und können erneut abstimmen.

Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
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Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz

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Die Union hat ihr Mini-Umfragetief nach dem Schulz-Hype der vergangenen Wochen offenbar überwunden. Erstmals seit Ende Februar liegt sie wieder bei mehr als 34 Prozent. Der Abstand zur SPD bleibt aber gering.

Ein Trend setzt sich fort: Die kleinen Parteien leiden unter dem engen Rennen der beiden großen Konkurrenten. Die AfD fällt erstmals seit Wochen wieder in den einstelligen Prozentbereich.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit für ganz Deutschland repräsentativen Ergebnissen. (Mehr über die Methodik erfahren Sie am Ende dieses Textes).

Jede Woche ordnen wir ein, wer vorne liegt, wer verloren hat und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Am Ende des Artikels können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten (erfahren Sie hier mehr zum grundsätzlichen Umgang von SPIEGEL ONLINE mit Meinungsumfragen).

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1. So haben Sie abgestimmt

CDU und CSU können im SPON-Wahltrend zulegen und liegen nun bei 34,3 Prozent. Damit setzt sich die Union erstmals seit Wochen etwas deutlicher von der SPD ab. Die Sozialdemokraten verlieren im Vergleich zur Vorwoche leicht und kommen nun auf 31,9 Prozent.

Der Abstand liegt allerdings innerhalb der sogenannten statistischen Fehlergrenze - diese markiert rein rechnerische Schwankungen einer Umfrage.

Dennoch ist der Trend eindeutig: Die beiden Volksparteien liefern sich einen engen Wettstreit, in den vergangenen Wochen lagen sie meist zwischen zwischen 32 und 34 Prozent.

Was sich bereits in anderen Umfragen andeutete , bestätigt der jüngste SPON-Wahltrend: Die Kurve der AfD zeigt nach unten. Erneut hat die Partei an Zustimmung verloren und liegt nun bei 8,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Umfrage von SPIEGEL ONLINE. In der Vorwoche erreichte die AfD noch einen zweistelligen Wert, einstellig war sie seit Beginn der Umfrage bisher nur in zwei weiteren Auswertungen.

Die Linke hingegen kann leicht zulegen und rückt nah an die AfD heran. FDP und Grüne bestätigen den Trend der Vorwochen. Die Liberalen steigen zwar minimal in der Wählergunst, bleiben in der Umfrage dennoch Schlusslicht. Die Grünen zeigen kaum Veränderung zur Vorwoche.

2. SPD verliert an Zustimmung bei den Jungwählern

Martin Schulz mobilisiert den Nachwuchs, das war eine auffällige Entwicklung in jüngster Zeit. Seit Schulz als Kanzlerkandidat feststeht, konnte die SPD ihre Zustimmungswerte bei Unter-30-Jährigen fast verdoppeln - bis jetzt. Denn dieser Trend erhält einen Dämpfer. Im Vergleich zur Woche verliert die SPD bei den 18- bis 29-jährigen Sozialdemokraten drei Prozentpunkte. Damit liegt sie aber immer noch deutlich über den Werten des Januars. Seinerzeit waren es zwischen 21 und 23 Prozent. Auch die Union verliert bei den Jüngeren zwei Prozentpunkte.

Noch gravierender ist der Rückgang für die SPD aber bei den 30- bis 39-Jährigen. In dieser Altersklasse büßt die SPD sechs Punkte ein, die Union gewinnt dagegen in dieser Gruppe mehr als vier Prozentpunkte hinzu.

Stets hart umkämpft ist auch die Gruppe der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Dort liegt die SPD in dieser Woche knapp vor der Union. In den vergangenen Wochen gab es in dieser Gruppe immer wieder einen Wechsel in der Wählergunst.

Die AfD dagegen ist zwar weiterhin besonders bei den 50- bis 64-Jährigen beliebt, verliert aber auch dort fast zwei Prozentpunkte bei den Zustimmungswerten.

3. Volksparteien bei Frauen und Männern ähnlich beliebt

Wie bereits in der Vorwoche liegen weibliche und männliche Wähler nicht sehr weit auseinander, wenn man sie nach ihrer politischen Präferenz fragt: Die SPD erreicht bei den Frauen mehr als 31 Prozent Zustimmung, bei den Männern knapp 32,6 Prozent. Auch die Union ist bei Frauen und Männern mit 34 bzw. 34,6 Prozent gleichmäßig beliebt.

Die AfD würde aktuell eher von Frauen als von Männern gewählt werden. Damit setzt sich der Trend aus der Vorwoche fort.

Allerdings liegt der Abstand innerhalb der statistischen Fehlertoleranz. Ob sich daraus ein belastbarer Trend entwickelt oder nicht, werden künftige Befragungen zeigen.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 30.3. bis 3.4.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 7544 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und Geschlechtern und ihrer Parteipräferenz liegt die statistische Fehlertoleranz etwas höher. Sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

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Was ist das Besondere an der Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen Verfahren. Zuerst werden alle Umfragen in einem Netzwerk aus mehr als 12.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"). Online kann jeder an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, unter anderem nach den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse nach weiteren Faktoren und Wertehaltungen gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 12.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass viele unterschiedliche Nutzer erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Man kann nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. In unserem Fall heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.
Wer steckt hinter Civey?
Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.


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