Diskussion über Ende der Ära Merkel Spahn sieht "überall gute Leute" in der CDU

Jens Spahn schwieg bislang bei den Diskussionen über die Zukunft der CDU nach Kanzlerin Merkel. Doch jetzt äußert sich der Wortführer der jüngeren Unions-Politiker: Die Partei habe "überall gute Leute".

CDU-Politiker Jens Spahn
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CDU-Politiker Jens Spahn


Die CDU diskutiert immer intensiver über das Ende der Ära von Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel. Er sehe seine Partei personell für die Zeit nach Merkel gewappnet, sagte das Präsidiumsmitglied Jens Spahn. Die CDU habe überall gute Leute, sagte er in einem Interview mit der österreichischen "Die Presse am Sonntag".

Konkret nannte Spahn, der als einer der Wortführer der jüngeren CDU-Politiker gilt, den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, den thüringischen Parteichef Mike Mohring, die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner und die Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak und Carsten Linnemann. Auf die Frage, ob es Kandidaten gebe, die auch sofort das Ruder übernehmen könnten, antwortete Spahn: "Nach meiner Erfahrung hat sich immer jemand gefunden, wenn es soweit war."

Spahn gilt selbst als Hoffnungsträger vieler jüngerer CDU-Politiker und möglicher Kandidat für höchste Aufgaben in der Zeit nach Merkel. Er war von seinen Verbündeten zuletzt immer wieder öffentlich genannt worden als künftiger Minister in einer Großen Koalition oder als neuer CDU-Generalsekretär.

Merkel steht innerparteilich in der Kritik, weil die Partei bei den Koalitionsverhandlungen das Finanzministerium an die SPD und das Innenministerium an die CSU abgetreten hat. Auch Spahn, derzeit noch geschäftsführender Finanz-Staatssekretär, nannte den Verlust der Ministerien einen "harten Schlag".

Spahn sprach sich für einen Wettbewerb um die Spitzenposition in der CDU aus, "wenn es soweit ist". "Wir sind doch nicht in einer Monarchie, in der man seine eigene Nachfolge selbst regelt", sagte der Vertreter des konservativen Parteiflügels. "Wenn es soweit ist, dann werden sich Kandidaten auch durchsetzen müssen." Zuvor hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch die CDU bereits aufgerufen, sich auf die Zeit nach Merkel vorzubereiten.

Koch fordert Merkel auf, ihre Nachfolge zu regeln

Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte Merkel auf, ihre Nachfolge zu regeln. "Die Parteiführung, und eben auch die Vorsitzende Angela Merkel, schulden den Wählern eine Antwort auf die Frage, welches die nächste Generation ist, die Verantwortung übernimmt", sagte Koch der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

So etwas könne man "entweder von oben gestalten, also die nächste Generation ins Kabinett holen", oder es geschehe "aus einer innerparteilichen Opposition" heraus. Koch machte deutlich, dass er den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther und Spahn zum Führungsnachwuchs in der CDU zählt. Er halte es nicht für sinnvoll, mit einem Wechsel an der Parteispitze bis zur nächsten Wahl zu warten.

als/dpa/Reuters



insgesamt 152 Beiträge
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Seite 1
Bananenschale 11.02.2018
1. Ich sehe Spahn
Und das ist nicht gut.
ptb29 11.02.2018
2. Es ist Fasching
Das erklärt einiges. Natürlich muss sich Spahn im Gespräch halten, da demnächst ein/e Merkelnachfolger/in gesucht wird.
DerWeinerlicheDeutsche 11.02.2018
3. Merkels Zeit ist vorbei
Ihre letzten Jahre waren unglaublich schadensstiftend für Deutschland und auch für Europa Das muss ein Ende haben das gewürge um die unsägliche Groko zeigt es überdeutlich 55 % der Wähler wollten cdu fdp und afd was haben sie bekommen eine Linksregierung, wenn das keien Wählerbeugung ist. Das gerede von Staatspolitischerverantwortung übersetze ich mal: Würde neu gewählt würden FDP AfD und andere überproportional gewinnen, das kostet die Pfründebesitzer jobs, so einfach ist das
goodcharlotte 11.02.2018
4. Merkel gewählt
Die Menschen haben Angela Merkel gewählt. Nicht Jens Spahn. Und schon gar nicht einen Horst mit einem heimatministerium. Punkt.
simonweber1 11.02.2018
5. Spahn
sieht überall gute Leute in der CDU. Ja Herr Spahn so lange Sie Frau Merkel haben werden diese "guten Leute" weiterhin als Hinterbänkler auf bessere Zeiten warten müssen.
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