CDU-Parteivorsitz Wirtschaftspolitiker der Union sprechen sich für Merz aus

Nach der Frauen-Union hat sich nun auch der Wirtschaftsflügel für einen Favoriten für den künftigen CDU-Vorstand festgelegt: Die Wirtschaftspolitiker favorisieren demnach Friedrich Merz.

Friedrich Merz
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Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn: Die drei aussichtsreichsten Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz waren zu Gast beim Bundesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union. Die hat sich anschließend für Merz als Favoriten ausgesprochen: "Mit großer Mehrheit unterstützt der MIT-Bundesvorstand Friedrich Merz als neuen Vorsitzenden der CDU Deutschlands".

Vor 70 MIT-Mitgliedern hatten sich die Kandidaten zuvor im Bundesvorstand in Berlin vorgestellt. Im Zentrum der 90-minütigen Diskussion und den je zahnminütigen Vorstellungen der Kandidaten hätten vor allem wirtschaftspolitische Themen, aber auch Fragen rund um die Einwanderungs- und Integrationspolitik gestanden.

Die MIT, die nach eigenen Angaben rund 25.000 Mitglieder hat, zeigte sich zufrieden, dass alle drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz wichtige Forderungen der Vereinigungen wie zum Beispiel Steuerreformen unterstützten.

Bisher hatte sich von den Vereinigungen neben der MIT nur die Frauen-Union klar hinter einen Kandidaten gestellt. Sie unterstützt allerdings Kramp-Karrenbauer. Die CDU will auf dem Hamburger Bundesparteitag Anfang Dezember einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die nach 18 Jahren abtretende CDU-Chefin Angela Merkel wählen.

Zuletzt hatte Merz Kritik geerntet, weil er von sich behauptete, er sei "Teil der gehobenen Mittelschicht" - trotz eines siebenstelligen Jahresgehalts. Dazu sagte Merz in der "Bild am Sonntag": "Für mich ist die gesellschaftliche Mitte nicht eine rein ökonomische Größe. Ich habe von meinen Eltern die Werte mitbekommen, die die Mittelschicht prägen: darunter Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt und das Wissen, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt, wenn man es sich leisten kann."

Weiter sagte Merz: "Wenn ich 'Oberklasse' oder 'Oberschicht' höre, denke ich an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt haben und damit ihr Leben genießen. Das ist bei mir nicht der Fall."

vks/dpa/AFP



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friedrich.grimm@gmx.de 19.11.2018
1. Für wen denn sonst?
Donnerwetter! Darauf wäre mit Sicherheit kein Mensch gekommen, dass diese Raffkes sich ausgerechnet für Merz aussprechen. Wie gut, dass das hier einmal klar und deutlich geschrieben wird. Es ist sicherlich so, dass Merz für seine Fürsprecher ein enormer Gewinn wäre. Eine Gegenmeinung dazu ist auf den Nachdenkseiten von Albrecht Müller zu lesen. Dort wird imgrunde der vermeintliche Gewinn erheblich relativiert.
lupo44 19.11.2018
2. die Interpretation einer Thematik oder Haltung ist von ......
entscheidender Bedeutung bei einer Meinungsbildung und Einschätzung eines Menschen im ALLGEMEINEN: Man kann ja über Herrn Merz sagen und denken was man will-ob nun Millionen,Visionist oder guter Wirtschaftsmann,eines steht fest dieser Mann wird Deutschland gut tun egal in welcher politischen Ebene auch immer.Uns wird es innen und Außenpolitisch besser gehen als heute.Fragen der Sicherheit,die Einhaltung der gegenseitigen Achtung sowie eine bessere Entwicklung unserer Kinder im digitalen Zeitalter.
Watschn 19.11.2018
3. OK, vielleicht doch besser Merzmartin als die linke Annegret....
Aber am Besten wäre für die Zunkunft der Union: Jens Spahn... Merz wird wohl mehr rechtsstaatlich politisieren, das ist sehr wünschenswert, nach dieser Verluderung der CDU unter Merkel, aber in puncto Eurovertiefung aka 'Eurorettung', d.h. Eurohaftungsverschuldung/gemeinsame Euro-Schulden- u. Transferunion/EU-Bankenunion; aka gemeinsame EU-Spareinlagenvergemeinschaftung, eig. EU-Steuererhebung, gemeinsamer EU-Arbeitslosenversicherung....und der merkelschen Migrationspolitik (Merz sagt wie AKK vorbehaltos JA zum Globalen Migrationspakt) ist er eher auf EU-Sozn-Linie mit Martin Schulz, Olaf Scholz, Ralf Stegner, Merkel, AKK, Altmaier, Laschet & Co. Da also eher ein Merzmartin der weichgespülten Sosse; im Gegensatz zu einem Jens Spahn. Somit kann sich die AfD beruhigt u. genüsslich zurücklehnen u. die Sektflaschen knallen lassen.
blurps11 19.11.2018
4.
Gerade in der Wirtschaftspolitik waren Merz' Positionen früher ja eher unterkomplex, da sind inzwischen sogar viele selbst stramm Wirtschaftsliberale deutlich weiter. Seine bisherigen Aussagen nach der Rückkehr lassen auch nicht unbedingt darauf schließen, dass es bei ihm diesbezüglich Fortschritte gibt. Wer nicht selbst zur "oberen Mittelschicht" ( lies: Einkommens- und Vermögensmillionär ) gehört, sollte sich deswegen sehr gut überlegen, ob er die Stimme wirklich diesem Mann geben will.
hegoat 19.11.2018
5.
Oberschicht sind also nur die, die reich geeerbt haben. Alle, die (nur) viel Geld verdienen, sind nach Merz Lesart zwangsläufig Mittelschicht. Also Durchschnittstypen wie Bill Gates, Abramowitsch oder Dieter Bohlen. Wer so weltfremd ist, darf nie Kanzler werden.
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