SPON-Wahltrend CDU punktet im Osten, AfD schwächer

Drei Landtagswahlen stehen im Osten an - seit dem Verzicht der Kanzlerin auf den Parteivorsitz kann die CDU wieder zulegen. Eine SPON-Umfrage zeigt zudem, dass jeweils zwei Parteien klare Ost-West-Schwerpunkte haben.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer

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Die Union vergrößert ihren Abstand zu den Rechtspopulisten. Das trifft insbesondere auf den Osten Deutschlands zu. Dort erreicht die CDU in einer repräsentativen Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE knapp über 30 Prozent. Damit liegt sie rund 13 Prozentpunkte vor der AfD, die gut 17 Prozent der Befragten in der Sonntagsfrage nannten. Im Westen schneidet die Union nur noch leicht besser ab als im Osten.

Zum Vergleich: Noch am Tag der Hessenwahl, dem 28. Oktober 2018, war der Unterschied im Osten zwischen CDU und AfD deutlich geringer. Damals lagen die Christdemokraten bei 26, die Rechtspopulisten bei knapp 21 Prozent - somit trennten die beiden nur gut fünf Prozentpunkte.

Am Tag nach der Wahl in Hessen kündigte Angela Merkel ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz an, im Dezember übernahm Annegret Kramp-Karrenbauer die Partei. Seitdem geht es leicht aufwärts. Auch Merkel hat durch ihren Rückzug offenbar an Beliebtheit gewonnen. Dass sich sowohl Kramp-Karrenbauer als auch der neue CSU-Chef Markus Söder ganz offensichtlich bemühen, nicht die Politscharmützel ihrer Amtsvorgänger fortzuführen, mag ebenfalls eine Rolle spielen.

Die Ost-Zahlen finden große Beachtung in den Parteien. Denn am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen die Landtage gewählt, am 27. Oktober folgt Thüringen. Erwartet werden Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins zwischen CDU und AfD in Sachsen, zwischen CDU, SPD und AfD in Brandenburg sowie zwischen CDU, Linkspartei und AfD in Thüringen. Zudem finden Ende Mai neben der Europawahl in allen Ost-Ländern mit Ausnahme Berlins auch Kommunalwahlen statt.

Trotz gewachsenen Rückstands auf die CDU gilt für die AfD weiter: Sie erreicht im Osten deutlich höhere Werte als im Westen. Dies hat sie mit der Linkspartei gemein, während Grüne und FDP im Westen deutlich stärker sind als im Osten. Die Sozialdemokraten sind zwar generell im ganzen Land schwach, haben aber zumindest in den vergangenen Monaten im Osten zugelegt.

Bei der Bewertung der einzelnen Minister kann ein Unionspolitiker die stärkste positive Entwicklung verbuchen - wenn auch von sehr bescheidener Basis aus. Das zeigt der SPON-Regierungsmonitor: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bleibt zwar einer der unbeliebtesten Minister, seine Bewertung ist allerdings im Vergleich zur vergangenen Auswertung Mitte Dezember um 28 Punkte gestiegen. Damit hat er Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) überholt.

Der Regierungsmonitor zeigt in Zusammenarbeit mit Civey die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung, den Koalitionsparteien und vor allem mit den einzelnen Ministern sowie der Kanzlerin. Um die repräsentativen Bewertungen vergleichen zu können, arbeitet Civey mit einem Scoringverfahren (lesen Sie hier mehr zu dem Verfahren). Der bestmögliche Index beträgt 200, das schwächste Ergebnis wäre -200.

Scheuers Anstieg fällt so deutlich aus, weil er bei gleich drei Gruppen entscheidend punktet: bei Wählern der Unionsparteien, der FDP sowie der AfD.

Dies mag mit der Diskussion um ein Tempolimit zusammenhängen, welches Scheuer strikt ablehnt. Diese Haltung entspricht am ehesten der Einstellung eben jener Wählergruppen, bei denen der Verkehrsminister nun deutlich beliebter wurde. Trotzdem bleibt er auf dem vorletzten Platz. Klar vorn im Ranking steht weiter die Kanzlerin.

Der größte Verlierer der jüngsten Auswertung kommt aus der SPD. Seit Mitte Dezember hat Finanzminister Olaf Scholz 16 Punkte verloren. Bereits im Januar hatte eine SPON-Umfrage ergeben, dass ihn eine Mehrheit der Deutschen als Kanzlerkandidat für ungeeignet hält.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.



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