Zugunglück in Bayern CDU sagt Aschermittwoch-Veranstaltung mit Merkel ab

Wegen des Zugunglücks in Bayern sagt auch die CDU ihre Veranstaltung zum politischen Aschermittwoch ab. Kanzlerin Angela Merkel sollte in Mecklenburg-Vorpommern auftreten.

Kanzlerin Merkel: Absage aus Respekt vor den Toten von Bad Aibling
REUTERS

Kanzlerin Merkel: Absage aus Respekt vor den Toten von Bad Aibling


Die CDU reagiert auf das Zugunglück von Bad Aibling: Die Partei hat eine Veranstaltung zum politischen Aschermittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Das hätten Merkel und der dortige CDU-Landesvorstand aus Respekt vor den Opfern und zahlreichen Verletzten entschieden, teilte die CDU-Zentrale in Berlin mit.

Die Nachricht des schweren Zugunglücks in Bayern habe alle sehr betroffen gemacht und zutiefst erschüttert, sagte der CDU-Landeschef und Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, in Schwerin. Im Einvernehmen mit der Bundeskanzlerin habe man sich zu der Absage entschieden, so Caffier weiter.

Nach dem Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge bei Bad Aibling hatten schon CSU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler, Linke und AfD den traditionellen politischen Aschermittwoch in Bayern abgesagt.

Den politischen Aschermittwoch nutzen die Parteien traditionell zur Abrechnung mit politischen Gegnern. "Ganz Bayern trauert um die Toten der Zugkatastrophe. Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern, den Verletzten und den Angehörigen", teilte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer mit.

"Der politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum," sagte Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold.

Insbesondere bei der CSU ist der Aschermittwoch seit jeher eine Veranstaltung, bei der sich die Partei und die 3000 Zuhörer in Passau selbst feiern. In diesem Jahr nicht: Ministerpräsident Horst Seehofer will stattdessen am Mittwoch die Unglücksstelle bei Bad Aibling besuchen.

syd/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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räbbi 09.02.2016
1.
Feiges Pack. Auf deutschen Straßen gab es heute rein statistisch betrachtet in Summe etwa 10 Verkehrstote. Vielleicht ein paar mehr, vielleicht ein paar weniger. Interessiert niemanden. Einzelschicksale, Preis der Mobilität. Gleichzeitig werden sicherlich 50 an Krankenhauskeimen eingegangen sein. Bei einem Zugunglück mit 10 Toten machen sie aber plötzlich einen auf zu tiefst betroffen. Drohte dieses Jahr vielleicht Gegenwind im Bierzelt? Aber ich bin halt ein zynisches Arschloch, ich weiß.
dirk1962 09.02.2016
2. Noch vor 30 Minuten
...wurde bei Phoenix eingeblendet, dass die CDU ihre Veranstaltung mit Merkel abhalten will. Und jetzt der Sinneswandel? Wie immer rennen Merkel und ihre CDU der Entwicklung nur blind und hilflos hinterher. Oder will selbst die CDU das Elend Merkel inzwischen nicht mehr sehen, nachdem heute bekannt wurde, wie es wirklich mit dem Partner Türkei verhält?
redbayer 09.02.2016
3. Wohl ein
für die CSU, dass sie sich nicht mit Merkel in MeckPom treffen muss. Die Vorpommern sollten sich auch mal überlegen, ob sie immer Merkel nachlaufen oder sich besser an Polen orientieren sollte.
berlin1136 09.02.2016
4. Staatstrauer...
Erstmal mein Beileid allen Betroffenen des Zugunglückes. Zu Merkel usw. Ist am Aschermittwoch Staatstrauer angesagt? Dann könnte ich Merkels Entscheidung noch akzeptieren. Aber so denke ich kneift die gute Frau vor dem Volk.
minando 09.02.2016
5. Mir ist nicht so ganz klar...
....was das eine mit dem anderen zu tun hat? Andererseits wäre die Veranstaltung zu Zeiten der GroKo ohnehin eine Farce geworden.
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