Führungsdebatte in der Union JU-Chef fordert neben der Kanzlerin "neue, unverbrauchte Köpfe"

"Wir müssen die Fehler klar benennen": Die Junge Union fordert nach dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl Konsequenzen. Dazu zählt die Jugendorganisation auch Personalien.

JU-Chef Paul Ziemiak
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JU-Chef Paul Ziemiak


Es dürfte ein recht unangenehmer Termin für Angela Merkel werden. Am Samstag wird die Kanzlerin beim Deutschlandtag der Jungen Union in Dresden erwartet. Das ist traditionell kein leichter Auftritt für Parteivorsitzende. Diesmal aber, nach dem schlechtesten Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949, droht es besonders unangenehm für Merkel zu werden.

Der Chef der Jugendorganisation von CDU und CSU, Paul Ziemiak, machte in mehreren Interviews bereits deutlich, was die Parteivorsitzende beim Parteinachwuchs erwartet. Zwar sei die Kanzlerin in unruhigen Zeiten wie diesen ein Stabilitätsanker, sagte Ziemiak im Deutschlandfunk. "Aber ich finde, neben der Bundeskanzlerin ist Platz für neue und unverbrauchte Köpfe in Regierung, Partei und Fraktion." Das aktuelle CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn gehöre dazu.

"Nicht damit abfinden, dass rechts von uns noch eine Partei ist"

Der JU-Chef forderte, das konservative Profil in der CDU zu schärfen. "Wir müssen die Fehler klar benennen: Es liegt offen auf der Hand, dass sich ein Teil unserer Wähler nicht mehr ausreichend von der Union repräsentiert fühlt." Mit Blick auf die AfD sagte Ziemiak, er wolle sich "nicht damit abfinden, dass rechts von uns in den Parlamenten noch eine andere Partei ist".

In der Flüchtlingspolitik forderte der 32-Jährige eine Unterscheidung zwischen Flüchtlingen, die in ihrer Heimat verfolgt würden und daher politisches Asyl einforderten, und Menschen, die aus anderen Gründen ins Land kämen. Was diese Zuwanderung "aus anderen Gründen angehe", so müsse die über ein Zuwanderungsgesetz geregelt werden, mit dem Deutschland bestimme, welche und wie viele Menschen aufgenommen würden.

Eine zahlenmäßige Obergrenze für Menschen, die keinen Anspruch auf Asyl hätten, wollte Ziemiak aber nicht nennen.

cte/Reuters/dpa

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insgesamt 44 Beiträge
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biba_123 06.10.2017
1. Der gute Mann hat recht...
...ein großer Teil der alten Nieten neben Merkel gehören weg und durch junge, ideenreiche junge Leute ersetzt. Als da wären: Kauder, Altmaier, von der Leyen, de Maizière und eigentlich auch Merkel selbst. In einem hat Schulz richtig gelegen: Sie ist ein Anschlag auf die Demokratie! Warum bekommt Frankreich und Österreich einen Generationswechsel hin und Deutschland nicht? Das gilt für die spd ebenso.
Thyphon 06.10.2017
2. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Frisches Blut würde auch der SPD gut zu Gesicht stehen... Die "Alten" haben ihre Inkompetenz nun lange genug unter Beweis gestellt. Besonders im Verkehrsministerium würde ich gerne jemanden sehen, für den das Internet kein "Neuland" mehr darstellt...
wusselpowa 06.10.2017
3. Personalien allein...
...sind sicher nicht die Lösung. Das Hauptproblem der CDU war doch in letzter Zeit, dass sie so arrogant geworden ist, zu glauben, sie könnte Politik gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung machen. Bestes Beispiel ist das Thema Volksentscheid auf Bundesebene - die Zustimmung in der Bevölkerung für die Wiedereinführung dieses Instruments in Deutschland liegt konstant bei ca. 70%. Alle Parteien sprechen sich Wiedereinführung aus - mit Ausnahme der CDU (und so ein bisschen der FDP), wodurch die Wiedereinführung faktisch blockiert ist. Aber naja, zumindest die AfD freuts...
Orthoklas 06.10.2017
4. Jens Spahn?
Wer Ohren hat, der höre! Damit dürfte diese Personalie vom Tisch sein. Es sei denn, ein JU-Chef würde bereits indoktriniert und mit künftigen Posten gelockt werden....
steueragent 06.10.2017
5. Der Mann hat Recht.
Nur wo diese unverbrauchten Köpfe so plötzlich herkommen sollen, ist mir nicht ganz klar.
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