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Flüchtlingspolitik: Umfragewerte für Union fallen

Es ist der niedrigste Stand seit der Bundestagswahl: In einer Emnid-Umfrage kommen CDU und CSU nur noch auf 38 Prozent. 48 Prozent der Deutschen halten Angela Merkels Flüchtlingspolitik für falsch.

In der Flüchtlingsdebatte sind die Werte für die Union in der Wählergunst auf den niedrigsten Stand seit der Bundestagswahl gefallen. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag der "Bild am Sonntag" erhebt, verliert die Union zwei Prozentpunkte und kommt auf 38 Prozent.

Gleichzeitig können FDP (fünf Prozent) und AfD (sechs Prozent) einen Zähler zulegen, beide wären damit im Bundestag vertreten. Die Werte für SPD (25 Prozent), Linkspartei (zehn Prozent), Grüne (neun Prozent) und Sonstige (sieben Prozent) bleiben unverändert.

48 Prozent der Deutschen halten den Umgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Flüchtlingskrise für falsch. Laut der Umfrage halten 39 Prozent die Haltung Merkels für richtig. Bei den Unionsanhängern beträgt der Rückhalt für die Kanzlerin 67 Prozent. Jeder vierte Unionswähler (25 Prozent) hält den Umgang Merkels mit der Krise für falsch.

Eine Mehrheit von 50 Prozent der Deutschen teilt allerdings die Auffassung Merkels, dass Deutschland die Krise bewältigen werde. 45 Prozent glauben das nicht. Bei den Unionsanhängern sind sogar 71 Prozent der Meinung, dass Deutschland es schaffen werde.

Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent der Deutschen hält es nicht für realistisch, dass sich Deutschland gegen Flüchtlinge abschotten kann, nur 20 Prozent halten dies für durchsetzbar.

Für den Sonntagstrend wurden vom 1. bis zum 7. Oktober 1871 Personen nach ihrer Parteipräferenz befragt. Für die Umfrage zur Flüchtlingspolitik befragte Emnid am 8. Oktober 505 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Die konkreten Fragestellungen sind am Ende dieses Artikels aufgeführt.

Optimistisch zeigt sich derweil der neue Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU). In der "BamS" erklärte er, dass Deutschland nach dem Ende der Flüchtlingskrise besser dastehen werde als je zuvor. "Ich bin überzeugt, dass viele von denen, die jetzt als Kinder und Jugendliche zu uns kommen, in 20 Jahren begeisterte Deutsche sind."

Die Angst, dass der Zuzug von Flüchtlingen zu höherer Arbeitslosigkeit führen könnte, hält der Minister für unbegründet: "Führende Ökonomen sagen uns voraus, dass durch die Zuwanderung neue Arbeitsplätze entstehen. Und Zehntausende junge Flüchtlinge werden Arbeits- und Ausbildungsplätze besetzen, für die es seit vielen Jahren keine geeigneten Bewerber gegeben hat, weil der Arbeitsmarkt leergefegt war."

Die Fragestellungen für die Flüchtlingsumfrage lauteten:

  • Bewältigung der Flüchtlingskrise durch Deutschland: Angela Merkel sagt zur Flüchtlingskrise, wir schaffen das. Andere sagen, wir schaffen es nicht. Was glauben Sie?
  • Abschottung gegen Flüchtlinge: Halten Sie es für realistisch, dass sich Deutschland gegen Flüchtlinge abschotten kann?
  • Umgang von Angela Merkel mit der Flüchtlingskrise: Finden Sie den Umgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Flüchtlingskrise richtig oder falsch?

wal

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