Nach Austrittswelle CDU weist enttäuschte AfD-Mitglieder ab

Was passiert mit all den abtrünnigen AfD-Mitgliedern? Viele standen einst der CDU nahe - doch ein Zurück soll es nicht geben. Im SPIEGEL lehnt Generalsekretär Peter Tauber eine Zusammenarbeit ab.

CDU-Generalsekretär Tauber: "Kein AfD-Aussteigerprogramm"
DPA

CDU-Generalsekretär Tauber: "Kein AfD-Aussteigerprogramm"


Nach dem Sturz von AfD-Chef Bernd Lucke will die CDU keine enttäuschten Mitglieder der Anti-Euro-Partei aufnehmen. "Nach diesem Parteitag glaubt doch niemand ernsthaft, dass es mit solchen Leuten irgendeine Zusammenarbeit geben kann", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber dem SPIEGEL. "Wir machen nun kein AfD-Aussteigerprogramm." Wer bei der AfD mitmache, der könne kein Christdemokrat sein, betonte Tauber. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 29/2015
Annäherung an ein seltsames Volk

Lucke war vergangenes Wochenende der rechtskonservativen sächsischen AfD-Chefin Frauke Petry bei der Wahl um die Parteispitze unterlegen. Danach ist er aus der AfD ausgetreten. Nach seinen Angaben sind ihm inzwischen 2000 Parteimitglieder gefolgt.

Das bestätigte auch Petry selbst. Bei einer Pressekonferenz am Freitag sagte sie, seit ihrer Wahl habe die Partei knapp zehn Prozent ihrer 21.000 Mitglieder verloren. Das habe sie aber nicht überrascht. "Wir haben von Anfang an damit gerechnet, dass wir 20 Prozent der Mitglieder verlieren könnten", so Petry.

Neben AfD-Gründer Lucke haben mittlerweile mehrere prominente Mitglieder der Partei den Rücken gekehrt. Darunter sind auch vier weitere Europaparlamentarier: der baden-württembergische Landeschef Bernd Kölmel, Ulrike Trebesius, der frühere Volkswirtschaftsprofessor Joachim Starbatty und der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel. Lucke erwägt nun, eine neue Partei zu gründen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechs Mal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
logtor 11.07.2015
1. Interessant
Jetzt wird klar, dass einige Weckrufmitglieder sich gewünscht haben, dass die AfD eine Art CDU 2.0 werden würden.
traurigeWahrheit 11.07.2015
2. Na ja,
ich kann mir auch kaum vorstellen, das ein ehemaliges AFD Mitglied in die CDU oder FDP rein möchte. AFD Wähler sind vom ganzen Auftritt der Altparteien enttäuscht, das gilt auch für ehemalige Mitglieder. Eine Phantomdiskussion!
karljosef 11.07.2015
3. Gibt es wirklich Leute,
die gestern überzeugte AfDler waren und heute in die "C"DU eintreten wollen?
zitzewitz 11.07.2015
4.
Ist schon klar, Leute, die öffentlich gezeigt haben, dass sie bereit sind andere Wege zu gehen, gelten natürlich als chronisch unzuverlässig und sind somit als bedingungsslose Ja-Sager für den Merkel-Wahlverein nicht mehr zu gebrauchen. Die Frage ist nur, warum ex-AfD-Mitglieder ausgechnet in die CDU zurück möchten? Auf der anderen Seite soll es ja auch Leute gegeben haben, die freiwillig in die DDR ausgewandert sind...
g.wessels 11.07.2015
5. Davon träumt Herr Tauber ...
... wohl, dass EX-AfDler bei ihm anklopfen. Da kann er lange warten. Wer Mitglied in der AfD war hat mit den Altparteien doch lange gebrochen. Ganz schlechte und durchsichtige Image-Kampagne, Herr Tauber! Pfui!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.