Gegen Zersplitterung CDU will keine neuen Zirkel in der Partei akzeptieren

Sie nennen sich "Werte-Union" oder "Union der Mitte": Innerhalb der CDU wurden rivalisierende Gruppierungen gegründet, die gern offiziell anerkannt würden. Die Partei-Spitze hält davon: nichts.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel,
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CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel,


In der CDU haben sich konservative und modernisierende Parteimitglieder in unterschiedlichen Gruppierungen gesammelt. Die Parteiführung aber will neue Parteizirkel wie die "Werte-Union" oder die "Union der Mitte" nicht offiziell anerkennen. Darauf haben sich Präsidium und Vorstand der CDU nach Informationen aus Parteikreisen geeinigt.

Es bestehe Konsens, dass neben den bereits existierenden Gruppen keine weiteren Gruppierungen offiziell als CDU-Organisationen anerkannt werden sollten. Mit diesem Schritt will die Parteispitze einer Zersplitterung der CDU entgegenwirken.

Laut CDU-Statut gibt es sieben Bundesvereinigungen, mit denen die christlich-demokratischen Überzeugungen möglichst breit in die Gesellschaft transportiert werden sollen:

  • Junge Union Deutschlands (JU)
  • Frauen Union (FU)
  • Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA)
  • Kommunalpolitische Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands (KPV)
  • Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT)
  • Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung (OMV)
  • Senioren-Union der CDU Deutschlands (SU)

Außerdem gibt es in der CDU als Sonderorganisationen den Evangelischen Arbeitskreis, den Ring Christlich-Demokratischer Studenten und die Schüler Union.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte Ende Juli angesichts unterschiedlicher Strömungen in ihrer Partei zum Zusammenhalt in der Union aufgerufen. In der Union hatte sich zuletzt die Plattform "Union der Mitte" gegründet. Sie ist eine Mitgliederinitiative aus liberal-konservativen CDU- und CSU-Mitgliedern, die sich insbesondere nach dem jüngsten Asylstreit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und der CSU-Spitze gegen einen Rechtsruck der Union wenden wollen. Daneben gibt es etwa auch die sogenannte Werte-Union, die scharfe Kritik am Kurs der Kanzlerin formuliert und eine zu starke Ausrichtung der Partei an der politischen Mitte kritisiert.

asc/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Semmelbroesel 20.08.2018
1. Natürlich hält...
..die CDU-Parteispitze davon nichts. Wo kommen wir denn hin, wenn in der CDU über den Merkel-Kurs auch diskutiert werden würde, bzw. parteiinterne Strömungen die Diskussion über moderne Politik beleben würden. Das ist nicht erwünscht in diesem Abnickverein. Selbst wenn Merkel nicht mehr antreten sollte, ihr Erbe wird eine zwingend erforderliche Reform der Parteistruktur- und Ausrichtung noch lange verhindern.
Hansfried 20.08.2018
2. Wie?
Merle hat die CDU nach links gerückt und nun dürfen Parteimitglieder n i c h t in der neuen Sammlungsbewegung "Totalabbruch" von Oskar und Sahara mitarbeiten?
StefanKomarek 20.08.2018
3. Völlig richtig
Die bestehenden Gruppierungen sind klar durch objektive Kriterien gekennzeichnet wie Alter, Gechlecht oder Beruf. Die neu entandenen Zirkel definieren sich nach Stimmungslage. So was sollte keine Partei zulassen, die sich nicht selbst aufgeben will.
syracusa 20.08.2018
4.
Zitat von StefanKomarekDie bestehenden Gruppierungen sind klar durch objektive Kriterien gekennzeichnet wie Alter, Gechlecht oder Beruf. Die neu entandenen Zirkel definieren sich nach Stimmungslage. So was sollte keine Partei zulassen, die sich nicht selbst aufgeben will.
Danke für diesen Kommentar! Die neu entstandenen Zirkel dienen keineswegs dazu, unterschiedlichen Interessenlagen von Bürgern auch Plattformen innerhalb der Partei zu geben, sondern dazu, ideologisch den Kurs anderer Parteien zu vertreten. Wer in der CDU in die "Werte-Union" (die sich offenbar gegen die Werte der Aufklärung richtet) will, der soll austreten und Mitglied der AfD werden. In der AfD werden nämlich genau diese "Werte" bereits offensiv verteidigt. Es ist Sinn und Zweck politischer Parteien, und auch der Verfassungsauftrag an diese, die politische Vielfalt des ganzen Volks zu kanalisieren. Einen zweiten AfD-Kanal innerhalb der CDU braucht niemand.
moonstruckannalist 20.08.2018
5. Sie sprechen die Gruppierungen um die Kanzlerin an?
Zitat von StefanKomarekDie bestehenden Gruppierungen sind klar durch objektive Kriterien gekennzeichnet wie Alter, Gechlecht oder Beruf. Die neu entandenen Zirkel definieren sich nach Stimmungslage. So was sollte keine Partei zulassen, die sich nicht selbst aufgeben will.
Jene, die bis jetzt noch jede ihrer 180° Wenden mitgemacht hat, je nach Stimmungslage in der Bevölkerung? Anders kann man sich die Mitgliedereintritte aus ex-CDU Bestand in die AfD nicht erklären, das waren 2015 ca. 10%, Tendenz steigend. Da hilft auch das Fischen bei der Jungen Union nicht so richtig, siehe Wahlkampf letztes Jahr. Die beiden grössten Volksparteien verlieren an der Basis.
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