Zukunft des Automobils Özdemir macht Ende für Verbrenner zur Koalitionsbedingung

Um das Aus für Diesel und Benzin wird heftig gestritten. CSU-Chef Seehofer schloss ein Verbot im Koalitionsvertrag aus. Nun hat Grünen-Chef Özdemir reagiert. Welche Koalitionsoptionen bleiben - autotechnisch - noch?

Cem Özdemir (Archiv)
AFP

Cem Özdemir (Archiv)


Länder wie Frankreich und Großbritannien machen es vor: Spätestens ab 2040 sollen dort keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden dürfen. Die Grünen in Deutschland fordern ein Verbot ab 2030.

CSU-Chef Horst Seehofer befürchtet, mit solch einem Schritt könne "die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands" gelegt werden. Das sei "in Koalitionsgesprächen für die CSU genauso wenig verhandelbar wie Steuererhöhungen, eine Erleichterung der Zuwanderung und eine Lockerung der Sicherheitspolitik", hatte der bayerische Ministerpräsident gesagt.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hält nun dagegen: "Grüne gehen in keine Koalition, die nicht das Ende der Ära des Verbrennungsmotors einleitet und den Einstieg in den abgasfreien Verkehr schafft", sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Wer den Auto-Standort Deutschland erhalten, die Luft sauber bekommen und das Klima schützen möchte, muss Grün wählen", sagte Özdemir. "Wer das deutsche Auto künftig im Museum besichtigen will und sich eine schwarz-gelbe Retro-Koalition wünscht, die Deutschlands Zukunft schadet, findet bei der CSU das bessere Angebot."

Angesichts dieses Konfrontationskurses scheinen nach der Bundestagswahl gleich mehrere Regierungsoptionen ausgeschlossen. Sollten die Grünen ihren Kurs beibehalten, dürfte eine schwarz-grüne Koalition damit genauso unwahrscheinlich sein wie ein Dreierbündnis aus Grünen, FDP und Union - denn auch der liberale Parteichef Christian Lindner hat sich klar von einem Verbot für Verbrenner distanziert.

"Reine Elektromobilität ist angesichts von so viel Braunkohle, die für die Batterien benötigt werden würde, um sie zu laden, ökologisch schlechter als moderne Verbrennungsmotoren", sagte Lindner dem Deutschlandfunk.

Dämpfer für "Jamaika"-Hoffnung

Unter anderem hatte mancher CDU-Politiker bereits die Hoffnung geäußert, mit solch einem "Jamaika"-Bündnis eine Alternative zur Großen Koalition zu haben, falls es für Schwaz-Gelb nicht reichen sollte. Doch auch für eine Regierungsmehrheit links der Mitte wird es angesichts dieser Bedingung der Grünen schwieriger.

Wie Seehoher ist auch SPD-Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries etwa strikt gegen ein Verbot von Dieselmotoren. "Der Diesel ist ja eigentlich ein guter Motor. Er ist ein bisschen in Generalverschiss geraten, aber das ist nicht richtig", sagte sie. Bei sauberen Antriebsarten könne es auch um eine Weiterentwicklung der Motoren gehen.

Die Hoffnung auf ein linkes Regierungsbündnis mit den Grünen hat Zypries dennoch nicht aufgegeben. "Das Wesen der Koalitionsverhandlungen ist, dass man Positionen räumt, die man im Wahlkampf gehabt hat", sagte sie. "Insofern glaube ich, dass wir noch alle Chancen haben, da auch mit den Grünen übereinzukommen."

Özdemir jedenfalls sieht sich dennoch auf dem richtigen Weg - und verweist auf die Bundeskanzlerin. Auch Angela Merkel halte "das Ende des Verbrennungsmotors für den richtigen Ansatz", sagte er.

Tatsächlich zeigte sich die CDU-Politikerin in einem Interview offen für solche Pläne. Bislang wollte sie sich aber nicht auf ein konkretes Datum festlegen. Längst ist nach der Atomwende aber von der Autowende die Rede.


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apr/AFP

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insgesamt 99 Beiträge
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Seite 1
derweise 27.08.2017
1. Die Grünen
sind in ein paar Wochen Geschichte! Kürzer als der Verbrennungsmotor!
hugahuga 27.08.2017
2.
Auch ohne diese neue Äußerung des Herrn Özdemir, wird es diese Partei der Besserwisser, Weltverbesserer, Gleichmacher und LGBT Förderer unter die 5% schaffen. Danke Herr Özdemir - dass Sie hierzu beitragen -
hansulrich47 27.08.2017
3. Das ist ziemlicher Quark
Und zwar erstens, weil die Grünen zu wenige Stimmen erhalten werden, um für eine Koalition jedweder Art in Frage zu kommen und zweitens, weil es für Benziner oder Diesel zur Zeit keine Alternative gibt! Schlechtes Wahlkampftheater, sonst nichts!
nine1011 27.08.2017
4. auf dem richtigen Weg, aber nur fast
Ein Ende des Verbrennungsmotors soll uns nun retten und die Elektromobilität ist der Weisheit letzter Schluss? Wohl kaum. Das Problem am Auto ist nicht am Auspuff zu suchen, sondern am Auto an sich: bei der Herstellung angefangen und bei seiner Existenz per se: denn jedes einzelne Auto ist ein fahrendes Treibhaus - nur, das wir das Dank pfiffiger Klimatechnik nicht mehr merken. Bei Millionen Autos auf deutschen und internationalen Straßen sollte uns egal sein, welcher Antrieb das Auto zum Fahren bringt. Wir sollten uns Gedanken über all das Glas und Metall machen was in Autos verbaut ist, all der Beton und Bitumen in den Strassen, was das Klima zum Glühen bringt... Das gleiche gilt auch für den Bau-Boom und Häuser und Bodenversiegelung... Aber konzentriert euch ruhig weiter auf auf den Streit zwischen Verbrennungs- oder Batteriemotor... während andere schon wieder Bäume pflanzen... so wie es aussieht ist der Zug eh abgefahren...
Tschepalu 27.08.2017
5. Nun.........
bin mal gespannt ob sich die Grünen noch an ihre Forderung erinneren wenn es um Posten bei Jamaika geht. Jede Wette dass die umfallen, genau wie die FDP. Die einzigen die garantiert nicht umfallen sind Linke+AfD!!
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