Morde bei "Charlie Hebdo" BKA löst Alarmplan aus

Der Terroranschlag auf "Charlie Hebdo" alarmiert auch deutsche Behörden. Nach SPIEGEL-Informationen lässt das Bundeskriminalamt islamistische Gefährder und "relevante Personen" aus ihrem Umfeld verdeckt überwachen.

Bundeskriminalamt in Wiesbaden: Mögliches "Initial" auch für Deutschland
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Bundeskriminalamt in Wiesbaden: Mögliches "Initial" auch für Deutschland


Hamburg/Wiesbaden/Paris - Nach dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" hat das Bundeskriminalamt (BKA) nach Informationen des SPIEGEL einen Alarmplan mit "Sofortmaßnahmen bei terroristischen Ereignissen im Ausland" ausgelöst. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 3/2015
Anschlag auf die Freiheit

Kern dieser Maßnahmen ist eine Anweisung an die Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern, schnellstmöglich die aktuellen Aufenthaltsorte islamistischer Gefährder oder "relevanter Personen" aus deren Umfeld zu ermitteln. Die Kontrollen, so heißt es in dem Alarmplan, sollen "grundsätzlich verdeckt" erfolgen, etwa über Vertrauenspersonen, Observationen oder Telefonüberwachungen.

Einer ersten BKA-Lageeinschätzung zufolge habe der Anschlag von Paris zwar keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland. Dennoch könne er "als Initial für auch in Deutschland lebende/aufhältige und tatgeneigte Personen wirken". Die Tat belege, "dass sich derartige Anschläge jederzeit in europäischen (Haupt-) Städten realisieren könnten".

Das Vorgehen der Pariser Attentäter entspreche dem in jüngerer Zeit beobachteten und von "terroristischen Organisationen propagierten Trend in der Anschlagsausübung in westlichen Staaten", so das BKA.

Unterdessen forderte der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, eine Personalaufstockung der Sicherheitsbehörden. "Wenn wir die Sicherheitslage in Deutschland verbessern wollen, brauchen wir mehr Observationsteams", so Schulz. Allein für die Überwachung von Rückkehrern aus den Bürgerkriegsgebieten des Nahen Ostens wären nach BDK-Schätzungen rund 3600 Beamte nötig.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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KingTut 09.01.2015
1. Kapazitäten
Bis vor kurzem hieß es noch vom BKA, dass nicht die Kapazitäten habe, u alle potentiell gefährlichen Islamsten in Deutschland zu überwachen. Vor diesem Hintergrund wüde mich interessieren, wo man die fehlenden Resourcen hernimmt. Ich bin weiterhin tief besorgt über unsere Sicherheit hier in Deutschland.
Wolffpack 09.01.2015
2.
Zitat von KingTutBis vor kurzem hieß es noch vom BKA, dass nicht die Kapazitäten habe, u alle potentiell gefährlichen Islamsten in Deutschland zu überwachen. Vor diesem Hintergrund wüde mich interessieren, wo man die fehlenden Resourcen hernimmt. Ich bin weiterhin tief besorgt über unsere Sicherheit hier in Deutschland.
Ich würde mal auf Überstunden und das ruhen lassen anderer Fälle tippen. Auf Dauer geht das natürlich nicht, und da kommt die Beschwerde über fehlende Resourcen her.
Suppenelse 09.01.2015
3. Nicht hilfreich
Gut, dass potenzielle Täter durch den Spiegel nun gewarnt sind. Im Ernst, liebe Redaktion, bei aller Wertschätzung für investigative journalistische Arbeit, aber wenn die Geschichte stimmt, dann ist es nicht hilfreich, darüber zu berichten. Hilfreich ist es einzig für Auflage bzw. Klickzahlen.
istegal 09.01.2015
4. Nur eine Frage der Zeit
Es ist für jeden normal denkenden Mensch erkennbar, dass bei uns in Deutschland ein Attentat von radikalislamistischen Personen ausgeführt wird. Früher oder später, ich tippe auf früher, lange wird es nicht mehr dauern.
Meineserachtens 09.01.2015
5. Absolute Sicherheit gibt es nicht ...
aber was ich eben im Heute ZDF Spezial gehört habe verschlägt mir dann doch die Sprache. Der Herr Vornhoff fragt allen Ernstes ob 88 000 Sicherheitskräfte nicht zuviel waren und ob man die Terroristen nicht hätte früher festsetzen können. Und dann kommt noch zur Krönung der frühere Einsatzleiter Ulrich Wegener, der alles schon geahnt hat und wirklich behauptet man hätte schon früher zu passender Gelegenheit die Terroristen festnehmen können. ZDF-Deutschland vielen Dank für die Solidarität, wirklich vielen Dank. Ich hoffe nicht das ihr irgendwann zeigen könnt das ihr so Krisen besser meistert. Siehe NSU-Debakel ...
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