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25. September 2012, 07:40 Uhr

Beschwerdebrief

Chemiebranche warnt Merkel vor Folgen der Energiewende

Der Brief an die Bundeskanzlerin ist alles andere als freundlich: Die Chemiebranche hat Angela Merkel laut einem Zeitungsbericht vor steigenden Strompreisen wegen der Energiewende gewarnt - die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stehe auf dem Spiel.

Düsseldorf - Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Chemieindustrie laufen geschlossen Sturm gegen die Energiewende mit dem raschen Ausstieg aus der Atomkraft. In einen gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnten die Spitzenvertreter der Branche vor den Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland vor allem durch steigende Strompreise, wie das "Handelsblatt" berichtete.

"Verliert die Chemie in Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit, steht nicht nur der Produktions- und Forschungsstandort auf dem Spiel, sondern das Industrienetzwerk insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen", hieß es in dem Brandbrief. "Industriestrom muss zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein." Die besonders energieintensive Chemiebranche befürchtet, dass die Strompreise durch den Umstieg auf erneuerbare Energien noch weiter klettern.

Unterzeichnet war das Schreiben laut der Zeitung vom Präsidenten des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Klaus Engel, vom Chef der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, und vom Präsidenten des Bundesarbeitgeberverbands Chemie, Eggert Voscherau. In einem Positionspapier, das den Brief an Merkel ergänzte, pochten die Branchenvertreter darauf, die Vergünstigungen bei den Energiepreisen auch im Zuge der Energiewende zu behalten.

Der Brandbrief der Chemiebranche erreichte die Kanzlerin kurz vor dem Tag der deutschen Industrie, zu dem der Bundesverband der deutschen Industrie an diesem Dienstag nach Berlin geladen hatte. Neben Merkel wurde auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) als Gast dazu erwartet. Die von der Regierung beschlossene Energiewende ist in der heimischen Industrie umstritten.

hen/dapd

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