Beschwerdebrief Chemiebranche warnt Merkel vor Folgen der Energiewende

Der Brief an die Bundeskanzlerin ist alles andere als freundlich: Die Chemiebranche hat Angela Merkel laut einem Zeitungsbericht vor steigenden Strompreisen wegen der Energiewende gewarnt - die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stehe auf dem Spiel.

Windkraftanlagen: Die Chemieindustrie warnt vor steigenden Strompreisen
dapd

Windkraftanlagen: Die Chemieindustrie warnt vor steigenden Strompreisen


Düsseldorf - Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Chemieindustrie laufen geschlossen Sturm gegen die Energiewende mit dem raschen Ausstieg aus der Atomkraft. In einen gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnten die Spitzenvertreter der Branche vor den Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland vor allem durch steigende Strompreise, wie das "Handelsblatt" berichtete.

"Verliert die Chemie in Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit, steht nicht nur der Produktions- und Forschungsstandort auf dem Spiel, sondern das Industrienetzwerk insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen", hieß es in dem Brandbrief. "Industriestrom muss zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein." Die besonders energieintensive Chemiebranche befürchtet, dass die Strompreise durch den Umstieg auf erneuerbare Energien noch weiter klettern.

Unterzeichnet war das Schreiben laut der Zeitung vom Präsidenten des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Klaus Engel, vom Chef der Chemiegewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, und vom Präsidenten des Bundesarbeitgeberverbands Chemie, Eggert Voscherau. In einem Positionspapier, das den Brief an Merkel ergänzte, pochten die Branchenvertreter darauf, die Vergünstigungen bei den Energiepreisen auch im Zuge der Energiewende zu behalten.

Der Brandbrief der Chemiebranche erreichte die Kanzlerin kurz vor dem Tag der deutschen Industrie, zu dem der Bundesverband der deutschen Industrie an diesem Dienstag nach Berlin geladen hatte. Neben Merkel wurde auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) als Gast dazu erwartet. Die von der Regierung beschlossene Energiewende ist in der heimischen Industrie umstritten.

hen/dapd

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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
ehf 25.09.2012
1.
Schön, die Chemiebranche läuft also Sturm gegen die "Energiewende". Die Frage ist doch aber, wieso erst jetzt, nach über einem Jahr?
donnerfalke 25.09.2012
2. Das ist doch alles kein Problem
---Zitat--- Chemiebranche warnt Merkel vor Folgen der Energiewende ---Zitatende--- Einfach alles teuerer machen, alles kein Problem. Machen die Speditionen z.B. immer wenn die Spritpreise steigen. Die Preissteigerung wird weiter bis zum Endkunden verlagert und er ist der Depp der zum Schluß alles bezahlt. Nennt sich freie Marktwirtschaft: der Endkunde ist zum Fressen freigegeben.
marthaimschnee 25.09.2012
3.
Also kurz zusammengefaßt: Jeder möchte möglichst exzessives Wachstum aber keiner will höhere Kosten. Wir steuern auf einen Zustand hin, in der die Privatwirtschaft vom ehemals gepriesenen Heilsbringer, über eine eher schlechte Alternative zum staatlichen Wirtschaften hin zum Klotz am Bein wird, für den jeglicher Wohlstand der Masse geopfert wird.
hastdunichtgesehen 25.09.2012
4. Nun bekommt es Frau Merkel auch noch schwarz auf weiß
dass es falschwar, den kruden grünen Wohlstandsbürgern nachzulaufen. Ideologien erweisen sich am Ende immer als Fehler.
opogog 25.09.2012
5. Na...
Zitat von sysopdapdDer Brief an die Bundeskanzlerin ist alles andere als freundlich: Die Chemiebranche hat Angela Merkel laut einem Zeitungsbericht vor steigenden Strompreisen wegen der Energiewende gewarnt - die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stehe auf dem Spiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/chemiebranche-warnt-merkel-vor-folgen-der-energiewende-a-857714.html
...dann wird sich wohl die Chemiebranche über weitere Entlastungen freuen dürfen. Ich glaube ich werde auch mal einen Brandbrief schreiben. Den lasse ich dann durch den Präsidenten der eigenen Wohung, des Vorstandes der Haushalts und Versorungbranch sowie des Verbandes der Terrorzwerge mit affinen Hang zu Elektronischem Spielzeug unterschreiben. Dann halte ich noch schnell nen Verbandstag von "Ach lass uns mal wieder uns selbst beweihräuchern!" Und siehe da meine Strompreise sinken!!!
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