Ausschreitungen in Chemnitz Seehofer bietet Sachsen Hilfe der Bundespolizei an

Horst Seehofer hat sich nach tagelangem Schweigen zu den Ausschreitungen in Chemnitz geäußert - und der Polizei Unterstützung des Bundes angeboten. Die Polizei veröffentlichte Zahlen zu ihrem Großeinsatz.

Horst Seehofer
Getty Images

Horst Seehofer


Nach den Ausschreitungen in Chemnitz hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Sachsen Polizeiunterstützung des Bundes angeboten. "Die Polizei in Sachsen ist in einer schwierigen Situation", erklärte Seehofer. "Sofern von dort angefordert, steht der Bund mit polizeilichen Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung."

Zugleich verurteilte Seehofer die ausländerfeindlichen Ausschreitungen nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz. Die Betroffenheit der Bevölkerung über die Bluttat sei zwar verständlich. Sie rechtfertige aber "unter keinen Umständen den Aufruf zu Gewalt oder gewalttätige Ausschreitungen". "Hierfür darf es in unserem Rechtsstaat keinen Platz geben."

Es waren Seehofers erste öffentliche Äußerungen zum Tod des 35-Jährigen und zu den folgenden ausländerfeindlichen Krawallen in Chemnitz. Den Angehörigen des Opfers der Messerattacke sprach der Innenminister sein "tiefes Mitgefühl" aus.

Videoreportage aus Chemnitz: "Hier mischt sich die bürgerliche Mitte mit Neonazis"

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Unterdessen veröffentlichte die Polizeidirektion Chemnitz Details zu dem Großeinsatz von Montagabend in der Innenstadt. Insgesamt seien 591 Einsatzkräfte der Polizei vor Ort gewesen, um die Demonstranten und Gegendemonstranten voneinander zu trennen, teilten die Ermittler mit.

Bei den Ausschreitungen seien 18 Versammlungsteilnehmer und zwei Polizisten verletzt worden. Zudem würden bislang 43 Anzeigen vorliegen. Dabei geht es unter anderem

Die Polizei stellte zudem fest, dass die Versammlung der Bürgerbewegung Pro Chemnitz von Teilnehmern aus Berlin, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unterstützt worden sei. Unter ihnen seien Personen gewesen, die die Beamten "dem rechten Spektrum und der gewaltbereiten Fußballszene" zuordneten.

dop/sen/AFP



insgesamt 74 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bschmid66 28.08.2018
1. Abscheulichen Entwicklung!
Tja, es scheint das Sachsen allmählich zur „No-Go-Area“ wird! Herrlichen Glückwusch zum Verschlafen dieser abscheulichen Entwicklung!
Southwest69 28.08.2018
2. "Bruno" Seehofer
Das ist kein Innenminister, sondern eine Art "Problembär". Von Politikern, die die Spaltung der Bevölkerung von der Rechten Verteidigungslinie aus betreiben, fühle ich mich nicht vertreten. Ob er tagelang schweigt, oder was sagt, ist doch völlig egal. Hat er den Angehörigen des Rentners, der von seinem Widersacher in Dresden mit dem Auto getötet wurde auch sein Mitgefühl ausgedrückt ? Ach nee, dafür geht keiner auf die Straße, bzw. kann man nicht für sich ausschlachten.
claus7447 28.08.2018
3. Brauner Mob
Wenn man die Pressekonferenz verfolgt wird langsam klar wer und wie Hass geschürt wird. Das sich Bundeshorsti langsam aus den Löcher traut wird Zeit. Es wird auch Zeit, denen, wie mittlerweile auch die Polizei verlauten lässt, die mit Fakenews Massen aufhetzen die Grenzen gezeigt wird. Wir lassen uns nicht von Vollidioten, die nur auf Aufhetzung und Krawall aus sind den freiheitlichen Staat kaputt machen. Das ein Mensch getötet wurde ist schrecklich, wer zur Rechenschaft gezogen wird ist Aufgabe des Staates und nicht des Mobs. Sachsen erhebe dich gegen die Braunen, den dein Ruf ist beschädigt. Und an die dortige CDU: wählt zwischen rechtsstaatliches Handel, oder ihr werdet überflüssig.
quatermain4000 28.08.2018
4. Blablabla
Wenn es um Neozaismus in Deutschland geht dann hoert man nur das uebliche Blablabla. Wie in einem schlechten Film: Die Polizei versagt oder zeigt klammheimliche Symathie, die Behoerden schauen geflissentlich weg, die Justiz taucht unter und wenn die Nazis dann abgezogen sind taucht der Ministerpraesident Sachsen's aus der Versenkung auf und lobt sich und den Staat und sein Gewaltmonopol. Der Neozazismus war nie tot, und ist deshalb auch nicht in seinen Anfaengen. Und hat auch nichts mit der 'Migrationsdebatte' zu tun. Erst wurde er verdraengt, dann patriotisch einhehuellt und jetzt zeigt er seine haessliche Fratze, und alle schauen zu oder tun so als ob.
derhey 28.08.2018
5. Bundespolizei
hilft da nicht: Heute Morgen hat der Chef der Polizei erklärt, man habe mit 1000 Demonstanten gerechnet irgendwo müsse man ja eine Zahl für den Einsatz festmachen. Entweder Unfähigkeit gepaart mit der Naivität über den Umfang des Braunen Mobs in Sachsen und Umgebung oder bewußte Strategie. In beiden Fällen......
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.