Sachsen Uno-Hochkommissar verurteilt Gewalt in Chemnitz

Die Ausschreitungen in Chemnitz sorgen international für Entsetzen. Nun bezog auch der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte Stellung. Die Vorgänge in Sachsen seien "wirklich schockierend".

Uno-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein
AP

Uno-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein


Der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hat Angriffe rechter Demonstranten in Chemnitz auf ausländische Passanten angeprangert. "Zu sehen, was in Sachsen passiert ist, ist wirklich schockierend", sagte Said. "Es hat nichts mit Mut zu tun, sich auf ungeschützte Menschen zu stürzen." Er rief die Politiker auf, deutlicher Stellung zu beziehen. "Es ist unabdingbar, dass Politiker dies alles verurteilten. Wir brauchen eine Konzentration von Stimmen in dieser Sache."

Nach der Tötung eines 35-Jährigen am Wochenende es zu Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen in der sächsischen Stadt gekommen. Für den tödlichen Angriff sitzen zwei verdächtige Männer aus Syrien und dem Irak in Untersuchungshaft.

Die rechtspopulistische Organisation Pro Chemnitz stellte den mutmaßlichen Haftbefehl gegen einen der Beschuldigten ins Netz. Das Dokument tauchte dann Medienberichten zufolge teilweise geschwärzt auch auf anderen Portalen auf und wurde unter anderem von Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann veröffentlicht.

In dem Dokument werden demnach die Namen des Opfers, der Richterin und Einzelheiten zu den mutmaßlichen Tätern genannt. Zudem werde beschrieben, wie oft auf das Opfer eingestochen worden war. Der Eintrag wurde inzwischen wieder gelöscht.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat deshalb nun Ermittlungen eingeleitet. Der Vorfall müsse "schnellstens aufgeklärt und die notwendigen strafrechtlichen Konsequenzen gezogen werden", teilte das sächsische Justizministerium mit.

Im Video: "Wir sind bepöbelt und bedroht worden"

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vks/dpa/AFP

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