Kein Thügida-Marsch Chemnitz verbietet Gegendemo zu #wirsindmehr-Konzert

Die islamfeindliche Thügida-Gruppe darf in Chemnitz nicht gegen das von linken Gruppen organisierte #wirsindmehr-Konzert protestieren. Die Stadt untersagte eine Gegenkundgebung, offiziell aus Platzgründen.

Chemnitz: Bühne des #wirsindmehr-Konzerts am Montagmittag
DPA

Chemnitz: Bühne des #wirsindmehr-Konzerts am Montagmittag


Die Stadt Chemnitz hat eine Demonstration des islamfeindlichen Bündnisses Thügida als Gegenveranstaltung zum Open-Air-Konzert "#wirsindmehr" untersagt.

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurde die Kundgebung nicht genehmigt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die Veranstaltungsfläche bereits belegt sei. Weitere Gegendemonstrationen für den Abend waren nach Angaben der Stadt zunächst nicht angemeldet.

Thügida (Thüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes) wollte sich unmittelbar neben dem Konzertgelände unter dem Motto "Gegen antideutsche Kommerzhetze" versammeln.

Zu dem Konzert "#wirsindmehr", das sich gegen Rassismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit richtet, werden für Montagabend in Chemnitz mehrere Tausend Besucher erwartet. Auf Facebook hatten zuletzt mehr als 39.000 Menschen auf "Teilnehmen" geklickt, mehr als 100.000 bekundeten ihr Interesse an der Veranstaltung.

Streit über Auftritt von Feine Sahne Fischfilet

Im Zusammenhang mit den Bands, die ab 17 Uhr auftreten sollen, gab es vorab Kritik am Auftritt der Punk-Gruppe Feine Sahne Fischfilet.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Unterstützung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für das Open-Air-Konzert in Chemnitz kritisiert, weil die Band 2011 im Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern als linksextremistisch aufgeführt wurde. Daran gab es wiederum Kritik von SPD und Grünen. Die FDP schloss sich der Kritik am Aufritt der Rostocker Punkband an.

Feine Sahne Fischfilet beim Taubertal-Festival im August
imago/ HMB-Media

Feine Sahne Fischfilet beim Taubertal-Festival im August

Bei dem Open-Air-Konzert im Zentrum von Chemnitz spielen am Montag neben Feine Sahne Fischfilet auch die Toten Hosen sowie die Band Kraftklub und der Rapper Marteria. In einem auf Facebook veröffentlichten Aufruf fordern die Initiatoren Solidarität mit jenen Ausländern, die insbesondere nach dem Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz angegriffen wurden.

In Chemnitz war es nach dem Tötungsdelikt mehrfach zu Demonstrationen rechter Gruppierungen gekommen, es gab auch Angriffe auf Ausländer. Zwei Männer aus Syrien und dem Irak sitzen in Untersuchungshaft. Am Samstag hatten 8000 Menschen an einer rechten Kundgebung teilgenommen, 3000 kamen zu einer Gegenveranstaltung.



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cht/dpa



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