Rechtsextreme in Chemnitz Zehn Ermittlungsverfahren wegen Hitlergruß

Während der Ausschreitungen in Chemnitz haben mehrere Rechtsextreme den Hitlergruß gezeigt. Noch vor Ort wurden Personalien festgestellt. Jetzt ermitteln die Behörden in mehreren Fällen.

Kundgebung der rechten Szene in Chemnitz
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Kundgebung der rechten Szene in Chemnitz


Aufmarsch von Rechtsextremen, Zusammenstöße mit Gegendemonstrationen, Jagd auf Migranten: Chemnitz wurde in den vergangenen Tagen von schweren Ausschreitungen überschattet. In diesem Zusammenhang hat die Polizei bislang zehn Ermittlungsverfahren wegen Zeigen des Hitlergrußes eingeleitet. Ein Polizeisprecher sagte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass es keine Festnahmen gegeben habe.

Hitlergruß in Chemnitz
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Hitlergruß in Chemnitz

Ermittelt wird wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Das teilte die Polizei mit. Von mehreren Rechtsextremen seien die Personalien noch vor Ort festgestellt worden.

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Krawalle in Chemnitz: Feuer und Fahnen

Insgesamt waren am Montagabend Tausende rechts- und linksgerichtete Demonstranten in Chemnitz auf der Straße. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen, es flogen unter anderem Feuerwerkskörper und Flaschen. Den Angaben zufolge wurden sechs Menschen verletzt. Die Nacht in Chemnitz sei allerdings ohne Zwischenfälle geblieben.

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Ein Polizeisprecher räumte ein, dass die Polizei mit dieser Zahl an Demonstranten nicht gerechnet habe. Die Chemnitzer Polizeipräsidentin Sonja Penzel hatte zuvor noch versichert, es seien "ausreichend Kräfte angefordert" worden und man sei auf die Einsatzlage "gut vorbereitet". Die Polizei will im Tagesverlauf zu den Geschehnissen Stellung nehmen.

Bereits am Sonntag hatte es in Chemnitz Ausschreitungen und rechte Stimmungsmache gegeben, nachdem bei einem Stadtfest ein 35-jähriger Deutscher getötet worden war. Zwei junge Männer aus Syrien und dem Irak sitzen deswegen seit Montag in Untersuchungshaft.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, zwei Männer aus Syrien und Afghanistan befänden sich in Untersuchungshaft. Es handelt sich dabei aber um zwei Männer aus Syrien und dem Irak.

aev/AFP/dpa



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