Ex-Bundespräsident Wulff droht im Herbst Gerichtsverfahren wegen Bestechlichkeit

Im November könnte Christian Wulff sich in Hannover wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten müssen. Das Landgericht Hannover will nach Informationen des SPIEGEL im August darüber entscheiden. Es geht um einen Oktoberfestbesuch, zu dem es widersprüchliche Aussagen geben soll.

Altbundespräsident Christian Wulff (Archiv): Gerichtsverfahren im Herbst?
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Altbundespräsident Christian Wulff (Archiv): Gerichtsverfahren im Herbst?


Hamburg - Das Landgericht Hannover will nach Informationen des SPIEGEL im August entscheiden, ob sich der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten muss. Das hat der zuständige Richter Frank Rosenow dem Ex-Politiker und dem ebenfalls angeklagten Filmproduzenten David Groenewold mitgeteilt.

In diesem Falle würde der Prozess am 1. November beginnen, heißt es in der Justiz. Unterdessen hat offenbar eine neue Zeugin einer entlastenden Darstellung von Wulffs Ehefrau widersprochen. Bettina Wulff hatte Ermittlern gegenüber behauptet, sie und ihr Mann seien bei einem Besuch des Oktoberfests im Jahr 2008 in München nur zwei bis drei Stunden im Festzelt gewesen. Sie hätten beim Besuch, der von Groenewold finanziert wurde, zudem kaum etwas konsumiert.

Demgegenüber hat nach einem Vermerk des niedersächsischen Landeskriminalamts eine "Bild"-Journalistin, die bei der privaten Feier mit den Wulffs dabei war, die Situation anders in Erinnerung. Das Paar habe dort bis zur Schließung des Zelts gegen Mitternacht gefeiert, sagte die Zeugin. Bettina Wulff habe sogar zusammen mit ihr Champagner aus einem Bierkrug getrunken.

dba



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