Christian Wulff Ein Skoda zu Spezialkonditionen

Erneut muss sich der Bundespräsident zu fragwürdigen Geschäftspraktiken erklären. Als niedersächsischer Ministerpräsident leaste Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen einen Skoda zu "Aufsichtsratskonditionen" - möglicherweise ein Verstoß gegen das Ministergesetz.

Christian Wulff: In der Affäre um den Bundespräsidenten werden neue Details bekannt
DPA

Christian Wulff: In der Affäre um den Bundespräsidenten werden neue Details bekannt


Hamburg - Bundespräsident Christian Wulff hat in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident offenbar gegen das Ministergesetz verstoßen. Nach SPIEGEL-Informationen leaste er im Jahr 2010 beim VW-Konzern einen Škoda Yeti, einen Geländewagen der VW-Tochter, zu "Aufsichtsratskonditionen".

Der damalige VW-Kontrolleur Wulff musste nur ein Prozent vom Neuwagenpreis als monatliche Leasinggebühr zahlen, gewöhnliche Kunden müssen 1,5 Prozent abführen. Bei einem Autopreis von rund 20.000 Euro entspricht dies einem Vorteil von 1200 Euro innerhalb eines Jahres.

Nach dem niedersächsischen Ministergesetz dürfen Minister und der Ministerpräsident "keine Belohnungen und Geschenke in Bezug auf ihr Amt annehmen". Die Vorzugskonditionen bei VW erhielt Wulff aber nur, weil er Aufsichtsrat des VW-Konzerns war. Und Aufsichtsrat war er nur, weil er als Ministerpräsident das Land Niedersachsen im Kontrollgremium von VW vertrat. Das Land hält 20 Prozent der Stammaktien von VW.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr teilte dem SPIEGEL auf Anfrage mit, Wulff habe die "innerhalb des VW-Konzerns üblichen Vergütungen gezahlt". Angestellte des VW-Konzerns können tatsächlich zu den gleichen Vorzugskonditionen wie der damalige Ministerpräsident Autos leasen. Gewöhnliche Kunden müssen höhere Leasingraten bezahlen.

Familie Wulff lud Privatgäste zum Nord-Süd-Dialog

Auch im Fall des Nord-Süd-Dialogs gibt es neue Ungereimtheiten. Wulff und seine Frau Bettina ließen 2009 auch privaten Freunden Eintrittskarten zu der Veranstaltung im Flughafen Hannover zukommen. Das geht laut SPIEGEL aus Dokumenten hervor, die sich auf dem Dienstcomputer von Wulffs ehemaligem Pressesprecher Olaf Glaeseker befanden.

Spezialisten entschlüsselten Ende Januar den Zugang zu einem gesicherten Ordner. Zu den Dokumenten zählen unter anderem E-Mails von Bettina Wulff. Unter der Betreffzeile "Nord trifft Süd" nennt sie dem Büro ihres Mannes Personen ("Noch ein paar Nachzügler…"), die noch eingeladen werden sollen. Darunter ihre beste Freundin und deren Ehemann.

Zudem bat Bettina Wulff, die 2009 in der Presseabteilung bei der Drogeriekette Rossmann tätig war, für die Veranstaltung am 11. Dezember 2009 um eine Einladungskarte für einen Arbeitskollegen. Auch einen früheren Mitstreiter bei der Continental AG ließ die First Lady aus Hannover einladen. Am 20. November 2009 notierte die Büroleiterin des Ministerpräsidenten: "Frau Wulff möchte wissen, ob Familie Brune aus Bremen auch zum Nord-Süd-Dialog eingeladen ist." Die Bremer Marc und Jens Brune sind Eigentümer des Hotels Seesteg auf der Nordseeinsel Norderney. Die Wulffs haben dort wiederholt Urlaube verbracht.

Noch im Januar hatte Wulff erklären lassen, die Airport-Party sei eine Privatveranstaltung des Party-Königs Manfred Schmidt gewesen.

suc

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insgesamt 525 Beiträge
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Bono Beau 04.02.2012
1. Christian "Bobbycar" Wulff
Zitat von sysopErneut muss sich der Bundespräsident zu fragwürdigen Geschäftspraktiken erklären. Als niedersächsischer Ministerpräsident leaste Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen einen ¿koda zu "Aufsichtsratskonditionen" - möglicherweise ein Verstoß gegen das Ministergesetz. Christian Wulff: Ein Skoda zu Spezialkonditionen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,813371,00.html)
Isses nich' herrlich? Grade dieses Kleinteilige, dieses Notorische. Vielleicht ist die Affäre mit "Bobbycar-Affäre" tatsächlich treffend beschrieben. Das ist keine natürlich Entlastung - im Gegenteil. Diese permanente Vorteilshascherei wirft doch ein Licht auf den Charakter des Präsidentendarstellers - und sein Format. Doch: es ist herrlich!
bengel771 04.02.2012
2.
---Zitat--- Die Vorzugskonditionen bei VW erhielt Wulff aber nur, weil er Aufsichtsrat des VW-Konzerns war. Und Aufsichtsrat war er nur, weil er als Ministerpräsident das Land Niedersachsen im Kontrollgremium von VW vertrat. Das Land hält 20 Prozent der Stammaktien von VW. ---Zitatende--- Das ist albern. Argumentieren könnte man auch, er erhielt den Nobelpreis nur da er geforscht hat, geforscht hat er nur da die Universität ihm Mittel zur Verfügung stellte, die Universität gab ihm nur die Mittel da er doktor war, Doktor war er nur da er ein Diplom besaß, das Diplom hatter er nur da er studiert hatte ... das wird lächerlich. Ein Punkt räume ich ein, es ist eine erschreckende Anzahl an privilegien die sich die Politiker einräumen und auskosten.
maschinchen 04.02.2012
3.
Zitat von Bono BeauIsses nich' herrlich? Grade dieses Kleinteilige, dieses Notorische. Vielleicht ist die Affäre mit "Bobbycar-Affäre" tatsächlich treffend beschrieben. Das ist keine natürlich Entlastung - im Gegenteil. Diese permanente Vorteilshascherei wirft doch ein Licht auf den Charakter des Präsidentendarstellers - und sein Format. Doch: es ist herrlich!
Das wirklich Skandalöse ist meines Erachtens, dass ein Ministerpräsident einen Skoda fährt.
Haligalli 04.02.2012
4. Wulff sollte endlich Verantwortung übernehmen
Zitat von sysopErneut muss sich der Bundespräsident zu fragwürdigen Geschäftspraktiken erklären. Als niedersächsischer Ministerpräsident leaste Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen einen ¿koda zu "Aufsichtsratskonditionen" - möglicherweise ein Verstoß gegen das Ministergesetz. Christian Wulff: Ein Skoda zu Spezialkonditionen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,813371,00.html)
Wie lange noch darf uns Wulff quälen? Wieder so ne Klenigkeit! Wegen einem Leasingauto - Geländewägelchen - was ist denn schon dabei? Und die Einladungen zu "Nord trifft auf Süd" - was soll das! Nur kein Neid. Die Rechnungen sind doch längst vom Steuerzahler beglichen! Wir sind jetzt nicht mehr kleinkarriert - oder? Wenn Wulff nicht selbst in der Lage ist, Verantwortung für sein gefälliges Handeln zu übernehmen und nicht die Reißleine zieht, muss Frau Merkel und ran, auch wenn sie dabei mit in den Abgrund stolpert. Es ist überfällig, endlich verantwortung zu übernehmen und den CDU-Sumpf trocken zu legen.
bauesel 04.02.2012
5. Überblick verlieren
Zitat von sysopErneut muss sich der Bundespräsident zu fragwürdigen Geschäftspraktiken erklären. Als niedersächsischer Ministerpräsident leaste Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen einen ¿koda zu "Aufsichtsratskonditionen" - möglicherweise ein Verstoß gegen das Ministergesetz. Christian Wulff: Ein Skoda zu Spezialkonditionen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,813371,00.html)
[QUOTE=sysop;9570173]Erneut muss sich der Bundespräsident zu fragwürdigen Geschäftspraktiken erklären. Als niedersächsischer Ministerpräsident leaste Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen einen ¿koda zu "Aufsichtsratskonditionen" - möglicherweise ein Verstoß gegen das Ministergesetz. Da kann man ja leicht den Überblick verlieren. Und dann muss man immer wieder das übliche vollkommen unangemessene Kommentieren verkraften: Alles nicht so schlimm, es gibt noch kein Gerichtsurteil, es gilt die Unschuldsvermutung und die Medien kramen immer wieder etwas Neues aus, um den Skandal am Kochen zu erhalten. Wenn Wulff schon nicht freiwillig zurücktreten will, dann kann man aber durchaus die Frage stellen, wieso immer noch über 40% der Bevölkerung gegen einen Rücktritt sind. Würden die sich in entsprechender Position genau so verhalten? Undenkbar!! Bei der FDP kann man ja immerhin feststellen, dass sich die ursprüngliche Zustimmung von 14,6% etwa gefünftelt hat. Ich erwarte dringend eine Fünftelung der Zustimmung zu Wulff, konkret: Eine Aufforderung zum Rücktritt von über 80% der Bevölkerung, die Wulff hautnah zu spüren bekommen muss, wie auch immer.
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