Ex-Bundespräsident Wulff wird wieder als Anwalt arbeiten

Christian Wulff drängt nach SPIEGEL-Informationen zurück ins Berufsleben. Nach seinem Freispruch will der Ex-Bundespräsident schon bald als Rechtsanwalt arbeiten - in nobelster Hamburger Lage.

Jobperspektive: Ex-Bundespräsident Wulff will erneut als Anwalt arbeiten
AFP

Jobperspektive: Ex-Bundespräsident Wulff will erneut als Anwalt arbeiten


Hamburg - Nach dem Freispruch des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff will dieser nach Informationen des SPIEGEL wieder als Anwalt arbeiten. Wulff wird im Gebäude mit der Adresse Hohe Bleichen 17 in Hamburg residieren. Dort zieht er in dieselbe Etage ein, in der auch Private-Equity-Unternehmer Guido Sollors seine Büros hat, ein Bekannter aus Wulffs Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen.

"Wir begrüßen Christian Wulff als neuen Nachbarn", sagt Sollors. Im Interview mit dem SPIEGEL bestätigte auch der Wulff-Freund und Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) dessen Pläne: "Im Moment ist er erschöpft und erleichtert. Und dann wird er wieder als Anwalt arbeiten."

Einen Tag in der Woche plant Wulff in Berlin zu arbeiten, dort verfügt er wie jeder ehemalige Präsident über ein Büro. Auch Auslandskontakte will der ehemalige Präsident wieder aufnehmen. Mitte März wird er zunächst zu einer rund einwöchigen Reise in die Türkei aufbrechen. Dort sind mehrere Auftritte in Universitäten geplant und ein Treffen mit Staatspräsident Abdullah Gül.

Zudem will Wulff sein ehrenamtliches Engagement wieder ausweiten, vor allem bei der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, deren Schirmherr er noch immer ist. CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert die Staatsanwaltschaft für ihr Vorgehen im Fall Wulff: "Vor allem das, was die Staatsanwaltschaft betrieben hat, war unglaublich", sagte er. "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Rücktritt unvermeidlich war."

Vom Gericht in Hannover entlastet

Der 54-Jährige war am Donnerstag im Korruptionsprozess vom Landgericht Hannover freigesprochen worden. Die Zweite Große Strafkammer sah es nicht als erwiesen an, dass Wulff illegale Zuwendungen angenommen hat.

Wulff stand zusammen mit Filmproduzent David Groenewold vor Gericht. Dieser hatte 2008 für den früheren Politiker rund 720 Euro Hotel- und Bewirtungskosten während eines Oktoberfestbesuchs in München übernommen. Wulff war damals Ministerpräsident in Niedersachsen. Zweieinhalb Monate später warb er bei Siemens-Chef Peter Löscher um Unterstützung für einen Film Groenewolds.

Dem Ex-Bundespräsidenten wurde deshalb Vorteilsannahme vorgeworfen. Später folgte eine entsprechende Anklage. Es war das erste Mal überhaupt, dass sich ein ehemaliger Bundespräsident vor Gericht verantworten musste. Im Zuge der Affäre war Wulff im Februar 2012 zurückgetreten.

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Seite 1
andy220277 28.02.2014
1. Uninteressant ...
... Können wir uns bitte wieder den wirklich wichtigen Themen auf der Welt widmen ... ?
derlabbecker 28.02.2014
2. wenn er wieder arbeitet...
Zitat von sysopAFPChristian Wulff drängt nach SPIEGEL-Informationen zurück ins Berufsleben. Nach seinem Freispruch will der Ex-Bundespräsident schon bald als Rechtsanwalt arbeiten - in nobelster Hamburger Lage. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/christian-wulff-ex-bundespraesident-arbeitet-wieder-als-anwalt-a-956119.html
... wird ihm hoffentlich die Apanage als Ex-BP gestrichen, samt Fahrer und Büro.... Die gibt es nämlich genau aus dem Grund, dass der ex BP keinen normalen Job mehr annimmt oder annehmen kann und somit versorgt werden muss. Arbeitet der Fulltime als Anwalt hat er in meinen Augen keinen Anspruch auf irgendwelche Versorgungsleistungen.
schutsch 28.02.2014
3. Ich schäme mich für meinen Staat
Daß er unseren Bundespräsidenten so vorführte! Nun hat er sich selbst vorgeführt und unser gesamtes Rechtssystem gehört überprüft. Vor allem gehören alle fragwürdig zustande gekommenen Verurteilungen dazu, von Menschen, die nicht so prominent und reich sind wie die Wulfs.
buzzi 28.02.2014
4.
Na auf die Mandanten bin ich gespannt.
verdi49 28.02.2014
5. Nebenbei noch die Kohle...
Zitat von sysopAFPChristian Wulff drängt nach SPIEGEL-Informationen zurück ins Berufsleben. Nach seinem Freispruch will der Ex-Bundespräsident schon bald als Rechtsanwalt arbeiten - in nobelster Hamburger Lage. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/christian-wulff-ex-bundespraesident-arbeitet-wieder-als-anwalt-a-956119.html
für einen Bundespräsidenten. Dann brauchen wir um ihn keine Sorgen zu machen.
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