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Presserat über Altbundespräsident: Wulff-Forderung nach strengeren Regeln unbegründet

Der ehemalige Bundespräsident Wulff bei der Vorstellung seines Buches: "Die Wirklichkeit aus dem Blick verloren" Zur Großansicht
AFP

Der ehemalige Bundespräsident Wulff bei der Vorstellung seines Buches: "Die Wirklichkeit aus dem Blick verloren"

"Die Wirklichkeit aus dem Blick verloren": Der Deutsche Journalistenverband und der Presserat haben die Forderung von Altbundespräsident Christian Wulff nach strengeren Regeln deutlich zurückgewiesen.

Hamburg - Der Deutsche Presserat hat Forderungen von Ex-Bundespräsident Christian Wulff nach einem strengeren Pressekodex zurückgewiesen. Für eine Änderung bestehe kein Anlass, die bestehenden Regeln reichten völlig aus, sagte Arno Weyand vom Presserat. Wulff hätte sich jederzeit beim Selbstkontrollgremium der Presse über Berichte zu seiner Person beschweren können.

Wulff war 2012 nach einer durch Medienberichte ausgelösten Affäre über die angebliche Annahme von Vorteilen als Bundespräsident zurückgetreten. Ein Korruptionsprozess in Hannover endete mit einem rechtsgültigen Freispruch für Wulff.

Im Interview mit dem SPIEGEL fordert der 55-Jährige eine Überarbeitung der Presseratsregularien: Auswüchse in der Berichterstattung ließen sich so im Interesse des Ganzen strenger ahnden. In einem kontrovers geführten Gespräch sagte Wulff, Journalisten hätten ein Zerrbild seines Charakters gezeichnet und Niederträchtigkeiten publiziert. (Lesen Sie das komplette Interview hier im aktuellen SPIEGEL).

Das Interview mit Wulff habe mehrmals kurz vor dem Abbruch gestanden, sagt SPIEGEL-Redakteur Peter Müller. In diesem Video schildert Müller seine Eindrücke von dem Gespräch:

Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hält die Kritik des ehemaligen Bundespräsidenten für unbegründet. In der Demokratie müssten Medien ihre Rolle als Wächter wahrnehmen, sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Ob sich Wulff durch zunächst ungeklärte Kreditgeschäfte möglicherweise in Abhängigkeit begeben habe, sei für die Öffentlichkeit von Belang gewesen. "Wer daraus im Nachhinein ein Meinungskartell konstruiert, hat die Wirklichkeit aus dem Blick verloren", sagte Konken. Die Medien hätten sich auch selbstkritisch mit eigenen Übertreibungen auseinandergesetzt.

kes/dpa

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1.
cs01 21.07.2014
Wo hat man sich denn bei der Berichterstattung Wullf kritisch hinterfragt. Man hat sich vom Jagdinstinkt leiten lassen und dann sind alle auf ihn drauf, ohne Gnade. Nicht das es den falschen getroffen hätte, aber die Behauptungen im Artikel von den Journalisten sind doch sehr gewagt.
2. Die Regeln sind immer ok
Mertrager 21.07.2014
... wenn man nicht Betroffener ist. So werden auch jene Polizisten umgedacht haben, denen man zu Hause aufgrund einer Verwechselung die Wohnung ramponiert und die Hunde erschossen hat. Der gesuchte vermeintliche Straftäter wohnte in einer anderen Etage. Kommt eben vor, heisst es vorher. - Wenn aus dem Täter dann selbst ein Opfer geworden ist, sieht die Welt dann anders aus. - So auch bei den Medien. Das wird viel Gemeines gemacht. Die Selbstkontrolle funktioniert bescheiden. Das sieht man nicht zuletzt am Wüten der BLÖD. Und daran, wie oft diese Machenschaften ungestraft bleiben.
3. Die geister die ich rief....
Tevsa 21.07.2014
War er es nicht der sich in die Obhut von "Bild" und "Gala" begeben hat? Als es Wulff passt suchte er die Medien - Und später war er es, der den Anrufbeantworter eines Chefredakteurs voll getextet hat. Und seine Salami-Taktik der "ganz Großen Aufklärung" kam auch nicht sehr gut an. Aber Schuld sind ja immer die anderen....
4. glaubt jemand ernsthaft,
nurmalso2011 21.07.2014
der Presserat würde zugebne, dass die Hetz-Aktionen der Presse nicht okay waren -dann wäre doch die nächste Frage, warum die ihre Ärsche nicht erhoben haben.... Aber das korrupte Pack hält zusammen.
5.
sekundo 21.07.2014
Zitat von sysopAFP"Die Wirklichkeit aus dem Blick verloren": Der Deutsche Journalistenverband und der Presserat haben die Forderung von Altbundespräsident Christian Wulff nach strengeren Regeln deutlich zurückgewiesen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/christian-wulff-presserat-haelt-strengere-regeln-fuer-unbegruendet-a-982117.html
[QUOTE=sysop;16196601]"Die Wirklichkeit aus dem Blick verloren": Der Deutsche Journalistenverband und der Presserat haben die Forderung von Altbundespräsident Christian Wulff nach strengeren Regeln deutlich zurückgewiesen. ausgerechnet christian wulff, dieser apologet des mittelmasses, verlangt strengere presseregeln. der mann hat sich jahrelang durch sämtliche schmierblätter geschleimt und hat mit kai diekmann's wölfen geheult. und nun, wo er die geister, die er rief, nicht mehr los wird, wimmert er etwas von masshalten. der mann ist erbärmlich!!
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