Zweifel an berechneten Drogentests Freistaat Bayern will Hubert Haderthauer verklagen

Zehntausende Euro rechnete der Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer beim Freistaat Bayern für Drogentests ab. Jetzt klagt das Land nach SPIEGEL-Informationen gegen den Ehemann von Staatskanzleichefin Christine Haderthauer.

Bayerns Staatsministerin Christine Haderthauer, ihr Ehemann Hubert (Archiv): Durfte der Arzt Drogenscreenings berechnen?
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Bayerns Staatsministerin Christine Haderthauer, ihr Ehemann Hubert (Archiv): Durfte der Arzt Drogenscreenings berechnen?


München/Hamburg - Der Freistaat Bayern wird Klage gegen den Ingolstädter Landgerichtsarzt und Ehemann von Staatsministerin Christine Haderthauer, Hubert Haderthauer, einreichen. Grund sind angeblich zu Unrecht kassierte Honorare des Arztes, wie der SPIEGEL berichtet.

Hubert Haderthauer hatte als Landgerichtsarzt Laborleistungen für Drogenscreenings gegenüber der Justiz abgerechnet. Allein von 2005 bis 2009 soll er dafür rund 118.000 Euro bekommen haben. Die Drogentests dienten größtenteils der Kontrolle von Bewährungsauflagen.

2012 waren dem bayerischen Justizministerium Zweifel gekommen, ob Haderthauer diese Leistungen berechnen durfte. Das Ministerium beauftragte den Präsidenten des Oberlandesgerichts München mit internen Ermittlungen. Es kam auch die Frage auf, ob Haderthauer die Qualifikation für die Laborleistungen besitzt.

Der Freistaat forderte schließlich mit einem im Juli 2014 zugestellten Mahnbescheid zunächst 13.360 Euro für das Jahr 2003 zurück. Die Forderung erwies sich jedoch als verjährt. Das Justizministerium wies jetzt das Gericht an, Ansprüche gegen Haderthauer für 2004 und 2005 gerichtlich geltend zu machen. Ein Anwalt wurde bereits beauftragt, Klage zu erheben. Auf Anfrage des SPIEGEL wollte sich Haderthauer nicht äußern.

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insgesamt 50 Beiträge
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Liechtenstein 17.08.2014
1. Nachfolger von Wulff
Die Haderthauers treten das Erbe von Christian Wulff an. Raffgierig ohne Ende.
goodspirit 17.08.2014
2. War doch alles....
nur zum wohle der Verurteilten, genauso wie die Modellauto Nummer. Der Horst wird's schon regeln.
Kismett 17.08.2014
3. Schmutzeleien
Schon interessant, wie die Parteifreunde gegen Frau Haderthauer unter der Gürtellinie agieren. Wenn der Ehemann die Leistungen auf Anforderung erbracht hat weil er ein Angebot nach EU-Richtlinien vorher abgegeben hat, stehen ihm die Honorare zu. Oder es ist Betrug im Spiel, dann ist es aber Strafrecht und ein Offizialdelikt. Und nicht über eine Zivilklage abzuhandeln, über die hier informiert wird. Wenn allerdings das Justizministerium als Dienstherr der Landgerichte nicht die EU-Richtlinien für Auftragsvergabe eingehalten hat, so ist ein Strafverfahren gegen die verantwortlichen Beamten des Justizministeriums einzuleiten. Hier versuchen doch Parteigenossen der Frau Haderthauer die abzuschiessen.
wug2012 17.08.2014
4. Bananenrepublik Deutschland
Deutsche Politiker und ihre "Angehörigen" - losgelöst von ihrer Parteizugehörigkeit, wissen alle wie sie Steuergelder in die eigenen Taschen schaufeln können. Hier sind restriktive gesetzlche Regeln dringend geboten. Aber, wer soll diese erschaffen? Deutsche Politiker?
schwaebischehausfrau 17.08.2014
5. Halt schon geschäftstüchtig....
die Haderthauers. Da denkt sich unsereiner erst: Na ja, so ein Leben als Gefängnis- und Forensik-Arzt ist vielleicht auch ziemlich öde und dempremierend: Aber man muß halt wie Hr. Haderthauer ein feines unternehmerisches Gespür haben, für den riesigen Markt, den solche Patienten/Häftlinge letzten Endes darstellen. Dann tun sich einem offenbar schnell riesige, "von Idealismus getragene Engagements finanzieller Natur" auf: Modell-Autos, Drogentests... Mal sehen, was da noch so alles raukommt....Bayern eben!!!!
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